Full text: Hessenland (6.1892)

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euterei öes Hrotzherzoglich Urankfurtischen zweiten 
kanöwehrbataillons Mlda im Sommer 1814. 
Von I. Arbeithau. 
-jjji (Fortsetzung.) 
T»J'er Bericht des Majors von Zobel an den 
Generalgouvernenr Fürsten Reust wie auch 
an den kommandircnden General lautet: 
„Ganz gehorsamste Meldung! 
Ich beeile mich, meinen Herrn General, so 
bald es die Zeit nur immer erlaubt, in nähere 
Kenntniß der Ereignisse zu setzen, wovon ich 
Hochdieselbe diese Nacht schon mündlich durch 
einen meiner Offiziers habe benachrichtigen lassen, 
und die, wenn sie schon den jungen nicht ge 
dienten Offizier im Innersten verwunden müssen, 
um so mehr nicht anders als auf's Aeustcrste 
kränkend dem Manne sein können, der in viel- 
jährigen militärischen Diensten Achtung für 
militärische Ehre, Ordnung und Disciplin ge 
wonnen und seine Prüfung und Selbstzufrieden 
heit nur in Erfüllung der Pflichten gesucht hat, 
welche sich auf diese Tugenden des Soldaten 
beziehen. 
Sowohl auf dem Marsche in das Innere von 
Frankreich als ans dem Rückmärsche in die 
itzigen Cantonnirungs-Quartiere hatte ich die 
vollkommenste Ursache, mit dem Betragen meines 
Bataillons nicht nur in Ansehung der Härte 
der Märsche und sonstigen Strapatzen als auch 
in Rücksicht des Geistes, der die Truppe im 
Punkte der Subordination und Ordnung beseelte, 
zufrieden zu sein. In dem vollen Vertrauen 
auf die guten Gesinnungen der Soldaten bin 
ich noch gestern Abend 7 Uhr, als ich von einer 
die anderwärtige Dislocirung des Bataillons 
betreffenden Geschäftsreise aus Mannheim zurück 
und durch Ladenburg kam, gewesen. Ich habe 
mich in dieser guten Meinung, die ich bis dahin 
von der Anhänglichkeit und Dienstwilligkeit der 
Mannschaft hatte, auf's Höchste betrogen. Bei 
meiner Ankunft in Ladenburg meldeten mir die 
beiden daselbst stationirteu Hauptleute der 5. 
und 6. Compagnie, daß diese beiden Compagnien 
in höchster Unruhe seien, daß ein Offizier, 
welcher dem in einem Wirthshause entstandenen, 
auf der Straße sehr hörbaren Lärmen und Un 
wesen habe steuern wollen, von einem der Sol 
daten insnltirt, und als dieser ans die Wache 
gebracht worden, mit Gewalt und durch Angriff 
auf den Wachtposten befreit worden sei; daß 
man aber den gewesenen Arrestanten nach Herbci- 
rufung der Offiziere wieder in Arrest gebracht 
und den größten Theil derjenigen, welche die 
Befreiung desselben bewerkstelligt, ebenfalls fest 
gesetzt habe. Noch immer konnte ich, da mir 
jede Anzeige fehlte, ein allgemeines Verständniß 
in dem ganzen Bataillon nicht ahnen, ich be 
gnügte mich daher, blos die zweckdienlichen Maß 
regeln für den in Ladenburg stattgcfnndcueu 
Fall zu treffen. Kaum mochte ich indessen zehn 
Minuten in meinen Quartier dahier angekommen 
sein, als mir von dem Commandanten der in 
Schricßhcim stationirten 1. Compagnie die Mel 
dung kam, daß die Freiwilligen dieser Compagnie 
haufenweise sich mit Sack und Pack unter Waffen 
aus dem Orte begäben und auf dem gewöhn 
lichen Exccrcierplatz versammelten. Ich erließ 
sogleich an den Hauptmann der Compagnie den 
Befehl, durch die Unteroffiziers die Corporal- 
schaften visitiren zu lassen und mir von der 
fehlenden Mannschaft unverzüglich Rapport zu 
machen. 
Es konnte indessen dieser Befehl noch nicht 
an die Compagnie gekommen sein, als der Hanpt- 
mann schon selbst in größter Eile zu mir kam 
und mir berichtete, daß der größte Theil der I. 
und 2. Compagnie im Begriff sei, hierher in 
mein Quartier zu marschieren, um die Fahne 
daselbst abzuholen. Noch immer glaubte ich, mich 
näher informiren zu müssen, und schickte des 
wegen den erwähnten Hauptmann auf der Stelle 
zurück, um ganz genaue Nachforschung zu 
machen. Derselbe war kaum einige Minuten 
weggeritten, als derselbe mit der Nachricht, daß 
die Rebellen schon im Anzuge seien, zurück kam. 
Es dauerte auch nur eine sehr kurze Zeit, als 
ein sehr zahlreicher Haufe, aus Soldaten der 
1. und 2. Compagnie bestehend, ohngeführ 130 
bis 140 Mann stark, ohne Lärmen und in voll 
kommenster Ordnung ankam und sich in dem 
Hofe aufstellte. Ich begab mich sogleich mit dem
	        

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