Full text: Hessenland (6.1892)

Das „Hestenlarrd", Z eitschrift für hessische Geschichte undLiteratur, erscheint zweimal monatlich 
zu Anfang und in der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von N/2—2 Bogen Quartformat. Der Abonnementspreis 
beträgt vierteljährlich 1 Mark 50 Pfg. Einzelne Nummern kosten je 3 0 Pfg. Anzeigen werden mit 20 Pfg. 
für die gespaltene Petitzeile berechnet. Auswärts kann unsere Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post, oder 
durch den Buch handel, auf Wunsch auch unter Streifband bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei 
von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, Bestellungen, ebenso Anzeigen an. der Poft-Zeitungsliste für das Zahr 1892 
findet sich das „Hessenland" eingetragen unter Nr. 2934. 
Inhalt der Nummer 14 des „Hessenland": „Auf dem Anstand", Gedicht von Carl Preser; „Die Meuterei 
des Großherzoglich Frankfurtischen zweiten Landwehrbataillons Fulda im Sommer 1814", von I. Nebelthau (Fort 
setzung); „Das Hoftheater in Kassel" (Fortsetzung); „Wilhelm Rogge-Ludwig ch", von F. Z.; „Ursula", eine Geschichte 
aus Waldesgründen, von Wilhelm Speck (Fortsetzung); „Jugendzeit", Gedicht von W. Bennecke; „Die Brell", Gedicht 
in Schwälmer Mundart, von Kurt Nutzn; „Aus Heimath und Fremde"; „Hessische Bücherschau". 
luf dem Unflanö. 
jjjingfi tiefe Ruh, nicht hämmert mehr 
^ Der Specht im stillen Forste, 
Der Häher streicht nicht mehr umher, 
Der Weih ist längst am Horste. 
Schon werden aus dem Wiesengrund 
Die Schatten lang und länger, 
Und bald verschließt sich auch der Mund 
Der letzten Abendsänger. 
Dann, zwischen Tag und Dämmerzeit, 
Betritt das Wild die Halde; 
Dann äugt, im rothen Sommerkleid, 
Der Rehbock aus dem Walde. 
Es scheint, zur Wiese drängt den Gauch 
So recht noch kein Vertangen, 
Denn an dem letzten Lärchenstrauch 
Roch segt er sich die Stangen. 
Rur näher, alter Herr, ich steh' 
Und harre deines Sprunges, 
Den du vom Watd zum Wiesenklee 
Jetzt ausführst kühnen Schwunges. 
Rur näher, auch die Ricke lauscht 
Schon längst nach dir hinüber. 
Daß nur kein Blättchen .setzt mir rauscht, 
Sonst ist die Jagd vorüber. 
Da — husch, es springt aus dem Gezweig 
Der Bock herab vom Raine, 
Doch trollt — oh weh! — aus grünem Steig 
Hinüber nach dem Haine. 
Halt, halt! Wohin? Ich sprech' ihn an, 
Er stutzt: da knallt die Büchse! 
— — Der Schuß hat ihm nicht weh gethan, 
Ihn hörten nur die Füchse. 
Hart H^reser.
	        

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