Full text: Hessenland (6.1892)

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Geh. Baurath zu Kassel, 4. Rohde, Konsistorialrath 
zu Kassel, 5. Stoff, Dechant zu Kassel, 6. Dr. Eisen- 
mann, Museumsdirektor zu Kassel, 7. v. Stamford, 
Major a. D. zu Kassel, 8. Dr. Könnecke, Archivrath 
zu Marburg, 9. Wiese, Professor zu Hanau, 10. 
von Scharfenberg, Rittergutsbesitzer zu Kalkofen, 
11. Mathias, Apotheker zu Schmalkalden, 12. 
Dr. Hartmann, Oberlehrer zu Rinteln; II. Stell 
vertreter : 1. der Stellvertreter des Vorsitzenden 
des Landesausschusses, zur Zeit Justizrath Dr. Renner 
zu Kassel, 2. (?), 3. Schneider, Professor zu Kassel, 
4. Wissemann, Pfarrer zu Kassel, 5. Kreisler, 
Dechant zu Fritzlar, 6. Lenz, Inspektor und Kustos 
zu Kassel, 7. Schick, Professor zu Kassel, 8. Dr. 
Bickell, Konservator des hessischen Geschichtsvereins, 
zu Marburg, 9. Becker, Konsul zu Gelnhausen, 10. 
Hoffmann, Baurath zu Fulda, I I. Knackfuß, Pro 
fessor, 12. Felix von Gilsa, Rittergutsbesitzer zu 
Gilsa. Zur Führung der laufenden Geschäfte wird 
seitens der Bezirkskommission ein Ausschuß gewählt, 
welcher aus dem Bezirkskonservator und vier Mit 
gliedern besteht. Auf Einladung des Herrn Landes 
direktors hatte sich am 23. d. M. die genannte 
Kommission zur Wahl des Bezirkskonservators und 
der Ausschußmitglieder versammelt und fiel erstere 
auf Dr. L. Bickell in Marburg, letztere auf Geh. 
Baurath Reumann, Galerie- und Museumsdireklor 
Dr. E i s e n m a n n und die Akademie-Professoren 
Knackfuß und Schneider. Zum Vorsitzenden 
der Kommission ist gewählt der Vorsitzende des 
Landesausschusses, Kammerherr von der Mals 
burg, und zu dessen Stellvertreter Geh. Baurath 
R e u m a n n. 
Die Wahl Dr. Ludwig B ickell's zum Bezirks- 
konservator wird in unserem Hessenlande von allen, 
welche Interesse für die Erhaltung unserer historischen 
Denkmäler haben, mit großer Genugthuung aufge 
nommen werden; hier ist der rechte Mann an den 
rechten Platz gestellt. Seit einer langen Reihe von 
Jahren hat sich Dr. Bickell hervorragende Verdienste 
um die Aufdeckung und Erhaltung der Denkmäler 
aus der Vorzeit unseres Heimathlandes erworben, 
und die werthvollen Sammlungen des hessischen Ge 
schichtsvereins im Schlosse zu Marburg sind vor 
zugsweise sein Werk. 
Der diesjährige (dritte) hessische Städtetag 
findet am Dienstag den 31. Mai in Hanau statt 
Die diesjährige (neunzehnte) Versammlung 
des hessischen Forstvereins wird am 20. 
und 21. Juni in Fulda abgehalten. 
Wie bereits angekündigt, feierte Dr. Dreydorff 
in Leipzig am 7. April d. I. sein 25jähriges 
Jubiläum als Pfarrer an der dortigen reformirten 
Kirche. Das Zimmer des Jubilars war von lieben 
Händen mit herrlichem Pflanzen- und Blumen 
schmuck versehen, Berge von Telegrammen und Briefen 
bedeckten die Tische, als gegen Mittag die sämmtlichen 
Mitglieder des Leipziger reformirten Konsistoriums 
erschienen, um durch eine Begrüßungsrede des 
stellvertretenden Vorsitzenden, des Pfarrers Lic. 
Simons, ihrem Vorsitzenden die besten Glück- und 
Segenswünsche darzubringen. Danach überreichte 
der Schriftführer, Reichsgerichtsrath Dr. Langer- 
hans, im Aufträge der Gemeinde ein sehr werth 
volles Ehrengeschenk. Von schriftlichen Glückwünschen 
erwähnen wir besonders ein Schreiben vom Rathe 
der Stadt Leipzig und eins von der Marburger 
theologischen Fakultät, deren Ehrendoktor der Jubilar 
seit 17 Jahren ist. Viele seiner Freunde erschienen 
persönlich zum Ehrentage; eine junge Dame in 
Schwälmer Tracht sprach auf ächt Ziegenhainijch 
ein Begrüßungsgedicht. Z». W. 
Am 9. und 10. Mai kommt im Kunsthause zu 
Kassel die Gemäldesammlung des Rentners 
Eduard Habich daselbst, eine der reichsten 
und hervorragendsten Privatgalerien Deutschlands, 
die unter den Gemälden ihres Bestandes viele 
Perlen der Kunst aller Schulen aufweist, durch 
Heinrich Lempertz jun. von Köln und I. Th. Schall 
von Berlin zur V e r st e i g e ru n g. Der vornehm 
ausgestattete Katalog wird von der Firma Heberte 
in Köln versandt. Er ist mit einer schönen Radirung 
von W. Unger in Wien, mit vier Heliogravüren 
von Hanfstängl in München, sowie mit vierzig Licht 
drucken von Kühlen in M.-Gladbach geschmückt und 
auch typographisch (Druckerei von M. Dumont- 
Schauberg in Köln) auf das Geschmackvollste aus 
gestattet. Ueber die Gründe, die Herrn Habich ver 
anlassen, sich von seinem Besitz zu trennen, giebt 
eine dem Katalog vorausgeschickte sachliche Erklärung 
Auskunft. Dieselbe knüpft an die Thatsache an, 
daß Giovanni Morelli, von dem die Bestimmungen 
der italienischen Meister der Sammlung herrühren, 
bis zu seinem Tode dem Besitzer jahrelang befreundet 
war, und bemerkt sodann: „Dieser für Herrn Habich 
unersetzliche Verlust ließ in ihm den Entschluß 
reifen, sich zunächst von seinen Gemälden für immer 
zu trennen, um sich ferner nur noch seiner bedeuten 
den Sammlung von Handzeichnungen alter Meister 
und seiner Liebhaberei für ältere kunstgewerbliche 
Gegenstände zu widmen. Dieser Entschluß darf bei 
seinem hohen Alter um so weniger überraschen, als 
Herr Habich im Interesse seiner in Amerika lebenden, 
das von ihm vor etwa vierzig Jahren dort gegründete 
Geschäft fortführenden männlichen Erben auf die 
sachverständige Realisirung seines umfangreichen Ge 
mäldebesitzes Werth legt. u Bekanntlich sind auf An 
ordnung des Kaisers aus dieser Sammlung 17 Ge 
mälde für die Galerie in Kassel angekauft worden, 
die Nationalgalerie in London hat 13 andere er
	        

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