Full text: Hessenland (6.1892)

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Wo ich dann in dem Schloß bei dem Hofe nicht 
allein gnädig und ehrlich empfangen wurde, sondern 
mir auch genügliche Vertröstung zur Einkleidung ge 
geben worden. Und weil Ihr fürst. Gnaden der 
Hoch- und Deutschmeister von Stadion damals bei 
der Armee gewesen, als hat es sich noch l / 4 Jahr 
verweilet, — da dann endlich die Erklärung kam —, 
mit der Einkleidung ^ fortzufahren, was sodann auch 
bcschehen. Und indes löblich anno 1640 Oktober 24 
bin ich in das Ordenskleid eingekleidet worden. 
Kurz hernach, weilen die Armee*) in Hessen sich 
gezogen, bin ich von ihren hochfUrstlichen Gnaden 
hier wieder gnädigst befohlen worden, welche 
am folgenden Tag in Marburg ankam. Nachts 
waren ihre fürstl. Gnaden der Hoch- und Deutsch 
meister des Ordens, im Ordenshaus geblieben und 
den folgenden Tag wieder zur Armee gereist. Nach 
dem derselbe eine gemessene Instruktion bei seiner 
Abschiednahme zurückgelassen hatte, marschierte er bald 
darauf mit der Armee wieder weiter. Ich bin dann 
in Marburg bis ad annum 1641 verblieben. Darauf 
hat mich der hochermelte Herr Landkomthur von Habel 
am 7. März 1641 zu einem Komthur auf Schiffen 
berg gnädigst substituirt. Wiewohl die beschwer 
lichsten Kriegsläufte, — verschiedene Ausplünderungen 
u.s. f. — mir, als jungen unerfahrenen Hausmann, 
indem ich auch immer in höchster Leibes- und Lebens 
gefahr schwebte, und de novo mit großen Unkosten 
anfangen mußte, um die Kommende in Stand zu 
erhalten; so war ich dabei immer mit spärlichen 
Mitteln bedacht worden und mir die Kommende vom 
Orden mit Schulden überlassen worden. Hierzu kam 
*) Die kaiserliche Armee. 
A h n e 
Jost von Nordek 
zur Rabenau. 
Maria Diede von 
Fürstenstein. 
Wieder von Nordek 
zur Rabenau. 
Katharina von Bitter. 
Jost von Nordek 
zur Rabenau. 
Apollonia Raum von 
Holtzhausen. 
Hermann von Nordek 
zur Rabenau. 
Anna von Biedenfeld. 
Johann Rupert von 
Nordek zur Rabenau. 
Adolph Eitel von Nordek zur Ri 
Marbur g. 
dann noch, daß Herr Habel sich anno 1652 unpäß 
lich befand, und, nach ausgestandener langjähriger 
Schwachheit, wobei ich ihn noch bis an's Ende auf 
das Gehorsamste gewartet hatte, am letzten Tag im 
Mai selig verschied und mir die Succession hinter 
ließ. Ich habe die Administration übernommen, 
wissend, — in was für Disturbiis die Landkomthurei 
gestanden, und ein ehrlich Stück Geld dabei ein 
gebüßt. Die Administration des Hauses war mir 
von Haus aus bewilligt worden, und mit was für 
Beschwerlichkeiten ich als Landkomthur*) zu kämpfen 
hatte, ist bekannt. Was erbaut bezeugen die wirk 
lichen und habe ich die Sachen ziemlich 
posterirt und andere Schulden abbezahlt, daß der 
Successor in besseren Ruhestand leben könne — dazu 
ihm viel Glück und Gottes Segen — Ordens 
brüderliche Wünsche thue. In Schiffenberg Januar 
1666. Was die folgende Zeit geben wird, wird die 
Zeit lehren. Der Leichen-Text soll sein: 
In to Domino speravi, non confundor in aeternum 
— psalmo vigesimo. w 
Es sei noch bemerkt, daß Adolph Eitel von Nordek 
zur Rabenau zur katholischen Linie der von Rabenau 
gehörte und die Angabe in Rommel's „Geschichte 
von Hessen", 9. Bd., S. 236: daß derselbe dem 
lutherischen Bekenntniß angehört habe, gänzlich un 
richtig ist. Vielleicht ist dies eine Verwechselung mit 
dem Moritz von Nordek zur Rabenau, welcher zur 
lutherischen Linie der Rabenaus gehörte und während 
des Interims 1671 —1678 Administrator der Ballei 
Hessen war. 
*) Bestätigt zum Landkomthur 15. Juli 1654. 
t a f e l. 
Enno Riedesel von 
Elisabeth Löwin von 
Bellersheim. 
Steinfurt. 
Bernhard Riedesel von 
Elisabeth von 
Bellersheim. 
Schwalbach. 
Hans Reinhard Riedesel Anna Agnes Milchling 
von Bellersheim. von Treis. 
Katharina Elisabeth Riedesel von Bellersheim. 
l, Landkomthur der Ballei Hessen re. 
Kreiherr Gustav von H'appenheim, 
K. K. Rittmeister a. D.
	        

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