Full text: Hessenland (6.1892)

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war landgräflichcr Rentmeister zu Spangenberg, und 
dessen Sohn Franz Christoph Wille war Dr. med. 
und Apotheker, dann Hofapotheker und Kirchenältester 
in Kassel; er starb 1728. Johann Heinrich Wille, 
geboren 1691, gestorben 1754, Sohn des letzteren, 
war Hessen-Kchselscher Kriegsrath und Kriegszoll 
amtsdirektor zu Kassel; sein Sohn Johann von 
Wille, geboren 1724, gestorben 1786 , Hessen- 
Kasselscher Geheimer Kriegsrath, wurde am 16. 
Januar 1780 vom Kaiser Joseph II. in den Reichs- 
adelstand erhoben. Der Sohn desselben, Friedrich 
Adolf Karl David von Wille, geboren 1776, ge 
storben 1837, Kur hessischer Konsistorialrath, und 
dessen Gattin, Philippine von Hachenberg, geboren 
1783, gestorben 1875, die Letzte ihres Stammes, 
waren die Großeltern des am 3. April dahin 
geschiedenen Staatsanwaltes Ernst von Wille, dessen 
Andenken stets in Ehren bleiben wird. 
Univ ersitätsnachricht en. Der ordentliche 
Professor der Mathematik und Direktor des mathe 
matischen Seminars Dr. Heinrich Weber in 
Marburg hat einen ehrenvollen Ruf an die Uni 
versität Göttingen erhalten und angenommen.— 
Der Privaidozent in der philosophischen Fakultät zu 
Marburg Dr. Friedrich Kauffmann ist als 
außerordentlicher Professor für germanische Philologie 
an die Universität Halle berufen worden — Der 
ordentliche Professor der semitischen Philologie und 
der orientalischen Geschichte Dr. Julius Well- 
hausen in M a r b u rg hat den an ihn ergangenen 
Ruf an die Universität Göttingen abgelehnt. — 
Die juristische Fakultät der Universität Marburg 
hat den Ministerialdirektor im Kultusministerium 
Geheimen Rath Richard de la Croix im Hin 
blick auf die Verdienste, die er sich als langjähriges 
Mitglied und Justitiar des Ministeriums wie als 
Ministerialdirektor um die Förderung des Unterrichts 
wesens und besonders des Rechtsstudiums erworben, 
zum Ehrendoktor promovirt. — Der Privaidozent 
Dr. Karl Möli in Berlin, dirigirender Arzt der 
Jrren-Siechen-Anstalt zu Dalldorf, ist zum außer 
ordentlichen Professor an der Berliner Universität 
ernannt worden. Professor Dr. Karl Möli, 1819 
in Kassel geboren, ist ein Sohn des Reichs 
gerichtsraths a. D. Ludwig Möli. 
An den Oberkonsistorialrath Dr. K ö st l i n in 
Darmstadt ist ein Ruf ergangen als Nachfolger 
des nach Tübingen berufenen Prof. Dr. G o t t - 
schick in dem Lehrstuhle für praktische Theologie 
an der Universität Gießen. Nachdem jedoch Dr.Köstlin 
die Berufung abgelehnt hat, ist dieselbe ergangen 
an Licentiaten MaxReischke, Professor am Karls 
gymnasium zu Stuttgart seit 1889. Von 1883—89 
war Lic. Reischke Privatdozent an der Universität 
Tübingen, gleichzeitig auch Assistent an der dortigen 
Predigeranstalt. Die. Reischke hat den Ruf nach 
Gießen angenommen. — Der Privatdozent für 
Zoologie an der Universität Gießen, Dr. Adal 
bert Seitz, wird im Sommerhalbjahre seine 
Vorlesungen wieder aufnehmen. Seit Sommer 
vorigen Jahres befindet sich derselbe auf einer längeren 
Studienreise in Japan, China und Aegypten. Das 
Spezialfach dieses jungen Gelehrten ist die Entomologie 
(Jnsektenlehre), welches Gebiet ihm werthvolle 
Forschungen verdankt. 
Todesfälle. Der Tod hat leider in den letzten 
Wochen in Hessen wieder eine außerordentlich große 
Ernte gehalten. Wir müssen es uns für heute 
wegen Mangels au Raum versagen, die Namen der 
durch ihre Stellung und ihre Leistungen hervorragen 
den Verstorbenen anzuführen und deren Lebenslauf 
zu schildern, wir werden das jedoch bei anderer Ge 
legenheit nachholen; nur der drei zuletzt Dahin 
geschiedenen wollen wir hier Erwähnung thun, uns 
vorbehaltend, deren Nekrologe in einer der nächsten 
Nummern unserer Zeitschrift zu bringen. Es sind: 
der Konsistorial-Präsident a. D. Heinrich Wil 
helm Schmidt, gestorben am 5. April in: Alter 
von 81 Jahren, der Geheime Regierungsrath a. D. 
Dr. Wilhelm F a l ck e n h e i n e r, gestorben zu Kassel 
am 8. April im 71. Lebensjahr, und der Sanitäts 
rath Dr. F e r d i n and S ch m e i ß e r, gestorben zu 
Kassel am 11. April im 67. Lebensjahr. 
Hierdurch erlauben wir uns, an unsere ner- 
ehrlichen Ubonuenten die ergebene Mte zu 
richten, uns gütigst durch Uebermitteluug non 
Udresten, an welche Wroöemunmern unserer 
Zeitschrift zu senden wären, unterstützen zu wollen. 
Wir sind gern bereit, hieraus erwachsende Aus 
lagen zu erstatten, sowie auch zum Zweck der 
Verbreitung als Urobeuuminern eine Unzahl 
von Lnrnplaren nebst Prospekten zur Verfügung 
zu stellen. 
Uedaklion und Vertag 
des „Kesserrtand". 
2MT* Mit Beginn des zweiten Vierteljahres 
neu hinzugetretene Leser können die Nummern 
des ersten Vierteljahrs noch nachbeziehen. Nr. 24 
des vorigen Jahrganges wird ihnen auf direktes 
Verlangen vom Verleger kostenfrei geliefert. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zwenger in Fulda, Druck und Verlag von Fried r. Scheel in Kassel.
	        

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