Full text: Hessenland (5.1891)

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Höchst" spricht. Bekanntlich ging die Schlacht bei , 
Höchst gerade dadurch verloren, daß sich Christian zu | 
einer Schlacht vcrlccken ließ, ohne die Bereinigung 
mit Mansfeld, der an der Bergstraße stand, abzuwarten. | 
S. 53 wird wieder eine alle Fabel aufgewärmt: ! 
„Viele Dörfer und Gehöfte, deren Namen man heute ; 
noch nennt, verschwanden damals gänzlich -vom 
Erdboden" (während des dreißigjährigen Krieges). 
Landau und Wagner sind Herrn P. Müller offen 
bar unbekannt. Ein grober Anachronismus findet ! 
sich auf S. 59, wo von „Kurhessen" schon während j 
des siebenjährigen Krieges gesprochen wird. Anstatt 
des Gefechtes bei Amöneburg wären ebenda die für 
und viel wichtigeren Treffen bei Grünberg (1761) 
und bei Nauheim (1762) zu nennen gewesen. Ein 
merkwürdiger Irrtum findet sich im 6. Abschnitt, 
Hessen unter s e i n e n G r o ß h e r z o g e n. Bereits 
am Ende des 4. Abschnittes hat Berf. von Hessen- 
Kassel Abschied genommen („Für die Folge werden 
wir uns nur mit Hessen-Darm st ad t beschäftigen."). 
Sehr erstaunt sind wir nun, auf S. 66, wo von 
den Kämpfen der hessen-darmstädtischen Truppen 
in den Revolutions- und Befreiungskriegen die Rede 
ist, zu lesen: „Auf dem Beterancndenkmal, welches 
1852 auf dem Marienplatz zu Darmftadt errichtet 
wurde, sind die Namen von 27 Schlachten und 
4V kleineren Treffen bezeichnet, an welchen die Hessen 
von 1792—1815 teilgenommen haben. Am 2. 
Dezember 1792 entrissen hessische Krieger mit 
glänzender Tapferkeit den Franzosen die Reichsstadt 
Frankfurt." Darauf folgt die Angabe der Errichtung 
des Denkmals durch Friedrich Wilhelm II. von 
Preußen an der Stelle des Sturmangriffes und die 
Mitteilung der Inschrift des Monumentes (die 
„Illustrierte Geschichte von Hessen" bietet sogar eine 
Abbildung des Hessendenkmals in Frankfurt, wobei 
noch besonders auf den Text verwiesen wird). Diese 
Verwechselung und Annexion einer hessen-kasscl ische n 
Kriegsthat wirkt urkomisch. Erwähnenswert wäre 
jedenfalls die Teilnahme der Hessen-darmstädtischen 
Truppen an der Unterdrückung des badisch-pfälzischen 
Aufstandes 1849 gewesen. Während im Nachbarlande 
sogar die bewaffnete Macht abfiel, scheiterten an den 
hessischen Truppen alle Versuche und Agitationsmittel 
der Umsturzpartei; gerade sie bildeten einen Damm, 
der der Ausbreitung der Revolution nach Mittel 
und Norddeutschland Einhalt gebot, wie dies selbst 
Prinz Wilhelm von Preußen (der spätere große 
Kaiser) aussprach („er freue sich, Truppen zu sehen, 
die in erster Linie Deutschland vor der Anarchie 
bewahrt hätten"). Unrichtig ist die Angabe S. 77: 
„Auch die hessischen Truppen kämpften am 12. Juli 
(1866) bei Laufach tapfer gegen eine preußische 
Übermacht." Allerdings kämpften die Hessen 
bei Laufach „mit großer Bravour" (Verluste: 66 
Preußen, 777 Hessen, Generalstabsw 617 ff.), aber 
keineswegs gegen eine Übermacht. Der hessischen 
Division stand bei Laufach, resp. Frohnhofen, nur 
eine Brigade gegenüber, deren Mannschaft außerdem 
sehr ermattet war (jedoch in trefflicher Stellung). 
Übrigens fand jenes Treffen nicht am 12. sondern 
am 13. Juli statt. — Dem Verf. dieser „Geschichte 
von Hessen" wäre dringend zu empfehlen, vor der 
Publikation einer neuen Auflage sich doch noch etwas 
„eingehender mit der Geschichte seines Stammes zu 
beschäftigen." — 
Laubach in Oberhessen, Januar 1891. 
IN-. August Zloeschen. 
Kriefkasten. 
K. N. Kesselstadt. Wird in nächster Nummer ver 
öffentlicht. Freundlichen Gruß. 
Dr. J. R. Marburg. Gestatten Sie uns, Ihnen vor 
dem Abdrucke briefliche Mittheilung zu machen. Für die 
Einsendung selbst sagen wir Ihnen unseren verbinÄichsten 
Dank. 
G. Th. D. Marburg. Besten Dank und freundlichsten 
Gruß. Wir werden uns in der nächsten Nummer mit der 
fraglichen Angelegenheit beschäftigen. Ihrer Ansicht stimmen 
wir bei. 
F. G. Marburg. Sehr erwünscht. Wir bitten, den 
Aufsatz möglichst bald einzusenden. 
Nach Fritzlar. Besten Dank für Zusendungen. 
v. 8. Wanfried. Wird in der nächsten Nummer nach 
geholt werden. Wir bedauern die Unterlassung, die nur 
auf einem Versehen beruht und die wir zu entschuldigen 
bitten. 
F. U. Schmalkalden. Sie erhalten in aller Kürze 
brieflich Aufklärung. Einstweilen freundlichen Gruß. 
Rh. L. Berlin. Die Kritik folgt in nächster Nummer. 
Wegen des Gedichtes beabsichtigen wir Ihnen einen andern 
Vorschlag zu machen. 
v. 8. München. Sie erhalten in den nächsten Tagen 
Antwort. 
Dr. R. H. Straßburg. Eingetroffen und mit Dank 
angenommen. Mit der Veröffentlichung wird in einer der 
nächsten Nummern begonnen werden. 
Inhalt der Nummer 4 des „Hessenland": „Vor 
gesicht", Gedicht von Wilhelm Bennecke; „Ein hessischer 
Staatsmann in Oesterreich" (Forts.); „Worte der Erinnerung 
an Nikolaus Bach", Rede gehalten von Franz Dingelstedt, 
(Schluß); „Kapitän Scheller". Nach der Erzählung eines 
Verstorbenen, von Wilhelm Bennecke, (Forts.); „Der 
Lindenbaum", Gedicht von Elard Biskamv; Aus Heimath 
und Fremde; Hessische Bücherschau; Briefkasten. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zwenger in Fulda, Druck und Verlag von Friedr. Scheel Ln Kassel.
	        

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