Full text: Hessenland (5.1891)

die Zuhörer zu erbauen, ihren Geist zum neu 
geborenen Heiland der Welt in der Krippe hin 
zulenken, ihre Herzen durch Andacht zu erwärmen 
und mit Liebe zu entflammen, zu erreichen. Die 
religiösen Saiten des Herzens, wenn mau so sagen 
darf, werden gespannt, und daher machen auch die 
Ausführungen in der Begleitung von lebenden 
Bildern einen tiefen Eindruck auf das Herz der 
Zuhörer. Beide gehören zusammen. Die Musik 
und zwar der Chor oder das Recitativ bereitet das 
vor, was dem Auge des Zuhörers sich bald dar 
stellen soll, und während dann die letzten Akkorde 
verklingen wollen, tritt das Bild in Erscheinung, 
um dasjenige tief ins Herz zu senken, was das Ohr- 
kurz vorher vernommen hat." Es folgt dann eine 
in's Einzelne eingehende ausführliche Kritik des 
Werkes vom musikalischen Standpunkte aus, die 
hier wiederzugeben zu weit führen würde, auf die 
aber die Musikverständigen unter unseren Lesern 
aufmerksam zu machen wir nicht verfehlen wollen. — 
Die Oratorien sind im Berlage von Aloys Maier 
in Fulda erschienen. 
Am 9. Januar fand in den oberen Räumen des 
Zivil- und Militär-Kasinos zu Kassel unter dem Vorsitz 
des Oberstlieuteuants Julius von Bardeleben die 
Generalversammlung des ^Hessischen Lesekranzes" 
statt. Zwei Drittel der Vereinsmitglieder hatten sich 
eingefunden. Es wurde beschlossen, fortan die 
Journale: „Schorers Familienblatt" und „Vom 
Fels zum Meer", nachdem sie den Zirkel durchlaufen 
haben, jahrgangsweise dem Diakonissenhaus und 
rothen Kreuze zu schenken. Ferner wird künftig von 
dem Modus der Versteigerung der gelesenen Bücher 
und Schriften Abstand genommen. Dieselben werden 
in eine der Mitgliederstärke entsprechenden Anzahl 
Loose vertheilt und, nachdem für jedes Loos ein 
mäßiges Entgelt entrichtet ist, jedem Theilnehmer 
durch das Glücksrad nach seinem Antheile überant 
wortet. N.'L. 
Am 24. Januar verschied zu Rotenburg nach 
mehrwöchentlichem Krankenlager der Kreisphysikus 
Sanitätsrath Dr. Heinrich Eisenach. Derselbe 
war zu Kassel 1814 geboren, besuchte von 1624—1832 
das Lyceum Fridericianum und widmete sich dann 
dem Studium der Medizin an den Universitäten 
Marburg und Göttingen. Nach rühmlich bestandenem 
Fakultütsexamen wurde er 1836 in Marburg auf 
Grund seiner Dissertation über Irideremia xartialis 
zum Doktor der Medizin promovirt. Im Jahre 
1838 ließ er sich in Rotenburg als Arzt nieder und 
hat daselbst als solcher sowie später auch als Physikus 
bis an das Ende seines Lebens gewirkt. Außer mit 
seiner Fachwissenschaft beschäftigte er sich eifrigst mit 
naturhistorischen Studien, deren Ergebnisse er in 
trefflichen Monographieen, sowie in Zeitschriften, be 
sonders in den „Berichten des Vereins für Natur 
kunde zu Kassel" veröffentlichte. Er war Mitglied 
mehrerer gelehrten Gesellschaften, und vom Kaiser 
war ihm in Anerkennung seiner Verdienste der rothe 
Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife verliehen 
worden. Im Jahre 1886 feierte er sein fünfzig 
jähriges Doktorjubiläum, und im vorigen Jahre war 
es ihm vergönnt, das seltene Fest der goldenen Hoch 
zeit begehen zu können. Dr. Eisenach war ein 
tüchtiger, umsichtiger und sorgsamer Arzt, dessen An 
denken bei allen, die ihn kannten, in Ehren bleiben wird. 
Anzeigen. 
Verlag von Mlrör. Kcheel,Vuchdruckerei. 
Kassel, Schloßplatz 4. 
Das 
schwarze Wehwild. 
0o» iMars üHrandl. 
Nil einer 
(1889.) 
ns"s s; :zr 
Einbanddecken 
zur Zeitschrift ,,Dessenlanb" für 1890 und 
frühere Jahrgänge/ in brauner und grüner Lein 
wand mit Gold- und Schwarzprägung, sind von 
jetzt ab vorräthig und vom Unterzeichneten zum 
Preise von 1 Wk. pro Stück, (nach Auswärts 
gegen Einsendung von 1 Mk. 20 Pf. in Brief 
marken) zu beziehen. 
Vollständigen Einband, elegant in Original 
decke mit rothem Schnitt, liefere pro Jahrgang 
zu 2 MK. Bestellungen erbittet 
Kassel, den 10. Januar 1891. 
MUH. Kitter, 
üiichlünderci, präge- und vergol-caiistalt 
Königsthor 5. 
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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Z w e n g e r in Fulda, Druck und Verlag von Fr t e d r. S ch e e l in Kaffel.
	        

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