Full text: Hessenland (5.1891)

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hessischen Division im nordamerikanischen Freiheits 
kriege durch die Erstürmung des Forts Washington 
am 16. November 1776 rühmlich auszeichnete, am 
26. Dezember desselben Jahres aber bei dem be 
kannten Ueberfalle Washingtons auf die zu Trentown 
(Trenton) am Delaware stehende hessische Brigade 
tödtlich verwundet und gefangen wurde und bald 
darauf starb. 
Marburg. K. H. 
Aus Heimath und Fremde. 
Nachtrag z u r hessischen T o d t c n s ch a u 
von 1890. Dr. Georg Theodor Coch 
(Pcra - Konstantinopcl, 8. Januar). — Oberförster 
K. Schwarz (Metz, 16. Februar). — Eisenbahn- 
Sekretär O. Hodiesne (Kassel, 22. Februar). — 
Lehrer Wilhelm Keßler (Wehlheiden, 5. März). 
— Apotheker K. Lins (Naumburg, 23. März). — 
Rcchnungsrath W. Heer (Kassel, 31. März). — 
Instituts - Vorsteher Winnebergcr (Marburg, 
17. April). — Kaplan Adam Schmidt (Eckweis- 
bach, 27. April). — Pfarrer Johannes Boden- 
benner (Bauerbach, 30. April). — Gasanstalts- 
Betriebsdirektor a. D. Emil Rudolph (Kastei, 
6. Mai). — Hofschauspicler a. D. Karl Mo ns 
(Kassel, 1-1. Mai). — Realschul Oberlehrer Rektor 
Adam Eichler (Eschwege, 17. Juni). — Lehrer 
Franz Jemine (Kassel, 1. Juli). — P. Theo-, 
philus Erb or«l. 8t. Franc, vom Fraucnberge 
bei Fulda (Wörishofen, 20. Juli). — Graf Philipp 
von Schau in bürg (Berlin, 19. September). — 
Rechtsanwalt F. S ch l e m in e r aus Steinau (Frank 
furt a. M., 23. September). — Pfarrer Ferdinand 
Sing mann (Kirchhain). — Aichungs - Inspektor 
a. D. Hermann Schulz (Wolfsanger, 23. 
September). — Pfarrer Johannes Zimmer 
(Ungedanken, -1. Oktober). — Geheimer Staatsrath 
Dr. Georg Wilhelm von Wetzcll (Rostock, 
22. Oktober). — Oberst z. D. Ph. A. Matthias 
(Kassel, 29. Oktober). 
In der am 29. Januar abgehaltenen Monats- 
vcrsammlung des Vereins für hessische Ge 
schichte und Landeskunde theilte der Vorsitzende, 
Major a. D. C. von Stamford, mit, daß an 
Stelle des verstorbenen Museums-Direktors Dr. Pinder 
der Galerie-Direktor Dr. Eisenmann in den Vor 
stand eingetreten sei; ferner, daß der Kommunalland 
tag dem Vereine auch für die nächsten drei Jahre 
einen jährlichen Zuschuß von. 600 Mark bewilligt 
habe. Weiter erklärte der Vorsitzende, daß er in 
einer Eingabe an den Stadtrath Kassel's den Vor 
schlag gemacht habe, in Erinnerung an unsere alte 
Landgrafengeschichte der obersten Gaste, als der bc- 
j deutendstcn der Altstadt, die Bezeichnung »Laudgrafen- 
i Straße" zu verleihen; hierauf habe der Oberbürger 
meister geantwortet, daß cs nicht angänglich sei, die 
beantragte Namensänderung volznnehmen, wohl aber 
wolle man bei Anlage einer neuen Straße den in 
! Rede stehenden berechtigten Wunsch berücksichtigen. 
! Hiermit mußte sich der Vorstand zufrieden geben, 
obgleich es seiner Intention mehr entsprochen hätte, 
[ eine alte Straße im alten Stadttheile als ,Land 
grafen Straße" benannt zu sehen. Nach diesen Mit 
theilungen dcS Vorsitzenden hielt der Bibliothekar D r. 
H. Brunner den angekündigten Vortrag über die 
»Geschichte der Fuldaschifffahrt". Lebhafter 
Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft wurde dem 
Redner für seinen hochinteressanten Vortrag zu Theil. 
Wir werden darauf des Näheren zurückkommen. 
Wir eiitnchmcn dem in der vorigen Nummer 
unserer Zeitschrift erwähnten Artikel des »Teutschen 
Hausschatzcs" über die Ora to ri eit des Dechanten 
Heinrich Fidelis Müller folgende Angaben: 
Im Jahre 1879 wurde zum ersten Male das 
,W e i h n a ch ts - O r a t o r i u in" des Dechanten H. F. 
Müller in Kassel, welches er in Folge der Anregung 
durch die Oberammergauer Passionsspiele geschaffen 
halte, zur Aufführung gebracht, und diese erste 
Aufführung entschied über sein Schicksal. Es fand 
rasch und allenthalben die günstigste Aufnahme. 
Binnen vier Jahren wurde es in 150 Städten 
Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz dem 
Publikum vorgeführt, und jetzt, elf Jahre nach seinem 
ersten Erscheinen, hat es in bereits 900 Orte» die 
Zuschauer entzückt, die Zuhörer begeistert. Selbst 
»ach Rußland fand es seinen Weg. In Mailand 
erschien eine italienische Ausgabe, in Amerika wurde 
es in vielen Städten gegeben, in Natal, Südafrika, 
wurde cs mit Begeisterung aufgenommen, und in 
Batavia, Jerusalem u. s. w. werden Aufführungen 
vorbereitet. — Im Jahre 1886 ließ Müller ein 
zweites Oratorium: »Die heiligen Dreikönigc" 
folgen, welches, wie das erste, mit ungetheiltem 
Beifalle seitens des Publikums und großer Anerkennung 
seitens der Presse und der Sachkenner aufgenommen 
wurde. Die jüngste Schöpfung Müller's ist das 
Festspiel: »Die heilige Elisabeth", das sich 
den beiden genannten Werken würdig an die Seite 
stellt. — Die meiste Verbreitung und den größten 
Beifall hat indessen das Weinachts-Oratorium 
gefunden. Ueber dasselbe äußert sich in einer ein 
gehenden Beurtheilung ein Fachmann u. A. wie 
folgt: »Wenn wir uns die Frage stellen, welchen 
Werth uns die Musik des Müller'schcn Weihnachts- 
Oratoriums an und für sich betrachtet, bietet, so 
kann man nur ganz kurz sagen, daß es dem 
Komponisten vollständig gelungen ist, sein Ziel 
durch daö, was er in seine Musik hineingelegt hat.
	        

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