Full text: Hessenland (5.1891)

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Aas „Keflenland" beginnt mit dem 1. Januar 1892 seinen sechsten Jahrgang. In den 
fünf Jahren seines Bestehens hat cs Wurzel geschlagen im hessischen Volke, es ist ein gern ge 
sehener Gast in unserem engeren Vaterlande geworden; Dank der lebendigen Theilnahme und 
dem vollen Verständniß, die es allgemein gefunden, ist es ihm gelungen, seinem Zwecke möglichst 
gerecht zu werden, 
Die Aufgabe unseres Blattes ist die Pflege der hessischen Geschichte und Literatur in allen 
ihren Verzweigungen. Im deutschen Wesen liegt eben die Pflege stammlicher Eigenart tief be 
gründet, und die Mannigfaltigkeit unseres Geisteslebens ist nicht zuletzt unserm ausgesprochenen 
Stammesgefühl zu verdanken. Darum will das „Kessenkanb", ohne den Blick in weitere Gesichts 
felder sich trüben zu lassen, gerade den wissenschaftlichen, literarischen und künstlerischen Bestrebungen, 
insoweit sie unserm engeren Vaterland entspringen, zur Heimstätte dienen, und wohl kann unsere 
Zeitschrift heute schon als der Mittelpunkt des literarischen Schaffens auf hessischem Boden betrachtet 
werden. Die heimathlichen Dichter und Schriftsteller von Ruf sind fast ausnahmslos unsere Mit 
arbeiter, und junge Kräfte für uns zu gewinnen, ist unser stetes Bestreben. 
Auf dem Grund unseres bewährten Programms werden wir auch ferner stehen. Wir 
werden der Erforschung unserer heimathlichen Sondergeschichte nach wie vor einen bevorzugten Raum 
in unsern Spalten zuweisen; wir werden die mit ihr verwandten Gebiete der Literar-,^Kultur- 
und Kunstgeschichte in entsprechender Weise berücksichtigen. Aber auch das Schaffen zeitgenössischer 
hessischer Dichter und Schriftsteller soll stets von uns, — soweit in unsern Kräften steht —, gefördert 
werden. Wir werden wie in den bisherigen Jahrgängen Erzählungen und Gedichte in sorgfältiger 
Auswahl bringen, und unsere besondere Sorge wird der Volks- und Mundartdichtung gelten. 
Unsere Mitarbeiter und Leser bitten wir, uns auch in Zukunft zu unterstützen, und ins 
besondere auch für die Verbreitung des „Kesseukaudes" wirken zu wollen. Möge Jeder von 
ihnen in seinem Kreise, insbesondere bei den ihm nahestehenden Landsleuten im Auslande, dahin 
wirken, daß unser Blatt immer mehr Boden gewinne. Das „Kesseulaud" sollte in keiner hessischen 
Familie fehlen, die geistige Interessen besitzt; können wir doch ohne Ruhmredigkeit sagen, daß sein 
Inhalt nichts Anderes ist als die Wiederspiegelung vaterländischen Geisteslebens. 
Möge uns das konlmende Jahr die alten Freunde erhalten und viele neue zuführen. 
Die Redaktion. 
F. Zrvenger. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Z w e n g e r in Fulda, Druck und Verlag von F r i e d r. S ch e e l in Kassel.
	        

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