Full text: Hessenland (5.1891)

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folgender Punkte: Schaumburg bei Hof, Essigberg 
bei Ehlen (an beiden Punkten Limburgite); Helfen 
stein nördlich von« Dörnberg, Habichtstein, Quersbcrg, 
Hirzstein, Katzenstein, Baunsbcrg, Bühl bei Weimar, 
Baumgarten, großer und kleiner Steinberg, großer 
und kleiner Staufenberg und Deisselberg (hier sind 
es Plagioklasbasalte); Hunrodsberg, Hechtberg, Hohen 
stein und Hohenkirchen (Nephelinbasalte). 
Von den vorkommenden Einsprenglingen tritt be 
sonders der Olivin hervor, dann der Augit, welcher 
am Bühl fehlt, ferner Plagioklas. Weiter sind als 
Einschlüsse zu erwähnen Magnetit, Titanit, titan 
haltiges Magneteisen, Jlmenit, Eisenglanz, Biotit, 
Apatit, Glas. 
Der Arbeit sind vollständige chemische Analysen 
beigegeben, sowie spezielle Angaben für die einzelnen 
Fundorte. Z. 
H. Bücking, Das Grundgebirge des Spessarts. 
Jahrbuch der Königl. Preußischen geologischen 
Landesanstalt. Berlin 1890. 
Den Spessart bauen nach den neuesten Unter 
suchungen unseres Landsmanns H. Bücking, Pro 
fessors in Straßburg i. E., folgende Gcbirgsarten, 
und zwar von unten nach oben, auf: a. Granit 
gneis von Oberbcssenbach, b. Dioritgneis mit Augen 
gneis, c. körnig-slasriger Gneis. 
Diese drei Schichten bilde» die ,hercynische 
Gneisformation des Spessarts" mit einer 
Mächtigkeit von ca. 10 000 Meter. Das der dritten 
Gruppe zugehörige Kahlthal liefert in der Grube 
Wilhelmine (bei Sommcrkahl) wichtige Erze: Fahl- 
crz, Buntkupfererz, Kupferkies, ferner Lasur und 
Malachit, Leukochalcit, Kieselkupfer, Kupferglimmcr 
und Pharmakolith. 
Die zweite große Gruppe gehört der „Glimmer- 
schieferformation des Spessarts" an in einer Mächtig 
keit von ca. 6000 Meter. Sie setzt sich zusammen aus: 
a. glimmerreichem schiefrigen Gneis (2—3000 w), 
b. Quarzglimmerschiefer (2—3000 m), c. jüngerem 
Gneis (Syenit- und Granitgneis). K. 
Im Verlage von Ernst Hühn in Kassel ist soeben 
der in unserer Zeitschrift veröffentlichte Aufsatz 
„Hessische Kinderliedchen, in Kaffel im 
Verein mit Johann Lewalter gesammelt und 
erläutert von vr. Gustav Eskuche" in Buch 
form erschienen. Wir machen unsere Leser auf dies 
neue Buch aufmerksam, weil dasselbe Vielen eine 
willkommene Gabe für den Weihnachtstisch werden 
dürfte. 
Das in voriger Nummer des „Hessenland" ab 
gedruckte Gedicht „So reißt sich eines los vom andern" 
von unserem Landsmann Wilhelm Speck ist von 
Johann Lewalter in Musik gesetzt worden. Die 
Tondichtung ist vor einigen Wochen als opus 12 im 
Hof-Musikverlag von Ries und Erler in 
Berlin erschienen und durch alle Musikalienhand 
lungen zum Preise von 1 Mk. zu beziehen. 
Johann Lewalter, der Sammler der „Nieder 
hessischen Volkslieder" hat uns beauftragt, 
den Lesern des „Heffenland" mitzutheilen, daß sich der 
Druck der weiteren Hefte seiner Sammlung durch 
den Setzerstrike leider verzögert habe und vielleicht 
noch einige Zeit verzögern werde. Die Abonnenten 
der Volkslieder werden gewiß die unliebsame Verzögerung 
entschuldigen, zumal die Schuld nicht am Sammler 
liegt, derselbe vielmehr zwei weitere Hefte druckfertig 
hat und augenblicklich am fünften arbeitet. 
Brockhaus'Konversations-Lexikon hat 
die neue vierzehnte Auflage begonnen, die bei ihrer 
Vollendung sechzehn Bände von je 64 Bogen Text 
umfassen, also gegenüber der früheren Auflage um 
einen vollen Band vermehrt wird. Da von diesem 
ältesten aller Konversationslexika der erste Band im 
Jahre 1796 erschien, so erlebt dasselbe mit seiner 
14. Auflage das von einem so umfangreichen Werke 
noch unerreichte hundertjährige Jubiläum. Selbst 
verständlich hat der Verlag, F. A. Brockhaus in 
Leipzig, den gewaltigen Stoff auch diesmal nach 
sorgfältig erwogenen Plänen durcharbeiten lassen und 
hierfür die ersten Vertreter der Wissenschaft, über 
-350, gewonnen. Das Werk wird in seiner Vollen 
dung etwa 100 000 Artikel umfassen nnd ungefähr 
9000 Abbildungen enthalten, darunter viele in Farben 
druck. Auch sind 300 Karten und Pläne in Aus 
sicht gestellt, für das Konversationslexikon besonders 
entworfen. Die Ausstattung in Papier und Schrift 
ist von jener Gediegenheit, wie sie von einem Werk, 
das seinen bleibenden Platz in der Hausbibliothek 
erhält, nur verlangt werden kann. (B. Z.) 
Uom Unterhaltungstisch. *) 
„Universu m." Jllustrirte Familienzeitschrift. 
Heft 1—7. Dresden und Wien. Verlag von 
H a u s ch i l d. — Bei dem außerordentlich starken An 
gebot alter, gut fundirter Zeitschriften ist es für ein 
jüngeres Unternehmen sehr schwierig, festen Fuß im 
Publikum zu fassen. Wenn es dem „Universum" 
trotzdem gelungen ist, in dem kurzen Zeitraum von 
sieben Jahren in der Zeitschriftenliteratur einen ersten 
Platz sich zu sichern, so ist das ein Beweis für die 
Trefflichkeit der vom „Universum" gebotenen literari 
schen und künstlerischen Leistungen wie für die un- 
*) Unter dieser Rubrik werden wir in gewissen Zwischen 
räumen leine kurze Uebersicht über die Zeitschriftenliteratur 
bringen mit besonderer Berücksichtigung derjenigen, welche 
in Beziehung zu Hessen steht.
	        

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