Full text: Hessenland (5.1891)

Das „Hestenland", Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monatlich 
zu Anfang und in der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von V/2—2 Bogen Quartformat. Der Abonnementspreis 
beträgt vierteljährlich 1 Mark 50 Pfg. Einzelne Nummern kosten je 3 0 Pfg. Anzeigen werden mit 20 Psg. 
für die gespaltene Petitzeile berechnet. Auswärts kann unsere Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post, oder 
durch den Buch h andel, aus Wunsch auch unter Streifband bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei 
von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, Bestellungen, ebenso Anzeigen an. Zn der Post-Zeitungsliste für das Jahr 1891 
findet sich das „Hessenland" eingetragen unter Nr. 2847. 
Inhalt der Nummer 20 des „Hessenland": „Der Pfad in der Heimath", Gedicht von M. Herbert; „Martin 
Ernst von Schliessen, sein Leben und sein Verhältniß zur Sprachreinigung", Vortrag gehalten von Dr. Carl Scherer 
(Fortsetzung); „Kasseler Kinderliedchen", gesammelt und erläutert von Dr. Gustav Eskuche und Johann Lewalter 
(Fortsetzung); „Die alte Minne", Erzählung von Wilhelm Bennecke (Fortsetzung); „Ahnung", Gedicht von Ricardo 
Jordan; „Erinnerung an den Niedenstein", Gedicht von Ernst Wolsgang Heß v. Wichdorsf; Aus Heimath und Fremde; 
Hessische Bücherschau'; Briefkasten; Anzeige. 
er Maö in der Keimalh. 
s eine Bäume wachsen Weiler, 
Deine Kinder werden groß, 
' And die allen Leute bellen 
Sich in Deiner Erde Schoost. 
Deine Wälder hüten dunkles 
schweigen aus der Hügelwand, 
Deine blauen Wasser gleiten 
Stille durch das grüne land. 
Deine jungen Dirnen stehen, 
Wie ich einst gestanden hab', 
An dem Strom der Seilen träumend 
-Von der liebe und vom Grab. 
Führt zu zauberhafter Aussicht. 
Die sich öffnet weit in's Thal, 
f ȟbe ihn wie oft gewandelt 
n der Sonne Abenöslrahl. 
Silbern spann sich ein die Haide, 
Leichter goldner Mückentanz —, 
Schlanke, hohe Aehren nickten 
In des Mohnes Dlüthenkranz. 
Purpurn lag es auf den Stämmen, 
Nur die loden glühten roth. 
Denn das licht weckt alle Darben, 
Eh' es sinkt in Nacht und Tod. 
Alles geht die alten Wege, 
Die auch ich dereinst betrat. 
Aber tief im Waldesdickicht 
Weiß ich meinen eigenen Pfad. 
L, der Glanz in weiter Runde, 
D, du wundervolle Seit! 
Nur der Schrei des wilden Vogels 
Nerzschlag jener Einsamkeit. 
Harnkraut hat den Pfad verwachsen, 
Aeppig' Moos und nickend' Ried —, 
In den Ranken singt die Amsel 
Meiner todten Jugend lieö. 
M. KerSert.
	        

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