Full text: Hessenland (5.1891)

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Stullen,heim'schen Legion, die nach Beendigung des 
Krimkrieges in, Jahre 1855 im Kapland in Aktion 
stand. Nekrolog folgt. 
Hessische Dücherschau. 
D i e F rä n k isch e T h o rh a ll c u n d K l o st erkir ch e 
zu Lorsch an der Bergstraße. Im Auf 
träge des Historischen Vereins für das Großher 
zogthum Hessen untersucht und beschrieben von 
Prof. De. R. Adamy. Mit 1 Farbendruck, 
64 Abbildungen in, Text und 5 Tafeln nach 
Zeichnungen von C. Bronn er. Darmstadt 1891. 
(In Kommission der Hofbuchhandlung von A. 
Klingelhöfser.) 
Das vorstehende Werk behandelt in höchst lehrreicher 
und anziehender Darstellung eines der wertvollsten 
Baudenkmale der Vorzeit, die sog. Michaelskapelle 
zu Lorsch. In dieser Kapelle erblickte man lange die 
„varia ecclesia“, die „sehe Kapelle", in der Ludwig 
der Deutsche und sein Sohn Ludwig der 
Jüngere beigesetzt wurden.*) Auf Grund sorgfälti 
ger Nachgrabungen, sowie älterer Pläne weist nun 
der Verfasser mit scharfsinniger Kombination über 
zeugend nach, daß die ursprüngliche Bestimmung der 
heutigen Michaelskapelle nicht die eines Gotteshauses 
war, sondern daß dieselbe die Thorhalle der 
Basilika, der Haupteingang der Wallfahrtskirche 
des Klosters gewesen ist. In ihr hat sich ein Rest 
der merowingischen Bauweise erhalten, die in 
engerem Sinne hier als fränkisch zu bezeichnen ist. 
Insbesondere verwertete der Vers, hierbei auch seine 
bei der Erforschung der Basilika Einhard's zu 
Stein back) i. Odenwalde gemachten Studien.**) 
Hochinteressant ist die Rekonstruktion der fränkischen 
Kirchenanlage zu Lorsch (Fig. 13 u. 14). Die 
dortige Klosterkirche war, entsprechend dem altchrist- 
lichen Basilikentypus, eine dreischiffige flachdeckige Ba 
silika mit 2 Thürmen, einer Vorhalle (Paradies) und 
*) Mehrfach und ausführlich ist bereits die Geschichte 
des Klosters Lorsch behandelt worden. Vgl. Dahl, hist.- 
topogr.-stat. Beschreibung des Fürstenthums Lorsch , Darm 
stadt 1812; Falk, Gesch. d. ehemaligen Klosters Lorsch, 
Mainz 1866; Wagner, die vormaligen geistl. Stifte im 
Großh. Hessen, I Bd. Darmst, 1873, II Bd. unter Mit 
wirkung von Falk hggbn. v. F. Schneider Darmst. 
1878. — die Lage des ersten Klosters Altenmünster auf 
der Weschnitzinsel ist zuerst 1877 von Dr. G. Frhr. Sch en k 
zu Schweinsberg bestimmt worden (Nachtr. zu Wag 
ner. Hess. St. II, 507 ff.). Noch 1320 stiftet ein Wormser 
Ehepaar '/» Morgen Wingert „der Kapellen gnant Vehen- 
kirchen". Vgl. außerdem F. Ko fl er i. Arch. f. Hess. Gesch. 
Bd. XV, S. 723 ff. und Quartalbl. 1883, Nr. 1 u. 2. — 
**) Vgl. Adamy, die Einhard-Basilika zu Steinbach 
i. O. Darmstadt 1885. — 
einem Atrium, das sich mit einem dreiteiligen Pracht 
thore dem Volke öffnete. Vor den, Eintritt zum 
Paradies lag eine mehrstufige Terrasse. Alle diese 
gewaltigen Bauten sind vom Erdboden verschwunden, 
kaum noch angedeutet durch Ueberreste der Funda 
mente, bis auf die Thorhalle, die jetzige Michaels- 
kapelle. Nur dem thatkräftigen Einschreiten des Groß 
herzogs Ludwigs I. selbst, der den schon beschlossenen 
Abbruch verbot, verdankt dieses altehrwürdige Denkmal 
seine Rettung. 
Das Verständnis des trefflichen Werkes, das dem 
Fachmanne wie dem Laien reiche Belehrung und 
hohen Genuß bietet, wird aufs Beste unterstützt 
durch die vorzüglichen Abbildungen von der Hand 
Bronner's. — 
Laubach i. Aug. 1891. vr. August Noeschen. 
Soeben erschien in der Norddeutschen Verlags 
anstalt O. Goedel zu Hannover in dritter, wesentlich 
vermehrter und verbesserter Auflage die von unserem 
hessischen Landsmanne, dem Senator und Polizei 
dirigenten Dr. Otto Gerl and in Hildesheim ver 
faßte Schrift: „Die in der Provinz Hannover 
gültigen landespolizeilichen Bestimmungen." 
Daß in verhältnißmäßig kurzer Zeit bereits eine 
dritte Auflage dieses Buches erforderlich war, liefert 
wohl den besten Beweis dafür, daß es einem wirk 
lichen Bedürfnisse entspricht. Ganz besondere Vor 
züge sind die Übersichtlichkeit und die Gründlichkeit, 
mit welcher der Verfaffer zu Werke gegangen ist. 
Die Schrift ist dem Oberpräsidenten der Provinz 
Hannover, wirklichen Geheimrath Dr. R.von Bennigsen 
gewidmet. 
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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zwengerin Fulda. Druck und Verlag von Friedr. Scheel in Kassel.
	        

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