Full text: Hessenland (5.1891)

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S. 80 u. 93, Attala, Bodalo, Gantalo, Razala, 
Ruadalo, Saralo, b. Förstemann, Altd. Namen 
buch, Sigala, Act. Tyrol., Azzala, Bertallus, 
b. Pieper, Lib. Confr., Flanallus, ein chattischer 
Name, 6.1. Rh., Ztschr. f. deutsch. Alterth., Bd. 
35, H. 3. So gibt es auch Deminutivuamen 
mit dem Bindevokal u, wie Bertulus, Ratulus, 
Prandulus, Reinula, Sigula, und die longo- 
bardischen Namen 8icbiprandulus, leudifridulus 
u. a. 
Eine Verdoppelung des Konsonanten in dem 
Deminutivsuffix ist nicht selten. So finden sich 
außer dem schon genannten Flanallus die Namen 
Fludullus, Cunissa, b. Stark, a. a. £)., Adillus, 
Kastella, Maurellus, b. Pieper, Basilla, Bodillo, 
Hezilla, b. Förstemann, Bilezza, Cunizza, 
Richizza, i. Necrol. Bamberg. 
Es konnte also ganz gut aus dem Personen 
namen Kasso, b. Böhmer, Reg. Archiep. Mag., 
Kazo, Chazo, i. Cod. Laur., durch nochmalige 
Kürzung der Name Kassallo entstehen. Und 
wie die Bäche und Orte 0a8ella, Bach b. Sinzig, 
i. Beyer, Mittelrhein. Urkdb., Wissilla, Ober 
wesel , Erpelle, Cuntella, Hassela, Tussale, 
Dussel, Nitissa, Warinna u. a. nach den An 
siedlern benannt sind, so konnte man dem Ge 
höfte des Chassallo den Namen Chässalla geben. 
Wie Stark, a. a. O., S. 10 f., darthut, waren 
bei den Germanen einfach und mehrfach gekürzte 
Namen gleichzeitig mit dem Vollnamen derselben 
Person in Gebrauch. So hieß ein Cllonradus 
auch 6buono, Heirneradus Üeimo, Trasebertus 
Traso, ferner Godefridus Gozelo, Kunigunda 
Cunissa, Hiltipurch Hizzila. 
Wie nun Gozelo durch Kürzung entstanden 
ist aus Gozo, Godizo, Godo und Godefridus, 
so könnte man Gassallo zurückführen auf Casso, 
aus Catiso, Cato, und dieses auf Catumer. 
Catumerus war, wie Tacitus, Annal. lib. 
XI. c. 16 erzählt, ein princeps Cattorum und 
Großvater des Cheruskerfürsten Italiens, des 
Neffen Armin's. (Fortsetzung folgt.) 
Die alle Winne. 
Erzählung von Wilhelm Denn ecke. 
(Fortsetzung.) 
III. 
Wie die Hornissen zu Felde zogen und die 
Frankenberger ihren Sauhirten verloren. 
In der Frühe des andern Morgens herrschte 
auf der Burg ein reges kriegerisches Treiben. 
Die Knechte drängten sich gewappnet in den Hof, 
die Reisigen tummelten ihre Rosse und prüften 
ihre Speere, und hier und da nahmen etwelche 
der zum Abmarsch bereiten Krieger auch noch 
flüchtigen Abschied von den Mägden, die sich 
verstohlen blicken ließen, denn der alte Freiherr 
sowohl wie Frau Elsbeth führten in dieser 
Hinsicht ein gar strenges Regiment in ihrem 
Bezirk. Der Heerhaufen wartete, um zum Zug 
gegen Frankenberg aufzubrechen nur auf das Er 
scheinen des Herrn Friedrich, der aber dispntirte 
noch mit Dame Mathilde über die Menschenrechte 
und Keines wollte dem Andern nur das Geringste 
von der einmal gefaßten Ueberzengnng zum Opfer 
bringen. Als von unten die Hecrhörner aber 
ihre Rufe immer lauter ertönen ließen, mahnte 
Herr Boppo, der mit Frau Elsbeth hinzugetreten 
war, die pfäfsische Unterredung, wie er der Beiden 
Gespräch nannte, zu unterbrechen und sich zeit 
gemäßeren Dingen zuzuwenden, mit welchen er 
nichts Anderes als die Plünderung und Zer 
störung Frankenbergs meinte. „Trcfurt und 
Battenberg, sei das Feldgeschrei!" sagte der junge 
Ritter seinen Helm aufsetzend. „Gott wird es 
mir nicht zur Schuld anrechnen," erwiderte darauf 
Dame Mathilde, „daß mein Name dem Ver 
derben vorhergeht, ich habe nichts damit zu thun, 
Euch aber möge nicht der Zorn des Richters 
treffen, vor dem Ritter, Bürger und Knecht gleichen 
Spruch zu gewärtigen haben!" — Als der Ritter, 
von jubelnden Hörnern begrüßt, sich auf den 
schnaubenden Streithengst schwingen wollte, trat 
ihn ein fremder Kriegsmann an, der soeben in 
der Burg angelangt war. Das linke Auge des 
selben bedeckte eine schwarze Binde, die sein 
wildes, abschreckendes Gesicht noch häßlicher machte, 
und die rechte. Hand trug er in einer Schlinge. 
Es war Melchior Kamm, der Dienstmann des 
Freiherrn von Trefurt, den sein Gebieter aus 
dem Thüringerland mit Botschaft zu Dame 
Mathilde gesandt hatte. Melchior, der gehört, 
daß der im Aufbruch begriffene Battenbergische 
Zug Frankenberg gelte, bat den Ritter, ihn an 
demselben theilnehmen zu lassen. „Wenn ich auch 
ein Krüppel bin und nur noch zum Botenlaufen 
tauglich," setzte er mit einem tückischen Aufblitzen 
des einen Auges hinzu, „so kann ich Euch doch 
gegen die Frankenberger mit manchem Kniff und 
Pfiff beistehcn. Ich kenne die Schliche in der 
ganzen Gegend, die Thüren und Pforten, weiß 
ihre schwachen Seiten, und wenn ich erst einmal 
drinnen bin —", das Weitere war nur ein
	        

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