Full text: Hessenland (5.1891)

Nkoilnemeilis-Gintaituilg. 
Jfii seinen fünften Jahrgang tritt das „Kessenkand" mit seiner heutigen Nummer. 
Die vier Jahre seines Bestehens haben seine Daseinsberechtigung erwiesen. Es ist ein gern ge 
sehener Gast in unserm engern Vaterlande geworden; die lebendige Theilnahme und das volle 
Verständniß, die es allgemein gefunden,' haben es ihm ermöglicht, seinem Zweck einigermaßen 
gerecht zu werden. 
Die Aufgabe unseres Blattes ist die Pflege der hessischen Geschichte und Literatur in allen 
ihren Verzweigungen. Im deutschen Wesen liegt eben die Pflege stammlicher Eigenart tief be 
gründet und die Mannigfaltigkeit unseres Geisteslebens ist nicht zuletzt unserm ausgesprochenen 
Stammesgefühl zu verdanken. Darum will das „Heflenkand^, ohne den Blick in weitere Gesichts 
felder sich trüben zu lassen, gerade den wissenschaftlichen, literarischen und künstlerischen Bestrebungen, 
insoweit sie unserm engeren Vaterland entspringen, zur Heimstätte dienen. 
Auf dem Grund unseres bewährten Programms werden wir auch ferner stehen. Wir 
werden der Erforschung unserer heimatlichen Sondergeschichte nach wie vor einen bevorzugten Raum 
in unsern Spalten zuweisen; wir werden die mit ihr verwandten Gebiete der Literar-, Kultur- 
und Kunstgeschichte in entsprechender Weise berücksichtigen. Aber auch das Schaffen zeitgenössischer 
hessischer Dichter und Schriftsteller soll stets von uns — soweit in unsern Kräften steht — gefördert 
werden. Wir werden wie in den bisherigen Jahrgängen Erzählungen und Gedichte in sorgfältiger 
Auswahl bringen; unsere besondere Sorge aber wird in erhöhtem Maße der Volks- und Mundart- 
dichtung gelten. 
Unsere Mitarbeiter und Leser bitten wir, uns auch in Zukunft zu unterstützen, und ins 
besondere auch für die Verbreitung des „Hessenkandes" wirken zu wollen. Diese sollte und 
könnte weit größer sei». Denn daß das „Kefleukand" in keiner hessischen Familie, die geistige 
Interessen besitzt, fehlen sollte, dürfen wir ohne Ruhmredigkeit sagen; ist doch sein Inhalt nichts 
Anderes als die Wiederspiegelung vaterländischen Geisteslebens. 
In der Hoffnung, daß diese Worte auf fruchtbaren Boden fallen, treten wir mit frischem 
Muthe in's neue Jahr ein. 
Fulda, 3. Januar 1891. 
Die Redaktion des „Hessenland". 
F. Zwenger. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zwenger in Fulda, Druck und Verlag von Friedr. Scheel in Kassel.
	        

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