Full text: Hessenland (5.1891)

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ihm eine besondere Festschrift, zu der die Professoren > 
Dr. Ahlfeld, Dr. Külz und Dr. Rubner Beiträge 
geliefert hatten; auch ließen der Rektor und der 
Senat der Universität Marburg dem Jubilar eine 
Votivtafel überreichen. 
Die philosophische Fakultät der Universität ! 
M a r b u r g hat den Königl. Musik - Direktor ! 
Heinrich Henkel zu Frankfurt a. M., gebürtig > 
aus Fulda, zum „Doctor musices et artium 1 
liberalium inagister“ honoris causa promovirt. 
In dem Elogium heißt es u. a. 
Lcbolae musicae cui praeest conditori nobilissirao, 
Artis clavicymbalo canendi praeceptori per annos 
in ultos approbatissimo, 
Musico scriptori niodorumque iuventori optime 
merito, 
Musices sacrae colendae auctori gravissimo. 
Sind wir recht unterrichtet, \)o ist die akademische 
Würde eines „Doctor musices 1 * noch neueren Datums. 
Sie wurde bei Gelegenheit der dritten Säkularfeier 
der Universität Marburg geschaffen und am 29. Juli 
1827 zuerst unserem hessischen Altmeister der Ton 
kunst, dem berühmten Ludwig Spohr in Kassel, ver 
liehen. 
Der Pnvatdozent Dr. Benno Klein ist zum 
außerordentlichen Professor in der philosophischen 
Fakultät zu Marburg ernannt worden. 
Als stud. jur. et cam. ist in diesen! Winter 
semester der Erbgroßherz o g E r u st Ludwig! 
v o n H e s s e n und b e i R h e i n (geb. 25. November ! 
1868) an der Ludwigs-Universität Gießen imma 
trikuliert. Der hohe Herr hört auch geschichtliche 
Vorlesungen. Als Wohnung ist nicht, wie mau 
früher dachte, die (von H. v. Nitgen wieder herge- ! 
stellte) Burg Staufenberg gewühlt worden, sondern j 
das am Neuenweger Thor gelegene „Schüler'sche" 
Anwesen. — Einen sehr ehrenvollen Ruf als Direktor 
der Königlichen Museen zu Bangkok, Hauptstadt 
von Siam, erhielt Dr. Adalbert Seih, Privat 
dozent der Naturwissenschaft zu Gießen, ant 6. November 
d. I. Dieser junge Gelehrte hat auf vierjährigen 
Reisen in allen Welttheilen hervorragende zoologische 
Studien gemacht, besonders in der Entomologie (Jn- 
sektenlehre) Um seine Forschungsreisen nicht aufzu 
geben, hat Dr. Seitz abgelehnt. — Ein Ruf als 
Nachfolger Ebert's in Leipzig in der Professur für 
romanische Philologie ist an Professor Adolf Birch- 
Hirschfeld zu Gießen neuerdings ergangen und 
angenommen worden. Dieser Gelehrte hat sich auf 
dem Gebiete der französischen Literaturgeschichte einen 
bekannten Namen geinacht. 
Todesfälle. Am 14. Dezember v. I. starb 
zu Hamburg im Alter von 72 Jahren unser 
hessischer Landsmann Dr. iur. Alfred Klauhold, 
bekannt durch sein „Kurhessisches Rechtsbuch", das 
1855 in Kassel bei Oswald Bertram erschien und 
lange Jahre von dem rechtsuchenden Publikum in 
Hessen als Rathgeber und Nachschlagebuch benutzt 
wurde. Alfred Klauhold war 1818 in Hanau ge 
boren, nach absolvirtem Nechtsstudinm trat er in den 
knrhessischen Staatsdienst, den er in der Konfliktszeit 
von 1850 als Staatsanwalt (Fiskalanwalt) in Roten 
burg verließ, um in Bremen die Redaktion des 
„Bremer Handelsblattes" zu übernehmen. Dort war 
er auch Direktor einer Versicherungsgesellschaft, die später 
ihren Sitz nach Hamburg verlegte. Mit Professor Aegidi 
gab er von 1861 —1871 das »Staatsarchiv, Samm 
lung von Aktenstücken zur Geschichte der Gegenwart" 
heraus. Auch galt er für den Verfasser des Aufsatzes „Kur- 
j Hessen unter dem Vater, dem Sohne und dem Enkel", 
der 1860 zuerst in Ludwig Walesrode's „Demo 
kratischen Studien" veröffentlicht wurde und später 
als besondere Broschüre erschien, welche eine außer 
ordentlich große Verbreitung fand. Die letzten acht 
Jahre lebte Dr. Klauhold in Hamburg zurückgezogen 
von jeder publizistischen und politischen Thätigkeit. 
Verheirathet war er mit Karoline von der Embde, 
der ältesten Tochter des bekannten Kasseler Malers 
August von der Embde. 
Am 23. Dezeinber v. I. verschied zu Kassel im 
6 t. Lebensjahre der Gymnasial-Oberlehrer Professor 
Dr. Eduard Auth, Schulreferent bei der Königl. 
Regierung. Hervorragend durch seine geistige Be 
gabung, durch reiches Wissen, vortreffliches Lehrtalent, 
von ehrenwerthestem Charakter, zählte der Verblichene 
zu den angesehensten und beliebtesten Bürgern der 
Stadt Kassel, in welcher er seit Ostern 1853 un 
unterbrochen als Lehrer der Mathematik und der 
Naturwissenschaften, zuerst ant Lyceum Fridericianum, 
seit Ostern 1886 am Wilhelms - Gymnasium, mit 
außerordentlichem Erfolge thätig war. Sein Andenken 
wird bei allen, die ihn kannten, immerdar ein ge 
segnetes bleiben. — Einen eingehenderen Nekrolog 
dieses hochverdienten Mannes behalten wir uns für 
die nächste Nummer unserer Zeitschrift vor. 
Am 27. Dezember v. I. starb zu Marburg 
im Alter von 86 Jahren der Major a. D. Georg 
August Gissot, früher Kommandant der kur 
hessischen Bergfestung Spangenberg. 
Krieskasten. 
0. W. Kassel. Angenommen. 
F. AI. Marburg. Verbindlichsten Dank und freund 
lichsten Gruß. 
0. Th. D. Marburg. Wird in einer späteren Num 
mer, ähnlich wie das Gedicht in Nr. 23 zur Verwendung 
kommen. Näheres darüber brieflich. 
A. J. K. Fulda. Vollständig einverstanden. Die 
Ausnahme erfolgt in Nummer 2. 
M. 11. Potsdam. Erhalten und mit Dank angenommen. 
F. II. Straßburg. Je eher der in Aussicht gestellte 
Artikel eintrifft, desto lieber wird es uns sein. Im Vor 
aus besten Dank. 
R. L. Newyork. Soll uns freuen. 
K. S. Wiesbaden. Unmöglich.
	        

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