Full text: Hessenland (5.1891)

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wurden, sowie ein zahlreiches Publikum eingesunden. 
Militär-Oberpfarrer Osterroth trat an die Gräber 
heran und sprach, an die Ueberführung anknüpfend, 
ein längeres, ergreifendes Gebet, das mit dem 
„Vater unser- und dem Segen schloß und von den 
Anwesenden entblößten Hauptes angehört wurde. 
Der Herr Geistliche begab sich darauf zu den Gräbern, 
unl unter Segensspruch drei Hände voll Erde auf 
die Särge zu spenden, welchem Beispiele viele An 
wesenden folgten. Damit schloß die würdige Feier 
und wurden sodann die Gräber zugeschaufelt. — 
Unter den auf dem alten Todtenhofe ausgegrabenen 
Gebeinen befand sich auch die Leiche des Generals 
von Wackenitz, des Siegers von Zorndorf, die jedoch 
nicht auf dem Militärfriedhofe beigesetzt wurde, weil 
sie nebst dem Denkmale nach Potsdam übergeführt 
werden soll, um auf Befehl des Kaisers dort bei 
gesetzt zu werden. 
Die 18. Iahres -Versammlung d e s 
Hessischen Forstvereins hat am 15. und 16. 
Juni in Melsungen getagt und war von etwa 
100 Theilnehmern besucht. Die Versammlung wurde 
in dem schön geschmückten Heerdt'schen Saale durch 
den Vorsitzenden Oberforstmeister Schwarz-Kassel 
eröffnet und von Bürgermeister L o tz Namens der 
Stadt Melsungen begrüßt. Es wurde dann zunächst 
die Ergänzungswahl des Vorstandes vorgenommen. 
Es wurden gewählt: zum Vizepräsidenten Freiherr 
von Stein-Wehrda, zum Schatzmeister Forstmeister 
B o y-Kassel, zu Schriftführern die Oberförster v. H a r- 
ling-Nentershausen und Dr. Martin-Jesberg. 
Aus dem vom Schatzmeister Boy-Kassel erstatteten 
Jahres- und Kassenbericht geht hervor, daß der Ver 
ein jetzt 187 Mitglieder zählt. Bei den günstigen 
Kassenverhältnissen konnte der Jahresbeitrag der 
Mitglieder von 5 auf 3 Mark herabgesetzt werden. 
Oberforstmeister Hintz-Kassel wurde sodann in den 
Bezirkseisenbahnrath gewählt. Es folgten eine Reihe 
fachwissenschaftlicher Vorträge. Zuerst sprach Ober 
förster Martin-Großenlüder über: „Die Kiefer 
wirthschaft im hessischen Berg und Hügelland-; 
Oberförster Wolff-Wetter hatte das Korreferat 
dazu. Beide waren für Rückkehr zur natürlichen 
Verjüngung, wie sie in kurhessischer Zeit üblich war, 
und empfahlen einen Mischbestand von Kiefer, Fichte 
und Lärche. Die Oberförster Wickel-Flörsbach und 
Mohr-Frankenberg sprachen Uber die „Vollmast 
1888 der hessischen Buchenwaldungen." Der dritte 
Vortrag über das Thema: „Welchen wirthschaftlichen 
Werth haben die Wald- oder Windmäntel und 
sonstigen Bestands- Einbänderungen; wann, wie und 
mit welchen Holzarten sind solche anzulegen und wie 
sind dieselben zu behandeln?- wurde von Oberförster 
Krause-Altenlotheim als Referent und Aumann- 
Hersfeld als Korreferent gehalten. Als Ort der 
nächstjährigen Versammlung wurde Fulda gewählt. 
Nach dem Miltagsmahle folgte unter Vorantritt der 
Militärmusik ein Besuch des Festgartens und Abends 
ein Festkommers. Der zweite Tag war dem von der 
Station Guxhagen aus erfolgenden Begaug des 
Eiterhäger Reviers gewidmet. Leider war die Tagung 
vom Wetter nicht so begünstigt, wie es zu wünschen 
gewesen wäre. 
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falls unter Voraussetzung dsr Vollständigkeit; erforder 
lichen Falles wird der ganze Jahrgang abgenommen. 
' Nähere Auskunft ertheilt die Expedition der Zeitschrift 
„Hessenland". 
Inhalt der Nummer 13 des „Heffenland": „Mar' 
1 bürg", Gedicht von G. E.; „Faienee- und Porzellan' 
Fabriken in Alt-Kassel", von Professor Dr. A. von Drach, 
(Schluß); „Zur Geschichte von Burg und Stadt Felsberg", 
von Dr. W. Grotefend (Fortsetzung); „Karl Schomburg", 
! von F. Zwenger; „Die alte Minne" , Erzählung von 
Wilhelm Bennecke; „Marburg" (11), Gedicht von G. Th. 
Dithmar; „Die hessische Heimath", Gedicht von Ernst 
Wolfgang Heß von Wichdorff; Aus Heimath und Fremde; 
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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zwenger in Fulda, Druck und Verlag von Friedr. Scheel in Kaffel.
	        

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