Full text: Hessenland (5.1891)

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zum Herbste 1855 verblieb er in dieser Stellung. 
Sodann trat er in den Preußischen Justizdienst über 
und wurde, nachdem er die sogenannte große Staats 
prüfung bestanden hatte, im Frühjahr 1656 zum 
Kreisrichter in Höxter ernannt. 1662 wurde er 
nach Wernigerode am Harz als Dirigent der dortigen 
Kreisgcrichtsdeputation versetzt. Später ging er in 
den Verwaltungsdienst über und war zuletzt Land 
rath in Wernigerode. Ueber seine literarische Thätig 
keit berichtet die „Bossische Zeitung": Am bekann 
testen von I>. Rudolf Elvers' Schriften ist sein 
Lebensbild des vielgewanderten und vielseitigen Sozial 
politikers Viktor Aime Huber (von 1836 bis 1643 
Professor in Marburg und von da nach Berlin be 
rufen), der nach Niederlegunz seiner Berliner Pro 
fessur für neuere Literatur und Geschichte von 1852 
an bis zu seinem 1869 erfolgten Tode in Wernige 
rode lebte und hier mit Elvers in freundschaftlichem 
Verkehr stand. Ein Bindemittel für Beide gab das 
ihnen gemeinsame Interesse für soziale Fragen ab, 
das bei Elvers während seiner Wernigeroder Zeit 
alle seine anderen Bestrebungen (so mannigfach sie 
auch ursprünglich waren) in den Hintergrund drängte. 
Mit Fleiß und Verständniß hat Elvers Alles über 
Huber („Viktor Aime Huber, sein Werden und 
Wirken", Bremen 1872 und 1874) zusammen 
getragen, was er aus eigener Erinnerung, münd 
lichen Mittheilungen Anderer wußte und was in 
Huber's und Anderer Schriften sich über ihn auf 
gezeichnet fand. Da Elvers von Hause aus Jurist 
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aus früherer Zeit rechtswissenschaftlichen Inhaltes. 
Besonders zu nennen sind davon das Buch „die 
römische Servitutenlehre" (1854), das lediglich 
wissenschaftliches Interesse hat, und die Schrift 
„die Nothstände des preußischen Eidesrechtes" 
(Berlin 1858), welche zugleich in praktischer Hin 
sicht von Bedeutung ist. Elvers verficht darin 
die Anschauung, daß man bei notorisch Unpfändbaren 
von dem Manifestationseid abstehen solle; weiterhin 
verlangt er, daß im Zivilprozeß mit der Schiebung 
des Eides von einer der streitenden Parteien auf 
die andere vorsichtiger verfahren werden solle, als 
bisher. In späteren Jahren wandte Elvers unter 
dem Einflüsse von Huber sich immer mehr und mehr 
dem Studium der wirthschaftlichen Dinge zu. Von 
seinen Veröffentlichungen auf diesem Felde sind seine 
Untersuchungen zur Vagabundenfrage hervorzuheben. 
Briefkasten. 
Dr. 0. G. Hildesheim. Ist sehr erwünscht gekommen 
und wird in einer der nächsten Nummern veröffentlicht 
werden. Vesten Dank. 
K. W. H. v. W. Gotha. Empfangen Sie unseren 
verbindlichsten Dank für die Zusendung. Der Abdruck 
wird demnächst erfolqen. 
4. Li. Kassel. Bin mit Ihnen einverstanden. Alles 
Weitere brieflich. 
.1. 8. Frankfurt. Der Schlußartikel muhte für die 
nächste Nummer zurückgestellt werden. Freundlichsten Grus;. 
.1. L. F. Hanau. Sie erhalten in den nächsten Tagen 
Antwort. Daß dies nicht schon früher geschehen, bitten 
wir zu entschuldigen. 
Anzeigen. 
Unter der Bezeichnung „Touristensreund" wird von 
der Zeitschrift „Der Tourist" (Berlin W. 9), Organ 
der deutschen Touristen-Vereine, eine praktische Neuheit 
geboten. Es ist dies ein Träger, der sich in Folge sinn 
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wenn in der Hand getragen, aus Touren, Spaziergängen 
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Zum Abonnement auf das 3. Huartal c. unserer 
Zeitschrift „Kestenland" laden ergebenst ein 
Aastet, im Juni 1891. ttttfr 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zw eng er in Fulda, Druck und Verlag von Fried r. Scheel in Kastei.
	        

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