Full text: Hessenland (5.1891)

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Novchd kimmt d r H a s P i l, mächt egoul 
Zehe Gebeann zou ahner Zouhl. 
„Koathrinche, kouch dein Gouru met Äsche, 
„Drah's * 9 ) ohn die Bach imm's anszewäsche, 
„Eann mach merr joa näit mihn se langt! 
„Häi, Weawer, macht au 3 °) Scheffche blank 
„Zou flechse Duch, macht's joa aggroad"), 
„Toas Madche dour^) ernt Hoicroath!" 
— Dr SBcßein 53 ) horr e Steck gcinoacht, 
Geweawe drohn bei Dvah 5I ) eann Noacht, 
Doas hnn se osf die Blaich getrahn 33 ), 
Geleckt bei Svnneschein eann Rahn 3 °). 
Woas säi verr'm Jahr ennans geseebt 
Eaß hant zou Hemmer schnhnd verneebt 3 '); 
's sein rühre Hcrzerchcr eann Blomme 'Z 
's eaß aach dr Nvhme droff gckvnime, 
Etzt steit die Lchrche eann die Hih 
Eann singt: „Toas Duch eas; aus meim Sih. 
„Dr best Fesch eann dr Wearrcra, 
„Woar doach's Koathrinche. Hcirida!" 
Romane? 
Warum soll ich Romane schreiben 
Und dichten, was mir widerstrebt? 
Dies Handwerk mögen And're treiben, 
Die weniger als ich erlebt. 
Mir habe» sie sich wechselweise 
Bon selbst im Leben aufgedrängt, 
Und oft war ich in ihre Kreise 
Recht widerwillig eingezwängt. 
^ Dach Ed'le dann, das hin und wieder 
In's Herz mir fiel wie Sonnenschein, 
Das hab' ich gern in meine Lieder 
Gefaßt wie lichten Edelstein. 
Das Ek'le aber, das in Fülle 
Durch meines Daseins Bahnen floß, — 
Wird's schöner, in poet'scher Hülle? 
Wird uns ein Schreckbild je Genoß? 
Nein, nur das ewig Ed'le, Schöne, 
Was der Begeist'ruug Schwingen regt, 
Das findet wahlverwandte Töne, 
Wenn meine Hand die Harfe schlügt. 
') Das iiieb vom Flachse. draußen. ') Wellen. 
4 ) tiefe». ■') sieht er aus. '•) Lüftchen, 's Höhe. *) See. 
'ft Hemd. bort. ") Ärndte. ", Wurzel. Arbeit. 
'*) nachher 'ft wird. Kirchweih«,anlag. selber, 
"i Ausdruck des Wohlbehagens bei», Essen, 'ft Scheuer- 
tenne.^ ^'ft hinein, "'s wohin. ", denen. ", heraus. 
", erst. ", Wagen. ", Weide. ", gebreitet. ", heute, 
"ft binden. heim ", gestellt. ", Dreschslegcl». 
", schadet. ", haut, "ft entzwei. ", nicht. ") sachte. 
", geröstet, ft Schale». '°, fahrt. 4 ', Abfall des Flachses. 
4 ft Körbe. 4 's— Oberlaube — Boden des Hauses. 44 )gelb. 
4 ft gitbt's. 44 , ihr. 4 ft treten. ", binden. 4 'ft Irag's. 
"ft euer. ") akkurat. ", thut. ", Wilhelm. ", ?ag. 
"ft getragen. Regen. ", vernäht. ", Blumen. 
D'rum laßt mich nicht Romane schreiben, 
Nicht dichten, was mir widerstrebt; 
Dies Handwerk mögen And're treiben, 
Die wenig selbst davon erlebt. 
tzarl Areser. 
Aus alter und neuer Zeit, 
j Skizzen aus der Hessischen Kriegsgeschichte. 
Bon Freiherrn Maximilian von Dltsurth, 
weiland kurfürstlich hessischem Hauptmann. 
XIX. 
; Vorhutgefecht bei Charlestown 1780 
l Beim Vorrücken des Korps des englischen General 
! Clinton auf Charlestown traf die aus 230 Mann 
j hessischer und ansbachischer Fuß- und reitender 
Jäger gebildete Vorhut, den 30. März 1780, 
! beim sog. Viermeilenhaus, auf ein ziemlich 
! starkes feindliches Detachement, welches zwar alsbald 
ein lebhaftes Gefecht mit derselben anzuspinnen be- 
> gann, jedoch trotz seiner sichtbaren Ueberlegenheit an 
! Zahl, doch sehr bald auf eine sehr ausfällige Weise 
; zu weichen anfing. General Clinton schöpfte hieraus 
i Verdacht, daß hierunter eine Kriegslist verborgen sein 
j möchte, und ertheilte daher dem Führer jener Vorhut 
Befehl, den Feind zwar nachdrücklich, aber in keinem 
i Falle weiter als bis zu einem bestimmt bezeichneten 
! Punkt — dem sog. Thorwege — zu verfolgen, hier 
Position zu nehmen und weitere Befehle abzuwarten. 
Als sonach an diesem Punkte angelangt die Vorhut 
eine feste Stellung einnahm und trotz wiederholt ver 
suchter Anreizungen des Feindes sich nicht bewegen 
j ließ weiter vorzugehen, zog sich endlich auch jenes 
amerikanische Detachement von selber wieder in die 
> Außenwerke von Charlestown zurück. Bei dieser 
! Gelegenheit hatte es über 80 Mann an Getödteten 
. und Verwundeten verloren, unter denen sich sechs 
j Offiziere sowie ihr Anführer, Oberst O-Neen, befand. 
Wie man später erfuhr, war das amerikanische 
: Detachement achthundert Mann stark gewesen und 
l von dem Kommandanten von Charlestown, dem 
amerikanischen General Lincoln, mit dem Aufträge 
entsendet worden, mit der Vorhut des Korps des 
; Generals Clinton ein Gefecht anzuspinnen, dieselbe 
I zu immer lebhafterer Verfolgung anzureizen und 
! endlich durch eine verstellte regellose Flucht nach einer 
' noch außerhalb der Festungswerke belogenen Stelle 
hinzulocken, wo hinter einem, das Feld durchschneidenden 
! Graben, an 1000 Mann mit mehreren Geschützen 
sich in einer verdeckten Stellung befanden, um die 
j Verfolger mit einem mörderischen Feuer zu über- 
j schütten, in die Flanke zu fassen, nach dem Meeres 
ufer hinzutreibcn und daselbst sodann völlig zu ver 
nichten. Da jedoch dessen Führer, der Oberst O-Neen, 
seinen Rückzug zu früh und in zu auffälliger Weise 
antrat, so erregte er hierdurch, wie schon erwähnt, 
! Argwohn und verfehlte seinen Zweck.
	        

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