Full text: Hessenland (5.1891)

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Schlammasstl.') 
(Gedicht in Wetterauer Mundart.) 
Wär Schuttestruh *) dvuim woar c, 
Die Fra e dreckig Soare'). 
Kahn grisserer Schlamniassil 
Bo Frainmfert') beaß ^) nvoch Cassil. 
Säi dreackig, wirrerwärtig, 
Schluus, faul eaml doach hassürtig; 
Hen") schafft narrt ohn, dieweahn e') 
Berrahnert 8 ) sich, kahn Speahne"). 
Wann annerir Leu bahl ineebte'"), 
Do kohine säi cann sebtc.'') 
Die Noiwe '^) bleawwe ,3 ) stecke, 
Säi harre's ") goar eainnr Necke "). 
Ihr Kaffi schmoacht' 8 ) nooch Äsche, 
Gestoppt naut, narrt gewäsche. 
Eamm Haus kahn gahnzer Deller, 
Kahn Schloaß ruihu cann kahn Scheller '■). 
Lihrrt ,8 ) joa sich Noochberrsch Jule 
De Merschil*“) oawwer die Mule, 
Berrgeng err gleich dr Loste 
Svagk säi vo Dreack die Kroste. 
Wann säi Sonnoweds buche'") 
Schwoarz Bruud eanu recke Küche"), 
Do hatt meer deck ") die Prowe 
Meattwoche kohrn's eanu Owe. 
No korz eann gout, ewäcker^ 3 ) 
Worrn'") bahl die schinnstc Äcker; 
Wisse, die allerbeste, 
Däi genge droff ohn Käste'"). 
Kahn Kaffimelch eamm Deppe'") 
Kahn Kouh inihn ohn dr Kreppe. 
Dr Stoargk vom Dach — 's eaß richtig — 
Giht merrem'") Hausgleck flichtig. 
Eamm Weanter, woas e Jommer! 
Bäil besser näit eamm Somrner. 
Etzt hun se e Harmonika, 
Do späinn") sc eann dr Wenrrera. 
Friedrich von Drais. 
l) Unglück. 2) Schotenstroh. S) Sara. 4 ) Frankfurt. 
5 ) bis. 6 ) er. 7 ) während er. 8) verheirathet. 9 ) Speer - 
nadel (Stecknadel). mähten, U) säte», ' 2 ) Rüben. 
'S) blieben. "> hatten's. ">) Rücke». ''") schmeckte. 
> 7 ) Riegel, i«) lieh. 19 ) Mörser. 2°) backten. 2 *) Roggen- 
suchen. 221 oft. 23) hinweg. t4 ) waren. 2i ) Kosten. 
2«) Topfe. 27 ) mit dem. 2») spielen. 
Upp de Paskenborg.'). 
(Schaumburger Mundart.) 
Wat ist et hier sau glatt uu wvren 
Sünt Föster Kaiser's Tid 3 ), 
Et iß, as wvr man nü 3 ) gebore», 
Wenn man dit hier besüht. 
Süß was hier nicks als Busch un Bracken ') 
Uu lütte Wüstenic», 
Nu kaun man sek hier lustig maken 
Bie Bier uu Brannewicn. 
Süß ist hier nicks tau leben wesen, 
i Nu krigt man wat in't Mett'), 
Nu gift et wat för'n Niund uu Näsen, 
Un Öhr nn Ogen kregen wat. 
Süß leisen hier de willen Deiren 8 ) 
De Paskenborg hinan, 
Nu seiht man Fürsten hier lusteiren, 
^ Bur, Stadt un Eddelmann. 
Süß schrieen hier die schnell Uhlen') 
Dat Likhauhn rcpt „kumm mit" 8 ), 
Nu hört man Fürsteukntschen ruleu 
Un herrliche Mnusik. 
S. S. 
Paschenburg. 2 ) Der Reviersörster Kaiser hatte aus 
einem ungepflegten Walde die gangbaren Wege und herr 
lichen Anlagen auf der Paschenburg in harter Arbeit 
geschaffen und wünschte dort dereinst begraben zu werden. 
Doch wurde sein Gesuch vom damaligen Kurfürsten ab 
geschlagen. neu. 4 ) Reiser. 5 ) Becher. s> ) Thiere. 
') scheuen Eulen. s ) Das Leichhuhn rief „komm' mit". 
Aus alter und neuer Zeit. 
Skizzen aus der hessischen Kriegsgeschichte. 
Bon Freiherrn Maximilian von Ditsurth, 
weiland kurfürstlich hessischenr Hauptmann. 
XXI. 
Auf V o r p o st e n b e i P o r t s nr o u t h i n B^r- 
g i n i e n, 1 7 8 1. Als Hauptmann Ewald einst im 
Feldzuge von 1781 in Virginien am Elisabethflusse 
eine besonders wichtige Feldwache aufzustellen hatte 
und zu diesem Ende durch einen seiner tüchtigsten 
Unteroffiziere u. a. auch einen sehr gangbaren Fuß 
pfad' näher auskundschaften ließ, welcher nach einer 
am Skottsbache gelegenen Plantage durch ein 
sumpfiges Dickicht hindurchführte, war er nicht wenig 
erstaunt, die Meldung zu erhalten, daß dieser Fuß 
pfad mitten in einem undurchdringlich erscheinenden 
Dickicht plötzlich völlig aufhöre. 
Da cs der Sachlage nach von besonderer Wichtig 
keit war, hierüber volle Gewißheit zu erhallen, 
begab sich Ewald alsbald persönlich dahin und über-
	        

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