Full text: Hessenland (5.1891)

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das demselben von ehemaligen Schülern, die nachmals 
selbst als Lehrer wirkten, bei seinem Scheiden aus 
dem Gymnasialdienst im Herbst 1882 gewidmete 
Album, außer den 22 genannten, noch die Namen 
folgender drei Herren trägt, die sich später noch unter 
zeichnet hatten: Dr. Karl Braun S. I., Direktor 
der Sternwarte zu Kalocsa, Dr. Adolf Dronke, 
Direktor des Realgymnasiums zu Trier, und Dr. Karl 
Kuhn. — 
In der vorigen Woche wurde zu F u l d a in Folge der 
neuen baupolizeilichen Bestimmungen der Pult'sche 
Theatersaal geschlossen, um von der Besitzerin 
durch Umbau anderen Zwecken als den bisherigen, 
den Musen gewidmeten, zugeführt zu werden. Wir 
erwähnen dieses Vorkommnisses, weil der Pult'sche 
Saal, wenn auch erst in den zwanziger Jahren dieses 
Jahrhunderts erbaut, doch eine reiche Geschichte auf 
weisen kann, die des kulturhistorischen Interesses nicht 
entbehrt. Hier fanden s. Z. die Vorstellungen des 
trefflichen Fuldaer Liebhabertheaters statt, dessen selbst 
Goethe rühmend gedenkt, hier wurden die ausgezeich 
neten Konzerte unter Leitung eines Michael Henkel 
aufgeführt, hier wurden wissenschaftliche Vorträge ge 
halten , hier auch hatte die Muse Terpsichore eine 
Heimstätte. Wir werden bei anderer Gelegenheit auf 
die Geschichte dieses Saales zurückkommen. 
Universitätsnachrichten. Der Großherzog 
von Hessen hat sich auf Bitten des Rektors und 
des Senates der Universität Gießen die Würde 
eines „Rector Magnificentissimus“ der alma 
Ludoviciaoa beigelegt. — Professor Dr. Göbel, 
Direktor des botanischen Universitäts-Instituts zu 
Marburg, welcher Ende Juli v. I. zu wissenschaft 
lichen Zwecken eine Reise nach Südamerika unter 
nommen hatte, ist am 22. März wieder nach Mar 
burg zurückgekehrt. — Die fürstlich Jablonowski'sche 
Gesellschaft der Wissenschaften in Leipzig hat den 
Preis ihrer mathematisch-naturwissenschaftlichen Sektion 
(für eine Arbeit über die optischen Anomalien der 
Krystalle) dem Privatdozenten der Mineralogie 
Dr. Reinhard Brauns in Marburg zu 
erkannt. — Privatdozent Dr. Walther Lotz in 
Leipzig, geborener Kurhesse, ist als Honorar- 
profesior an die staatswissenschaftliche Fakultät der 
Universität München berufen worden und wird 
diesem Rufe am 1. Oktober d. I. Folge leisten. 
Dr. Walther Lotz, geb. 1865 zu Kassel, hat sich erst 
im Februar v. I. als Privatdozent in Leipzig habilitirt, 
seine akademische Laufbahn ist sonach eine glänzende. 
Er beschäftigt sich vorzugsweise mit dem Studium 
des Bankwesens. Eingeführt hat er sich mit einer 
„Geschichte der deutschen Notenbanken bis zum Jahre 
1857", mit welcher er 1888 in Siraßburg bei der 
! rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät den Doktor- 
! titel erwarb. Noch im nämlichen Jahre erschien von 
, ihm zu demselben Gegenstände ein zweites größeres 
| Werk unter dem Titel „Geschichte und Kritik des 
! deutschen Bankgesetzes vom 14. März 1875", dem 
dann später eine dritte Schrift „Die Technik des 
deutschen Emissionswesens" folgte. — Der Privat 
dozent der neueren Sprachen Dr. Schwan, geborener 
! Gießener, seither in Berlin und während des letzten 
I Winters aushilfsweise in Greifswald, hat einen 
Ruf als außerordentlicher Profesior nach Jena er 
halten und angenommen. —. Der Professor der 
Anatomie Dr. Stoehr in Bern hat einen Ruf an 
die Universität Gießen erhalten. 
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schwarze Mehwilb. 
Von Wart Mrandl. 
Nit einer Abbildung. 
(1889.) 
Ein alleinstehender, noch rüstiger alter Hesse, welcher 
langjährig im Schreibfache, (in hessischen Advokaturen und 
bei Gerichten), beschäftigt war und mit guten Führungs 
und Zuverlässigkeits-Attesten versehen ist, wünscht sich bei 
einem älteren oder einem leidenden Herrn durch Vorlesen, 
Schreiben rc., eventuell auch durch andere leichte Ver 
richtungen nützlich zu machen, um nicht länger vereinsamt 
dazustehen. 
Gest. Offerten unter G. D. 6375 beliebe man an die 
Redaktion oder Expedition d. Bl. frankirt einzusenden. 
Hierbei eine Beilage: „Hessische Offiziere in 
Preußischen Diensten" von einem früheren Kur 
hessischen Offizier. (Fortsetzung.) 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zwengerin Fulda, Druck und Verlag von Friede. Scheel in Kassel
	        

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