Full text: Hessenland (5.1891)

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der Preis zuerkannt worden war, wurden am 
12. Januar 1791 die Prikten verabredetermaßen 
abgeliefert und auf des Siegers Zimmer Abends 
in einer ausgesuchten Gesellschaft unter frohen 
Scherzen zu allgemeinem Wohlbehagen verzehrt. 
Nach errungenem Sieg stimmte Busch einen 
Jubelgesang an, welchem die gleichen Reime 
untergelegt waren: 
Mein sind die Prikten — mein! Du mit dem grünenBüffel, 
Den übern Nacken hin ein kahler Fuchsschwanz küßt, 
Hohly! Bestelle mir ein Frikassee mit Trüffel 
Und einen welschen Hahn rc. 
Busch triumphirt mit diesen Worten u. s. w., 
welche den Hauptinhalt angeben, über den Forst 
mann v. Wildungen. Doch es war zu früh 
triumphirt, denn das Blatt sollte sich bald wenden. 
Bon Wildungen nahm nun scheinbar „nach 
der verlorenen Schlacht" Abschied von der Poesie, 
und dieses Gedicht verdient es wohl, daß wir 
es vollständig wiedergeben. Wie vorher der 
Busch'sche Triumphgesang, sind auch hier kunst 
voll die anfänglich vorgeschriebenen Reime bei 
behalten worden. 
Wenn König Lowe brüllt, verstummt der kühnste Büffel, 
Ich seh's, nicht jeder wird von Grazien geküßt. 
Mcht jeder Hund entdeckt die tiesverborg'ne Trüffel — 
Wohlan! So schleich' auch ich beschämt vom Kampfgerüst. 
O Muse! Mußte so Dein stolzer Liebling scheitern? 
Verschmähst Du so sein Fleh'n, so seines Opfers Qualm? 
Verräth'risch brechen sie, die morschen Himmelsleitern, 
Nun wälzt er sich tm Sand, wie ein gefang'ner Salm. 
Mein sonst geliebtes Lied verbrenn' ich nun zu Asche. 
Schön sang ich wie ein Staar. nun brumm' ich wie ein Bär, 
Verwünschtes Mißgeschick! Mit immer leerer Tasche! 
Ha! Deinen Launen ist aus Erden nichts zu hehr! 
Ihr Freunde! rathet mir. sagt, welches Fisches Leber 
Den Dichtergeist verscheucht? — Bei dürrem Lorbeer-Reis 
Briet ich sie gerne, tränk durch Deutschlands größten Heber 
Den ganzen Leihe aus und wälzte mich in Eis. 
Umsonst! Den Sieger stört des Ueberwund'nen Fluchen 
Im Prikkelschmause nicht! So schmaußt beim Donnerknall 
Der Löwe ruhig fort. — Der Blitz trifft hohle Buchen, 
Beim Hafer stört er nicht das stolze Roß im Stall. 
Fahr hin ! vu schwere Kunst, ein Lied voll Geist zu schnizzeln 
Aus Reimen ohne Geist ! Des Schmeichlers Weihrauch-Dust 
Soll künftig mir umsonst die fein're Nase kizzeln — 
3ch seh's, vom Helikon trennt mich noch manche Kluft! 
Der so klagende, den Sieger auf feine Weise 
geiselnde Dichter sollte jedoch bald getröstet und 
in die ihm gebührende Ehre eingesetzt werden 
und zwar durch keinen Geringeren als den da 
mals in Göttingen lebenden Professor Bürger, 
der von Erxleben selbst als Oberappellations 
instanz um eine endgültige Entscheidung in diesem 
poetischen Wettstreit angegangen wurde. 
(Schluß folgt.) 
Die Schmede« jAule. 
Zu Merfeld an dem Rheine 
Ragt eine Säule weit, 
Erbaut aus Quadersteine 
Einst in der Schwedenzeit. 
Als ein Erinn'rungszeichen 
Hat sie dahin gestellt 
Herr Gustav ohne Gleichen, 
Der königliche Held. 
Ein Leu, hochaufgerichtet, 
Steht auf dem Säulenknauf, 
Das Haupt, vom Helm umdichtet, 
Schaut nach des Rheines Lauf, 
Den einst in kleinem Nachen 
Der Held im Sturm bezwang, 
Es sollt' der Löwe wachen 
Hier wohl Jahrhundert' lang. 
Das Schwert in seinen Klauen 
Glänzt hell im Sonnenschein, 
War rings im Land zu schauen, 
Thalauf, thalab am Rhein. 
Doch bald mußt' er es missen, 
Das stolze Zeichen schwand, 
Es ward ihm schnöd entrissen 
Bon eines Buben Hand. 
Nach Wien ward es gesendet 
Zum Kaiser Ferdinand, 
Doch der das Schwert entwendet, 
Gar Übeln Lohn er fand. 
Nicht güldne Kett', noch Ringe, 
Sie wurden ihm zu Theil, 
Nur eine hänfne Schlinge 
War billig für ihn feil. 
In seiner Ritterhalle 
Der deutsche Kaiser saß, 
Um ihn die Schranzen alle, 
Die strengen Blicks er maß. 
Der Frevler in der Mitten 
Noch trotzig schaut' er drein, 
Er wußt', der Freunde Bitten 
Würd' nicht vergebens sein. 
Da rief mit finstern Mienen 
Der Kaiser Ferdinand: 
„Der s o mir wollte dienen, 
Auf immer sei verbannt! 
Daß er mit frevlen Händen 
Des Helden Ehrenmal 
Entweihen konnt' und schänden, 
Rächt meines Zornes Strahl!
	        

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