Full text: Hessenland (4.1890)

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Armee, in der Macdonald den rechten Flügel 
mit seinem eigenen Korps und der westphälischen 
Brigade führte, suchte er am 9. Oktober bei 
Düben an der Mulde die Schlacht gegen das 
schlesische Heer. Blücher war aber mit diesem 
über die Mulde ausgewichen und wollte an 
jenem Tage bereits auf Leipzig marschiren. 
Das große Heer der Verbündeten näherte sich 
über Dresden, • selbst der von Blücher an den 
Haaren gezogene Kronprinz von Schweden folgte 
jenem nach; der Imperator, welcher einen Augen- 
Dann entfernte sich der Kaiser und ging schweigend am 
nächsten Bataillon vorüber. Schleenstein blieb bei Leipzig. 
(Aufzeichnung v. Bardelebens.) 
blnL den Plan hegte, nach Magdeburg zu ziehen 
um dem Kriege eine neue Wendung zu geben, 
führte sein Hauptheer gegen Leipzig, wo es am 
14. Oktober anlangte, als schon südlich der Stadt 
bei Liebertwolkwitz der furchtbare Tanz um die 
Herrschaft über den Welttheil begonnen hatte. 
Der 15. verging unter den Vorbereitungen, 
Napoleon ließ seine Armee eine Stellung im 
Süden und Südosten von Leipzig nehmen und 
nördlich der Stadt seinen Rücken durch eine 
Heeresabtheilung gegen den noch ziemlich ent 
fernt vermutheten Blücher sichern. 
(Fortsetzung folgt.) 
*-*R)H—* 
Hpisoöen aus der Geschichte öes Kauernkrieges in den 
Atifislanöen von Uulöa unö Kersfelö. 
Mitgetheilt von 3f- Iw eng er. 
(Fortsetzung.) 
Die Chronik des Apollo von Vilbel, 
auf die wir uns in unserem ersten Artikel 
wiederholt berufen haben, ist für die Fuldaische 
Geschichte von wesentlicher Bedeutung. Der 
Fuldaer Historiker Brower benutzte dieselbe und 
auch Schannat that ihrer Erwähnung. In 
neuerer Zeit sind es Dronke, Gegenbaur und 
Freys, welche sich wieder mit dieser Chronik be 
schäftigten. Gegenbaur hielt zu Anfang der 
60er Jahre in dem Fuldaer Zweigverein für 
hessische Geschichte und Landeskunde einen Vor 
trag über die ,DraKinentaUanu8erixti^.x»ollini8 
de Vilbel“, dessen Manuskript uns vorliegt. 
Unser gelehrter hessischer Landsmann, der 
Archivar Dr. Joseph Rübsam in Regens 
burg, hat nun in oer Zeitschrift des Vereins 
für hessische Geschichte und Landeskunde, Neue 
Folge, XIV. Band, 1889, den Text der „Chronik 
des Apollo von Vilbel" mit einer Einleitung in 
vier Abtheilungen veröffentlicht*), in welcher 
der Verfasser über Apollo von Vilbel und sein 
Geschlecht; über das Manuskript, das ein 
Fragment ist, die Zeit und den Ort der Ab 
fassung, die Eintheilung und den Inhalt der 
Chronik; über die Sprache des Chronisten, die 
Ueberarbeitungen des Textes und die Quellen 
der Chronik ausführlicher berichtet; in der 
*) Ein Sonderabdruck erschien in dem Verlage von 
A. Maier zu Fulda. Dadurch ist auch Nichtmitgliedern 
des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde Ge 
legenheit gegeben, sich auf dem Buchhändlerwege die vor 
treffliche Abhandlung als „Einzelschrift" anschaffen zu 
sönnen, 
vierten Abtheilung der Einleitung liefert der 
Verfasser literarische Nachweise über die Be 
nutzung des Manuskripts. Das Manuskript, 
welches Dr. Rübsanl zur Verfügung stand, ist 
Original und gehört zu den Papierhandschriften 
der Bibliothek des bischöflichen Seminars zu 
Fulda, während Gegenbaur nur einen aus dem 
literarischen Nachlasse des zu Anfang der 30er 
Jahre in Fulda verstorbenen Oberförsters Hauck 
stammenden Auszug benutzen konnte, der sich 
gegenwärtig in der Bibliothek des Vereins für 
hessische Geschichte und Landeskunde zu Kassel 
befindet. 
Durch die Veröffentlichung der Chronik des 
Apollo von Vilbel hat sich Dr. Rübsam ein 
wirkliches Verdienst um die Geschichte Fuldas 
erworben. Wie die früheren historischen Arbeiten 
Rübsam's, so zeichnet sich auch die vorliegende 
durch die sorgfältigsten und gründlichsten Studien 
über den Gegenstand selbst aus, deren Ergebnisse 
der Verfasser in der Einleitung niedergelegt hat. 
Wir entnehmen der letzteren folgende Angaben 
über die Persönlichkeit Apollo's von Vilbel. 
Apollo von Vilbel war der Sprosse 
eines alten, wie es scheint, längst erloschenen 
hessischen Adelsgeschlechtes, als dessen Stammsitz 
der nördlich von Frankfurt an der Nidda ge 
legene jetzige Marktflecken Vilbel gilt. Der Tag 
seiner Geburt ist nicht bekannt, ebenso wenig 
läßt sich bestimmen, seit wann er dem Kloster 
Fulda angehörte. Da er jedoch nachweisbar 
im Jahre 1508 das Amt eines cellerarius der 
ecclesia maior bekleidete, so ist es wohl nicht
	        

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