Full text: Hessenland (4.1890)

Das ,-Hejistrrlarrd", Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monatlich, 
zu Ansang und in der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von ll/2—2 Bogen Quartformat. Der Abonnementspreis 
beträgt vierteljährlich 1 Mark 50 Psg. Einzelne Nummern kosten je 3 0 Pfg. Anzeigen werden mit 20 Pfg. 
für die gespaltene Petitzeile berechnet. Auswärts kann unsere Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post, oder 
durch den B u ch h a n d e l, auf Wunsch auch unter Streifband bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei 
von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, Bestellungen, ebenso Anzeigen an. In der Post-Zeitungsliste für das Jahr 1890 
, findet sich das „Hessenland" eingetragen unter Nr. 2772. 
Inhalt der Nummer 6 des „Hessenland": „Rosenoder Dornen", Gedicht von V. Traudt; „Albrecht Christian Ludwig 
von Bardeleben, Kurfürstlich Hessischer Generallieutenant, 1777—1856", ein Erinnerungsblatt von Carl von Stam- 
ford, IV. Rußland 1812. Von Wilna bis Thorn. (Forts.); „Episoden aus der Geschichte des Bauernkrieges in den 
Stiftslanden von Fulda und Hersfeld", mitgetheilt von F. Zwenger; „Die Kaution", eine Novelle aus kurhessischer 
Vergangenheit von Hugo Frederking; „Wilhelmshöhe", Gedicht von Clara Luthmer; „Fahrender Studio", Gedicht von 
D. Saul. Aus Heimath und Fremde; Todesfälle; Brieflasten. 
Kosen oder Dornen. gf«~ 
0 lang’ öer Mensch auf Erden lebt. 
Gräbt er an seinem Grabe- 
Vas er besitzt, was er erstrebt, 
Ist eitlen Glückes Gabe. 
Es sinö nur Schollen, Sie er gräbt 
Empor aus feuchtem Gründe, 
Die sorgsam er zur Seite hebt . . . 
Er hofft von Stund' zu Stunde, 
Db nicht öer Schollenhaufen trägt, 
Ihm reiche gold'ne Saaten? 
M nicht sein Spaten endlich schlägt 
Än schätzrreiche Laden? 
Wohl Manchem schmeckt die Arbeit süß; 
Ihm beut sie sel'ge Stunden, 
Auch wenn das Glück ihm mehr verhieß. 
Als schaffend er gefunden. 
And zählt er endlich wanöermüd 
Ium Tokenreich, dem großen. 
So ist's vielleicht, daß ihm erblüht 
Ein öufl'ger Strauß von Rosen! 
Dem aber, öer da kaum geschafft 
An seiner Grabesdecke, 
Dem sproßt auch nur mit müder Kraft 
Daraus die Dornenhecke! 
W. Hraudt.
        

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