Full text: Hessenland (4.1890)

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demselben ernannt. Nach der Einverleibung Kur- 
Hessens in Prenßen trat Wilhelm Baner in preußische 
Dienste. Als Major machte er in dem Feldzng gegen 
Frankreich die Schlachten von Weißenbnrg, Wörth 
nnd Sedan mit. In der letzteren wnrde er, als er 
mit der Fahne in der Hand sein Regiment znm 
Sturm führte, schwer verwundet. Er erhielt das 
eiserne Kreuz zweiter Klasse und bald darauf dasselbe 
erster Klasse. Am 18. Juni 1874 wurde er unter 
Verleihung des Charakters als Oberst zum Bezirks- 
Kommandeur des Reserve-Landwehr-Bataillons No. 
34 (Stettin) ernannt und im Dezember v. Jahres 
als Generalmajor zur Disposition gestellt. Am 22. 
Dezember 1888 feierte er sein 50 jähriges Dienst 
jubiläum. Bei dieser Gelegenheit beglückwünschte 
ihn Kaiser Wilhelm II., der zum Besuche des Königs- 
Regiments in Danzig eingetroffen war, Persönlich 
und überreichte dem Jubilar den Kronenorden zweiter 
Klasse mit der Zahl „50“. 
Am 6. September verschied zu Eichenzell bei 
Fulda in Folge einer typhösen Krankheit der Pfarrer 
Nikolaus Füller, ein hochgeachteter, in den 
weitesten Kreisen bekannter und allgemein beliebter 
katholischer Geistlicher. Geboren zu Fulda am 18. 
Dezember 1831, besuchte er das Gymnasium seiner' 
Vaterstadt, und studierte nach Absolvirung desselben 
an der philosophisch-theologischen Lehranstalt zu Fulda 
Theologie. Am 21. Oktober 1865 wurde er zum 
Priester geweiht, war Kooperator in Hauswurz und 
Dietershausen, dann Kaplan zu Neustadt in Ober 
hessen und wurde, nachdem er eine Reihe von Jahren 
die Stelle des Religionslehrers an dem Fuldaer 
Realprogymnasium bekleidet hatte, am 1. Juli 1886 
zum Pfarrer von Eichenzell ernannt. Rasch und in 
hohem Grade erwarb er sich dort die Liebe und 
Hochachtung seiner Parochianen, die sein frühes Hin 
scheiden lebhaft und aufrichtig beklagen, war er ihnen 
doch ein zuverlässiger treuer Freund und Berather 
in allen Lagen des Lebens. Mit Vorliebe betrieb er 
neben seinen geistlichen Berufsgeschäften, denen er 
mit seltener Pflichttreue oblag, die Bienenzucht und 
in ganz Hessen ist sein Name als hervorragender 
Imker wohlbekannt. Auch besaß er ein ganz 
besonderes Talent für Mechanik, das er, soweit es 
ihm Zeit und Umstände gestatteten, zu seinem Ver 
gnügen zu kultiviren pstegte. Er war ein Mann von 
vorzüglichen Charaktereigenschaften, ein würdiger 
Priester, dessen Andenken ickmerdar ein gesegnetes 
bleiben wird. Requiescat in pace. 
Sriefkasten. 
0.‘E. Marburg. Besprechung der eingesandten Schriften 
erfolgt in einer der nächsten Nummern unserer Zeitschrift. 
G. Th. D. Marburg. Dem gerügten Uebelstande 
war schon, wie Sie aus der heutigen Nummer ersehen, 
vor dem Eintreffen Ihrer Korrespondenzkarte abgeholfen. 
Näheres brieflich. 
V. T. Rauschenberg. Entschuldigen Sie, daß die Ant 
wort auf Ihren Brief sich verzögert hat, sie wird aber 
gewiß in den nächsten Tagen erfolgen. 
M. M. Kassel. Zhr Artikel traf leider zu spät ein, 
um noch in der vorigen Nummer benutzt werden zu können, 
wird hoffentlich auch heute noch recht kommen. Freund 
lichsten Gruß. 
Auch heute mußten wieder, wegen Mangels an Raum, 
verschiedene für diese Nummer bestimmten Artikel, namentlich 
Bücherbesprechungen, zurückgestellt werden. Wir bitten die 
geehrten Herrn Einsender, dies gütigst entschuldigen zu wollen. 
Anzeigen. 
Verlag von Mjedv. Mcheel,Vuihöruckerei, 
Kassel, Schloßplatz 4 
Uebersicht 
der 
MurfüHlich Hrsfischen Gfßcmt, 
welche 
bei der Einverleibung Kurheffens in die Preußische 
Monarchie im Dienste standen, 
sowie weitere Nachweisung über dieselben 
von 
ß. v. Stamford. 
(1881.) 
Di« Mehfenchen. 
Im Auftrag des landwirthschaftl. Centralvereins 
für den Regierungs-Bezirk Kassel 
populär dargestellt von 
|9. 8ckmekz, 
Königl. Departements-Thierarzt und Veterinär-Assessor. 
(1878.) 
Inhalt der Nummer 18 des „Heffenland": 
„Lernen", Gedicht von Carl Preser; „Zur Geschichte des 
Renthof in Kassel", von K. Neuber; „Aus dem alten 
Kassel, die ältesten Apotheken der Stadt und ihre Besitzer", 
von W. Rogge-Ludwig; „Bange Frage", Gedicht von R.; 
Aus alter und neuer Zeit; Aus Heimath und Fremde; 
Brieflasten; Anzeigen. 
Zum Abonnement ans bas 4. Quartal e. unserer 
Zeitschrift „Heffenland" laben ergebenst ein 
Kassel, im September 1890. Redaktion «nd Uerlttg. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Z w e n g e r in Fulda, Druck und Verlag von Fr i e d r. S ch e e l in Kassel.
	        

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