Full text: Hessenland (4.1890)

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Kreise der ©einigen unb ihm näher Stehender 
trng Bardeleben sein otium cum dignitate. 
Diese Zeit der Freiheit war ihm nicht die 
Gelegenheit, zn rnhen unb zn genießen — sein 
reger Geist, seine warme Theilnahme an allen 
Erscheinnngen im Leben der menschlichen Gesell 
schaft sahen die verstattete Muße als einen 
Fingerzeig an, in seinen Kenntnissen manches 
nachzuholen, was in der Jugend, wie später 
im stürmischen Kriegerleben versäumt worden 
war. Er trieb Studien militärischer und 
allgemein wissenschaftlicher Art, wir dürfen die 
Jahre 1819 und 1820 als besonders bedeutsam 
für die Vollendung des Charakters und Wesens 
unseres Freundes ansehen; ans der Stille eines 
Landstädtchens blickte er in das Getriebe der 
großen Welt, welche sich neu einzurichten strebte, 
ein hochinteressantes Schauspiel für ihn. Er 
lebte ans einem Boden, welcher seit zwei Jahr 
hunderten preußisch war und wo er sich selbst 
heimisch fühlte; wir wissen, wie sehr er sein 
hessisches Vaterland liebte, so konnte er frohen 
Muthes in die Zukunft blicken, von welcher er 
für Hessen durch den Kurprinzen Wilhelm die 
Entwickelung znm Bessern hoffen mußte. 
Diese Zukunft brach an, als Kurfürst Wilhelm I. 
in der Frühe des 27. Februars 1821 die 
Angen schloß. 
(Fortsetzung folgt.) 
Erinnerungen an den Uarburger Wolksöichler 
Hielrich Weinlraul. 
Von 
    

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