Full text: Hessenland (4.1890)

Das Zeitschrift für hessische Geschichteund Literatur, erscheint zweimal monatlich, 
zu Ansang und m der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von ir/2—2 Bogen Quartformat. Der Abonnementspreis 
beträgt vierteljährlich 1 Mark 50 Pfg. Einzelne Nummern kosten je 3 0 Pfg. Anzeigen werden mit 20 Pfg. 
für die gespaltene Petitzeile berechnet. Auswärts kann unsere Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post, oder 
durch den B u ch h a n d e l, auf Wunsch auch unter Streifband bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei 
von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, Bestellungen, ebenso Anzeigen an. In der Post-Zeitungsliste für das Hahr 1890 
findet sich das „Hessenland" eingetragen unter Nr. 2772. 
Inhalt der Nummer 11 des „Hessenland": „Doloras", Gedicht von Ricardo Jordan; „Albrecht Christian Ludwig 
von Bardeleben, Kurfürstlich Hessischer Generallieutenant, 1777—1856", ein Erinnerungsblatt von Carl von Stamford. 
VIII. Außer Dienst und doch im Dienste 1818—1821. (Forts.); „Erinnerungen an den Marburger Volksdichter 
Dietrich Weintraut", von E. Mentzel (Forts.) ; „Aus dem alten Kassel" I. Der Altstädter Marktplatz zur Zeit der 
Regierung Wilhelms II. 1821—1881 Von W. Rogge-Ludwig. „Mephistopheles und Gretchen" ein Maskenscherz, Novelle 
von M. Herbert; „Vorüber", Gedicht von W. Bennecke, „Veilchen", Gedicht von C. v. S. „Die Rähleng", Gedicht in 
Schwälmer Mundart von Kurt Ruhn; Aus alter und neuer Zeit; Aus Heimath und Fremde; Briefkasten; Anzeigen. 
Moloras. 
enn sgnst ich schlummre, weckt mich nicht! 
Ich sehe ja ihr Angesicht 
Nur noch im Traum. — 
Sie kommt ju mir im Sternenlicht 
Anb was sie leise zu mir spricht, 
Ich hör' es kaum. — 
Seid stille, — sonst versteh' ich's nicht. 
Wohl hat bie Tippe nichts gesagt, 
Doch hat Dein Aug' zu mir gesprochen, 
Anb was Dein Munö so stolz versagt, 
Das hat Dein Blick so süh versprochen. 
Komm an mein Herz, — wein' nicht Saßet, — 
Anb Iah Sie Menschen brausten keifen: — 
Wenn Swei sich lieben, wie wir Awei, 
Das Kann bie Welt doch nicht begreifen. 
Tehnantepes, im März 1890. 
Das Kraut, bas meine Teiben heilt, 
Nicht biese Wälöer mögen's bergen — 
Gs wachst nur wo bie Liebste weilt, 
In meiner Heimath blauen Bergen. 
Jüngst sah ich öer Maöonna Bilb 
Im öüstern Dom, in golbnem Rahmen, 
Anö warb von Inbrunst so erfüllt, 
Datz ich sie rief mit Deinem Namen. 
Wie haben sie, Dich enölos quälenö, 
Mit Deinem Schmerz getrieben Spott, — 
— Anb dennoch — unser ganzes Tlenb, 
Das Kennst nur Du — unb ich — unb Gott. 
Seit jenem Tage, öa Du Ischenö 
Den höchsten Wunsch mir hast verneint', 
Nnö Du Dich von mir wanblest — lachenö, 
Seit jenem Tag' — hab' ich geweint- 
Ricardo Jordan.
        

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