Volltext: Hessenland (4.1890)

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seiner Gattin sein ganzes Glück ausmachte. — Von 
Ostermanns Schriften nennen wir die Abhandlungen: 
„äe Dewetrii kbalerei vita, rebus gestis et 
scriptorum reliquiis“ part. 1 1847 und part. II1857, 
die als Gymnasialprogramme erschienen. Im Jahre 
1860 faßte Dr. Ostermann den glücklichen Plan, 
lateinische und griechische Uebungsbücher zum Ueber- 
setzen in Abstufungen für Sexta bis Tertia heraus 
zugeben, denen sich dann auch Vokabularien anschlossen. 
Diese Schulbücher halten einen riesigen Erfolg, eines 
derselben, das lateinische, hat es sogar im vorigen 
Jahre bis zur 25. Auflage gebracht. Professor Dr. 
Ostermann war ein tüchtiger und gelehrter Schul 
mann, vor dessen Wissen und Können man hohe 
Achtung haben mußte, und wenn es ihm bei seiner 
Strenge und Rigorosität nicht recht gelang, sich auch 
die Liebe seiner Schüler zu erwerben, so versagten 
diese ihm doch niemals die Anerkennung, welche sie 
ihm als einen ausgezeichneten Lehrer schuldig waren. 
Er ruhe in Frieden! K. Z. 
Anfrage. 
Wo wird der musikalische Nachlaß unseres leider 
so früh verstorbenen Landsmannes Hugo Stähle 
aufbewahrt? Wo befindet sich namentlich die Partitur 
der Oper Arria und das Quartett für Klavier und 
Streichinstrumente? H. H. 
Aufruf! 
Der Marburger Zweigverein des Hessischen Ge- 
schichtsvereins beabsichtigt zur Feier des 450. Ge 
burtsjahres der Erfindung der Bnchdruckerkunst eine 
Ausstellung zu veranstalten, welche die Entwickelung 
des Buchdruckes und der mit ihm verwandten Kunst 
zweige und Gewerbe — Buchausstattung, Buch 
illustration, Holzschneidekunst, Kupferstecherkunst, Buch 
einband, Buchhandel — in Hessen von frühester 
Zeit bis zur Gegenwart zu umfassender Anschauung 
bringen soll. 
Marburg ist zunächst in Hessen dazu berufen mit 
einer solchen Feier vorzugehen, denn Marburg ist 
es, wo gleichzeitig mit der Gründung der Universität 
die Buchdruckerkunst zuerst eine Heimstätte in Hessen 
fand. Aus Marburg ging im Jahre 1527 der 
erste hessische Druck in die Welt hinaus, Jahrzehnte 
später erst folgten andere hessische Städte nach. 
In dem schönen Rittersaale des Marburger 
Schlosses soll unsere Ausstellung am 24. Juni, als 
dem Namenstage Johann Gutenbergs, eröffnet 
werden und bis Ende Juli währen. 
Als dauernde Erinnerung, die zugleich einen 
bleibenden wissenschaftlichen Gewinn darstellt, ist eine 
Festschrift in Aussicht genommen, in welcher die 
ersten Marburger (Hessischen) Drucke beschrieben 
werden sollen. Der Mitunterzeichner Herr A. von 
Do mm er, von welchem eine ähnliche Arbeit in 
den „Lutherdrucken der Hamburger Stadtbibliothek- 
vorliegt, hat es auf sich genommen, diese Jubiläums- 
Festschrift auszuarbeiten, welche wohlberechtigt ist, 
sich diesen Namen anzueignen, wenn auch ihr Er 
scheinen für die Zeit der Ausstellung noch nicht zu 
erwarten ist. 
Da es dem Zwecke einer allgemeinen wissen 
schaftlichen Veranstaltung widersprechen würde, den 
Besuch der Ausstellung auf die Mitglieder des Hes 
sischen Geschichtsvereins zu beschränken, oder ein 
Eintrittsgeld von den Besuchern zu erheben, so 
wenden sich die Unterzeichneten an erster Stelle ver 
trauensvoll an ihre Mitbürger mit der Bitte um 
Zeichnung freiwilliger Beiträge zur Deckung der 
nicht unerheblichen Kosten. Sie ersuchen aber auch 
alle Bewohner des Hessenlandes, welche für die Ge 
schichte des Buchdrucks, dieses wichtigen Kultur 
trägers, Interesse haben, das Gelingen ihres Unter 
nehmens durch Uebersendung von Beiträgen zu 
fördern. — Gleichzeitig bitten sie das Erscheinen 
der Festschrift, deren Preis 3 Mark nicht übersteigen 
wird, durch Subskription zu erleichtern. 
Schließlich richten wir an alle diejenigen, welche 
etwa im Besitz älterer und seltener Hessischer Druck 
schriften, Kupferstiche, Holzschnitte u. ä. sind, die 
Bitte, solche uns rechtzeitig für die Dauer der Aus 
stellung zur Verfügung zu stellen zu wollen und 
bemerken, daß demnächst in der Stadt Marburg selbst 
Listen zum Zeichnen von Beiträgen und zur Sub 
skription auf die Festschrift herumgetragen werden. 
Auswärtige wollen Geldbeträge und Ausstellungs 
gegenstände an Herrn Archivrath Dr. Koennecke, 
Vorsteher des Hessischen Geschichtsvereins (Marburg, 
Schloß), einsenden und sich bei demselben zur Sub 
skription auf die Festschrift anmelden. 
Marburg, den 7. Mai 1890. 
Vickell, Konservator; Braun, Universitäts 
buchhändler; Di*. Buchenau, Gymnasial 
direktor ; von Dorumer, Bibliothekar; 
Dr. von Drach, Professor; Ehrhardt, 
Universitätsbuchhändler; Gleim, Landgerichts 
rath; Dr. Heinrici, Professor, Consistorial- 
rath; Dr. Hermann, Professor, Rektor der 
Universität; Dr. Justi, Professor; I. A. 
Koch, Universitätsbuchdrucker; Dr. Könn ecke, 
Archivrath; Dr. Küch; Dr. Münscher, 
Geheimer Regierungs - Rath; N e b e l t h a u, 
Oberst a. D.; Dr. Reimer, Archivrath; 
Dr. Rödiger, Oberbibliothekar; Dr. Schrö 
der, Professor; Schüler, Oberbürgermeister; 
Dr. Ubbelohde, Professor, Geheimer Justiz- 
Rath. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zw enger in Fulda, Druck und Verlag von Fried r. Scheel in Kassel.
        

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