Full text: Hessenland (3.1889)

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Hagen, 1888, heißt es im neuesten Hefte des »Anzeigers ! 
des germanischen Nationalmuseums« in Nürnberg: | 
»Alle, welche sich mit genealogischen Studien beschäf 
tigen, werden das vorliegende, mit großem Fleiße ! 
und in einer langen Reihe von Jahren zusammen 
getragene Werk dankbar begrüßen. Außer den 
Resultaten eigener Forschungen sind für dasselbe die 
Arbeiten von I. I. Winkelmauu (f 1699), E. G. 
von Lüdder (f 1760), F. W. Strieder (f 1813), 
G. Landau (f 1863), A. von Boineburg (f 1868) 
und W. von Baumbach (f 1879) benutzt worden. 
Das Werk enthält die Stammtafeln nachstehender, 
im ehemaligen Kurfürstenthum Hessen ansässigen, zur 
allhessischen Ritterschaft gehörigen Geschlechter, die 
zum großen Theile auch in der deutschen Geschichte 
einen guten Namen haben, es sind vertreten die 
Herren, bezw. Freiherren und Grafen: von Amelunxen, 
von Baumbach, von Berlepsch, von Biedenfeld, von 
Bischoffshausen, von Bodenhausen, von Boyneburg, 
von Buttlar, von Canstein, von Cornberg, von Dal- 
wigk, von Dörnberg, von Eschwege, von Gilsa, Fürsten 
von Hanau, von Hesberg, von Heydwolff, von Hundels 
hausen, von Keudell, von Knoblauch zu Hatzbach, von 
Löwenstein, van der Malsburg, von Milchling zu 
Schönstadt, von Osterhausen, von Pappenheim, von 
Rau zu Holzhausen, Riedesel zu Eisenbach, von 
Schachten, Schenk zu Schweinsberg, von Schutzbar, 
gen. Milchling, von Schwertzell zu Willingshausen, 
von Stein-Liebenstein, von Stockhausen, Treusch von 
Buttlar, von Trott zu Solz, von Urff, von Verschuer, 
Waitz von Eschen, gen. Hachen, und Wolfs von 
Gudenberg.« — Von diesem prachtvollen Werke, das 
zunächst nur für die Mitglieder der althesfischen 
Ritterschaft herausgegeben ist, sind blos 30 Exemplare 
für den Handel bestimmt, deren Vertrieb der Hof 
buchhändler Gustav Klaunig dahier besorgt. Der 
Preis für das vollständige Werk beträgt 120 Mark. 
Wir haben in der vorigen Nummer unserer Zeit 
schrift bereits erwähnt, daß am 30. Januar nach 
eintägigem Krankenlager der Sanitätsrath Dr. 
Friedrich Wilhelm Noll in Hanau gestorben 
ist. Heute möge es uns gestattet sein, dem Ver 
blichenen einen kurzen Nachruf zu widmen. Friedrich 
Wilhelm Noll ist am 22. Februar 1824 zu Guttels 
bei Rotenburg an der Fulda geboren. Er besuchte 
das Gymnasium zu Hersfeld, das er zu Ostern 1845 
nach trefflich bestandener Maturitätsprüfung verließ, 
um auf der Landesuniversität Marburg zunächst 
Mathematik und Naturwissenschaften, später Medizin 
zu studiren. Hier war er Mitglied des Corps 
Teutonia und im Wintersemester 1846/47 dritter 
Chargirter desselben. Seine Commilitonen schätzten 
ihn wegen seines Charakters ebenso hoch, wie wegen 
seines Fleißes, seiner Begabung und seiner Kenntnisse. 
Nachdem er noch einige Semester, irren wir nicht, 
in Berlin studirt hatte, kehrte er nach Marburg zurück, 
bestand daselbst im Sommersemester 184 9 sein Fa 
kultäts-Examen cura laude und wurde auf Grund 
seiner Dissertation »De eursu lymphae in vasis 
lymphaticis“ zum Doctor medicinae promovirt 
Kurz darauf unterzog er sich dem Staatsexamen in 
Kassel, war von 1851 bis 1852 Gehilfsarzt an der 
medizinischen Klinik in Marburg und ließ sich hier 
nach als praktischer Arzt, Wundarzt und Geburts 
helfer in Hanau nieder. Seine Praxis wurde bald 
eine sehr ausgedehnte. Im Jahre 1857 wurde er 
zum Physikus der Stadt Hanau und 1867 zum 
Kreisphysikus ernannt. Nach dem Tode des Medizinal 
raths Dr. von Möller wurde ihm (1. August 1872) 
die Leitung des Landkrankenhauses in Hanan, zu 
dessen Aerzten er früher schon gehört hatte, übertragen. 
Als Dirigent dieser Anstalt wirkte er bis zu seinem 
Tode. Seit 1873 gehörte Dr. Noll der städtischen 
Körperschaft als Ausschußmitglied an und entwickelte 
als solches, sowie als Vorstand verschiedener wissen 
schaftlicher und gemeinnütziger Gesellschaften eine sehr 
ersprießliche Thätigkeit. Er war ein Mann von 
außergewöhnlicher Arbeitskraft, der sich durch umfang 
reiches Wissen und reiche Erfahrungen auszeichnete. 
Stets war er zur Hilfe bereit und musterhaft war 
seine Leitung des Landkrankenhauses. In ihm hat 
Hanau einen seiner besten Bürger verloren. Ehre 
seinem Andenken, Friede seiner Asche. 
A. Z. 
Am 30. Januar starb zu Marburg im 84. 
Lebensjahr der Geheime Archivrath Dr.Hur. Georg 
Friedrich Lebrecht Str ippel m ann. Derselbe 
hatte sich dem juristischen Studium gewidmet und 
seine dienstliche Laufbahn im Jahre 1832 als Sekretär 
bei dem Kasseler Obergericht begonnen. Seine nach 
einigen Jahren erfolgte Bestallung zum Sekretär des 
Civilsenats des Oberappellationsgerichts benutzte er 
zur Herausgabe der bemerkenswerthen Entscheidungen 
dieses in ganz Deutschland im höchsten Ansehen 
stehenden Gerichtshofes und erwarb sich durch Heraus 
gabe des in 15 Bänden erschienenen Werkes, 
welches von allen Richtern als ein unentbehrliches 
Hilfsmittel bei der Rechtsprechung betrachtet wurde, 
ein großes Verdienst um das in Hessen geltende 
Recht. Dieses Verdienst wurde von der Marburger 
Universität im Jahre 1856 durch Verleihung der 
Würde eines Dr. juria und von der Staatsregierung 
durch seine Ernennung zum Rath bei dem Obergericht 
in Kassel anerkannt. Im Jahre 1861 wurde er 
zum Director des Staatsarchivs ernannt. In dieser, 
seinen! eigentlichen Beruf ferner liegenden Dienst-
        

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