Full text: Hessenland (3.1889)

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Mischen Schaar hatten nun sicher geglaubt, in den 
Kisten seien Schätze verborgen; als sie ihre Hoffnung 
getäuscht sahen, streuten sie die Handschriften, welche 
sie vorfanden, theils auf dem flachen Felde umher, 
theils entledigten sie sich derselben dadurch, daß sie 
dieselben in das Röhricht der Sümpfe trugen oder 
an verschiedenen anderen Orten verbargen; sie wurden 
aber sowohl durch die Gnade Gottes als auch durch 
die Fürbitte des hl. Bouifatius später unversehrt 
wiedergefunden und von den einzelnen Findern in 
das Haus, wo sie jetzt zum Heile der Seelen dienen, 
zurückgeschickt. Unter diesem Hause ist mit Külb und 
Schannat das Kloster Fulda zu verstehen. Noch heute 
gehören dem Fuldaer Domschatz drei in der dortigen 
Landesbibliothek aufbewahrte Handschriften, welche aus 
der Zahl jener Bücher stammen sollen und auf Grund 
ihrer äußeren Beschaffenheit auch können, wenngleich 
abgesehen von der Tradition, besondere Gründe für 
diese Thatsache nicht angeführt werden. Unser Ver 
fasser verbreitet sich nun des Näheren über die boni- 
fatianischen Oockiees, welche in der Fuldaer Landes 
bibliothek aufbewahrt werden Die zweite Hälfte 
seiner Untersuchungen erstreckt sich auf die Hand 
schriften der Würzburger Universitätsbibliothek, welche 
mit den beiden oben genannten Heiligen in Verbin 
dung gebracht werden, namentlich auf mehrere dem 
8. Jahrhundert angehörende und höchst wahrscheinlich 
aus England stammende Handschriften biblischen 
Inhalts. / A. 
Beitrag zur Kenntniß der tertiären Ablagerungen 
zwischen Kassel und Detmold. Von E. S 1 r e m m e. 
— Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft. 
40. Bd. S. 310—354. Berlin 1888. 
Bereits durch die Arbeiten von Koenen's und 
Ebert's, durch die Untersuchungen von Bodenbender 
und Graul ist eine direkte Verbindung und Paralle- 
lisirung unserer Kasseler Tertiärbildungen mit denen 
Norddeutschlands einerseits und denen des Mainzer- 
Beckens andererseits festgestellt worden. Zur Vervoll 
ständigung der Uebersicht des nordwestlichen Mittel- 
Deutschlands fehlte nur noch die Untersuchung, an 
welchen Stellen eine Fortsetzung des reichen Eisen 
steinlagers von Hohenkirchen und von Hopfenberg 
(bei Jmmenhausen) stattfände, weiterhin eine genauere 
Prüfung der Tertiiärbildungen des Reinhardswaldes 
(Verf. schreibt konsequent Rheinhardswald) und end 
lich nähere Ermittelungen über die Tertiärbildungen 
von Lippe-Detmold. Ueber alles dies giebt Verf. 
ausführliche Darlegungen auf Grund eigener neuer 
Untersuchungen. A. 
Im Verlage von Chr. Lorch, Marburg, erschien 
vor Kurzem ein Heft Lieder für eine tiefe Stimme 
mit Klavierbegleitung (op. 2) von Otto Kaletsch, 
welches wir unsern Lesern angelegentlichst empfehlen 
können. Den vier Liedern, welche in diesem Hefte 
zum verhältnißmäßig billigen Preise von 1 Mark 
80 Pfg. geboten werden, sind einschmeichelnde Ton 
weisen zu eigen; jede. einzelne Tondichtung ist den 
untergelegten Worten entsprechend erfunden und sauber 
ausgeführt. Am besten gefallen uns das erste und 
letzte Lied der Sammlung- „Ich liebe dich" (Gedicht 
von Fr. Rückerl) uud „Ich hab' eine alte Muhme" 
(Gedicht von A. Grün), von welchen das erstere die 
feine musikalische Richtung des Tondichters erkennen 
läßt, „Ich hab' eine alte Muhme" uns von der 
Vielseitigkeit Otto Kaletsch's, auch volksthümliche 
Weisen zu erfinden, überzeugt. Aber auch die beiden 
anderen Lieder: „Ich schleich' umher" von Platen 
und „Schwanenlied" von Ballestrem weisen viele 
musikalische Schönheiten auf uud reihen sich würdig 
den beiden besprochenen Liedern an. Die Vier- 
Lieder sind dem kgl. Opernsänger Herrn Paul Greesi 
gewidmet, sodaß ein baldiger erwünschter Vortrag 
derselben zu erhoffen ist. I. Lr. 
Briefkasten. 
Ph. L. Kassel. Sie (jaben uns durch Ihren Artikel 
sehr erfreut. Derselbe wird bald zum Abdruck gelangeu. 
J. W. Br. Berlin. Mit bestem Dank angenommen. 
Freundlichsten Gruß. 
J. G. Fulda. Sendung erhalten. Wird Verwendung 
finden. Besten Dank. 
G. Ph. D. Marburg. Ihr freundliches Anerbieten 
nehmen nur dankbarst an. 
K. 8. Eisenach. Sehen versprochener Zusendung mit 
Vergnügen entgegen. 
W. R. Rinteln. Für unsere Zeitschrift nicht brauchbar. 
MT Die Einbanddecken für de» Jahr 
gang 1888 unserer Zeitschrift „Keffenland" 
werden morgen hier eintreffe» und von 
Montag ab zur Wertheilung an die geehr 
ten Westeller gelangen. 
Die Redaktion. 
Etwaige Unregelmäßigkeiten in der Zustellung 
der einzelnen Nummern des „Hessenlandes" bitten 
wir bei der Redaktion, Aordanstraße 15, oder in 
der Fricdr. Schcel'schcn Buchdruckerei Schloßplatz 4, 
anzumelden, damit alsbald Abhilfe erfolgen kann. 
Auch ersuchen wir die geehrten Abonnenten, uns 
von etwaigem Wohnungswechsel möglichst bald 
Kenntniß zu geben, damit eine Unterbrechung in 
der Zustellung unserer Zeitschrift vermieden wird. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zwenger in Kastei. — Druck von Friedr. Scheel in Kastei.
        

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