Full text: Hessenland (3.1889)

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vergönnt war, nen eintretenden Schülerinnen sagen 
zu können: Deine Mutter und Großmutter haben 
schon Lesen und Schreiben bei mir gelernt." — Der 
Oberbürgermeister und die Stadtschuldeputation von 
Marburg sprachen Herrn W. Bücking persönlich im 
Namen der Stadt und der Königl. Regierung zu 
Kassel den Dank und die Anerkennung für seine 
langjährige Thätigkeit als Lehrer und Organist, so 
wie ganz besonders auch für seine hervorragenden 
Forschungen im Bereich der hessischen, wie speciell 
der Marburger Lokalgeschichte aus. — Der „Ver 
ein für hessische Geschichte und Landeskunde" ließ 
demselben durch den Vorstand des Marburger Zweig 
vereins , Herrn Archivrath Dr. Könnecke, ein 
Diplom überreichen, durch welches er in Anbetracht 
feiner Thätigkeit auf dem Gebiete der Geschichte 
Hessens wie der Stadt Marburg zum Ehrenmitgliede 
ernannt wurde. — Die philosophische Fakultät der 
Universität Marburg ehrte Herrn W. Bücking durch 
Verleihung der Doktorwürde honoris causa. 
— Geboren am 20. Dezember 1818 zu Marburg, 
trat W. Bücking am 13. November 1839 eine 
Stelle als Hülfslehrer in Löhlbach an, amtierte 
später kurze Zeit in dem nahen Dorfe Marbach und 
widmete seit dem 14. Oktober 1841 seine Kräfte 
als Lehrer seiner Vaterstadt Marburg. — Seine 
zahlreichen historischen Arbeiten veröffentlichte 
W. Bücking theils in besonderen Schriften, theils in 
der Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte 
und Landeskunde, sowie namentlich auch in der 
„Oberhessischen Zeitung". Auch unsere Zeitschrift 
„Hessenland" verdankt ihm schätzenswerthe Beiträge, 
wir wollen hier nur an seinen größeren Artikel 
„die Kirche der hl. Elisabeth zu Marburg" erinnern. 
S. „Hessenland" Jahrgang 1888, Nr. 1—7. 
A. Z. 
Wie alljährlich, so brachte Herr Dechant H. F. 
Müller auch diesmal ein Weih nachts fest spiel 
zu wohlthätigen Zwecken zwei Mal und zwar bei 
voll besetztem Hause (großer Stadtparksaal) zur Auf 
führung. Der verdienstvolle geistliche Tondichter be 
nutzte für sein neuestes Werk als grundlegenden Text 
die Simrock'sche Uebersetzung des altsüchsischen Gedichtes 
„Heliand", welche er mit einer weihevollen an 
sprechenden Musikbegleitung versah. Sehr wirkungs 
voll sind auch die Soli für Tenor und Sopran. 
Die zugehörigen lebenden Bilder wurden von Pro 
fessoren der hiesigen Kunstakademie künstlerisch wohl 
gelungen arrangirt. Der Komponist leitete die Auf 
führung selbst mit bekannter Umsicht und Geschmack. 
Im Verlage von Paul Voigt in Kassel erschien 
kurz vor Weihnachten ein neues Lied unseres geehrten 
Mitarbeiters Johann Lew alter, auf welches wir 
unsere Leser aufmerksam machen wollen. Dasselbe 
führt den Titel: „Du holder, du goldener Jugend 
traum", Gedicht von Friedrich Frevert, einem Bre 
menser Dichter, und ist für eine mittlere Stimme 
komponirt. Da das Lied einen sehr geringen Stimm 
umfang aufweist und melodiös gehalten ist, können 
wir dasselbe den musikliebenden Lesern bestens 
empfehlen. Jnteresstren dürfte es auch, zu erfahren, 
daß der Komponist Hermann Spielter, zur Zeit 
in Schwelm, das Gedicht Johann Lewalter^s 
„Schlafe süß, mein Herzoges Kind", welches vor etwa 
5 Jahren, von Lewalter selbst komponirt, im Verlage 
von Paul Voigt in einer Sammlung von 6 Liedern 
erschien, sehr schön in Musik gesetzt hat. Das Lied 
ist bei Gebr. Voßwinkel in Schwelm erschienen und 
durch alle Musikalien-Handlungen zum Preise von 
80 Pfg. zu beziehen. A. 
Briefkasten. 
P. 8p. Marburg. Besten Dank für das Zugesandte, 
das gelegentlich benutzt werden wird. Der Abdruck des 
früher empfangenen Gedichtes erfolgt in Bälde. 
L. A. Melsungen. Wir haben Ihre Beiträge er 
halten, bitten Sie indeß, uns gef. einen Namen (nicht 
Buchstaben) angeben zu wollen, unter welchem dieselben 
erscheinen sollen. 
F. L. Stuttgart. Wie Sie sehen, ist bereits ein 
Beitrag verwandt; der andere wird alsbald gebracht 
werden. Für die Erfüllung unserer Bitte freundlichsten 
Dank. 
A. St.-N. Kassel. Beitrag erhalten und angenommen. 
Berichtigung. 
In dem Artikel der letzten Nummer „Konrad von 
Bemelberg, der kleine Heß, der Landsknechtoberst", Seite 
3, erste Spalte, Zeile 26 muß es heißen: „von der Ke er" 
statt von der Kur. 
IMF' pctt geehrte« Abonnenten, welche 
Einbanddecken für den Jahrgang 1888 unserer 
Zeitschrift,,Kessenland" bestellt haben, die 
Mittheilung, dah dieselben Ende dieses 
Monats geliefert werde«. 
Die Redaktion.
        

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