Volltext: Hessenland (3.1889)

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A. T r in ius, Thüringer Wanderbuch. 3. Bd. 
(372 S.) Minden, I. C. Bruns' Verlag 1889. 
Dieser dritte Theil der mit warmer Begeisterung 
für das Thüringer Land geschriebenen Wanderbilder 
führt uns in den nordwestlichen Thüringerwald, in 
die Gegend vom Jnselsberg bis zur Wartburg, von 
der Höhe des Rennstiegs herab in die Gründe beider 
Gebirgsflanken. Da in die Schilderung der ge 
feiertsten Partieen, wie Friedrichroda, Jnselsberg, Wart 
burg, Wilhelmsrhal, Ruhla, Thal, Winterstein u. a., 
auch herrliche Einzelbilder hessischer Oertchen, wie 
Brotterode, Steinbach-Hallenberg, eingeflochten sind, 
so wollen wir nicht unterlassen, die Leser des Hessen 
landes auf das prächtige Werk aufmerksam zu machen. 
A. 
,Praeludium und Fuge" (op 8) von Johann 
Lewalter, deren erstmaliges Erscheinen wir unsern 
Lesern vor etwa 2 Jahren berichteten, ist soeben im 
Verlage von Ries und Erler in Berlin in zweiter, 
verbesserter und erweiterter Auflage erschienen. Wir 
erinnern unsere musikalischen Leser hiermit an das 
Werk, über dessen Werth wir uns schon damals aus 
gesprochen haben und bemerken noch, daß dasselbe 
überall eine ausgezeichnete Kritik erfahren hat. Da 
der Preis ein geringer ist (l Mark), so dürfte sich 
„Praeludium und Fuge" doppelt schnell Eingang in 
das Haus verschaffen. r. 
Demnächst wird erscheinen: 
Neues Marburger Historienbüchelche vun 
eem ahle Mar bürg er." 
Wir sind heute schon in der Lage, als Probe folgendes 
Geschichtlein aus diesem Schriftchen mittheilen zu können: 
Russische Einquart irung*). Am s. g. kurzen 
Brückchen in Marburg stand vor langen Jahren das 
Haus des Metzgermeisters Sälzer. Wenige Schritte 
führten den Besitzer in die Euker'sche Wirthschaft am 
Deutschhausweg (jetzt Physiolog. Institut), da trat er 
eines Morgens ein und begrüßte wie gewöhnlich die 
anwesende Frau Euker mit: Gaure Morge Fraa 
Eikern (Husten) schenkese e mol ens en (Husten) der 
gewittersche Häufte lißtem gar ke Rauh (Husten) ach, 
wasmer net doch schun all erlebt hot! mer wäß's 
bahle selber nit mieh (Husten) wissese noch domols, 
anno 13, wüi di Russe käme (Husten) harremer 
fünf Mann Einquartering (Husten) on däi Karle 
*) Wer dieses Stücklein lesen oder erzählen will, übe 
sich einen entsprechenden Husten an den angemerkten Stellen 
möglichst täuschend nachzuahmen. 
wollte kä Worscht fresse (Husten) do sarich (Husten) 
meiner Fraa, gieh mol noff! lang mer mol der 
Häut, der Stecke on der Sonntägsrock ronner 
(Husten und einen Schluck trinkend) äch will e mol 
noch'm Kummandeer gieh — schenkese noch e mol 
ens en Fraa Eikern — der lag off'm Mährt eus 
Eberhardts Haus (Husten) wäich do noff käm, sarich 
der Ordonnanz (Husten) meld säi mäch e mol, äch 
sein der Mcxtermeester Sälzer (Husten), der ging 
nenn on käm wärre raus on saht: Herr Sälzer, säi 
sillre renn komme. (Husten). Wäiich nu nenn käm 
saht der Kummandeer: Gaure Morge Herr Sälzer, 
setze se sich (Husten) nemmese Platz, wäs winnse da? 
Herr Kummandeer sarich, äch hun 5 Mann em 
Quarteer, däi Käerle Wille ke Worscht fresse (Husten). 
Wäs, saht der Kummandeer däi wille ke Worscht 
fresse? Ordonnanz kommse mol renn, wäs hunse 
da fere Hausnommer Herr Sälzer (Husten)? Äch 
hun, sarich, Nr. 4! 7. Ordonnanz, saht der Kum 
mandeer, da giehse mol do nonner on langse mol 
däi 5 Mann daroff. (Husten.) Etzt käme mei Kärle, 
hott der Kummandeer russisch. met'n ballatscht, hun 
ke Wärt d'rvon Verstanne (Husten) on do jahte se 
zorr Dehr naus on saht Herr Sälzer etzt stelle säi 
süch emol häi äns Fenster (Husten), säi sille mol sieh 
wäi däi Kärle däs Worschtfresse gelernt wärn. (Husten.) 
Etzt käm euer aus'm Roothaus, broocht en Pausch 
Struh, schmessen mette offs Mahrt, mußt sich ener 
drofslege, do käm noch ener aus'm Roothaus (Husten) 
merrem grüße Kantschauh (Husten) on zog'm 25 
ewwer on do käm ener vom Mahrtborn met'm Emer 
Wasser on schett'n ewwern naus, on den annern 4 
Kärle gings gräd so (Husten) äch krog der Plarr. 
Do saht der Kummandeer Herr Sälzer etzt sille se 
emol sieh wäi den Kärle die Worscht schmeckt, (Husten), 
on ech sahn ihne Fraa Eikern mer hun ins'r Lebe 
ke Enquartering wärre gehatt, däi die Worscht so gern 
g'fresse hott wäi mei Russe. (Husten.) Na macheses 
gäut Fraa Eikern, äch komme hernoch noch emol. — 
Krieskasten. 
A. W. Kassel. Ließ sich beim besten Willen nicht in 
der vorliegenden Nummer bewerkstelligen. 
E. K.-B. Kassel. Folgt in nächster Nummer. 
J. A. K. Marburg. Bitte die Verzögerung zu entschul 
digen. Freundlichen Gruß. 
R. R. Borken. Mit Dank angenommen. 
F. U. Schmalkalden. Mit Interesse gelesen. Mußte 
vorerst noch zurückgestellt werden. Freundlichsten Gruß 
und besten Dank. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zw enger in Kassel. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.
        

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