Full text: Hessenland (3.1889)

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4? 
„Nichts, nichts, Herr Metropolitan." 
So sproch dr Kanter droff; 
„Der Vater kommt nicht, kommt nicht an." — 
«Er kommt, wie ich es hoff'!» — 
Dr Kanter: „Nein, ich bürg für mich; 
Denn, Herr, der Vater — der bin ich." 
Kurt Muhn. 
') obendrein. 2 ) Ihn hatten gerne wohl alle Leute. 
3 ) Kinder. 4 ) ihm. v 5 ) schön. 6 ) Der Metropolitan nicht 
grün, hold. 7 ) verbot. 8 ) Stock. 9 ) einer. 10 ) Dummes 
Zeug. u ) aber. ,a ) schuf. ,3 ) Schulthüre. ,4 ) weiter. 
15 ) sagte. u ) wie Hohn. 17 ) kam dieses Benehmen vor. 
") räusperte. 
Aus alter und neuer Zeit. 
950"Jahre sind es heuer, daß einer der bedeutendsten 
Männer, welche dem Fuldaer Benedikiinerkloster vor 
standen, gestorben ist. Wir wollen die Gelegenheit 
nicht vorübergehen lassen, ohne seiner zu gedenken. 
Es ist der Abt Richard, vorher dem Kloster in 
Amorbach angehörig, welcher 1018 bis .1039 in 
rühmlicher Weise seines Amtes gewaltet hatte. Von 
den mannigfachen Verdiensten, welche er sich um das 
seiner Obhut anvertraute Kloster erwarb, wollen wir 
nur die anführen, daß er der Abtei nicht nur be 
deutenden Grunderwerb in der Wetterau und am 
Main zuführte, sondern ihr auch das Recht erwirkte, 
Münzen zu schlagen. Nach seiner segensreichen Wirk 
samkeit wurde er am 23. Juli 1039 vor den Altar 
stufen des von ihm erbauten Klosters Andreasberg 
(Neuenberg) zur Erde bestattet. Dort wurde seine 
Grabstätte erst nach 700 Jahren wieder bekannt und 
zwar bei Gelegenheit der 1766 erfolgten Neuplattung 
der Kirche. Während seiner Regierung weilte auch, 
von Bamberg kommend, Papst Benedikt VIII. im 
Vereine mit dem Kaiser Heinrich II., dem Heiligen, 
am Grabe des hl. Bonifatius. A Z. S. 
Allerlei über Melsungen. An Sagen und 
Geschichten ist die Umgegend von Melsungen reich. 
Ganz abgesehen nemlich von der Röhrenfurth, 
der alten Burg der Marschälle von Hessen, deren 
letzte Erbtochter ein Riedesel nach langem vergeblichen 
Werben durch die Rettung des alten Schwiegervaters 
aus Händen von Wilderern heirathete, und dem Bilde 
des hl. Sebastianus in der Kirche zu Röhrenfurth, 
das die Röhrenfurther im 30 jährigen Kriege, von 
Tillys Plünderung retteten, soll hier erwähnt werden, 
daß auf dem Kessel, an dessen Fuß die Stadt liegt, 
ein Herr von Wolf einen der letzten Wölfe in Hessen 
schoß, einen andern schoß bei Fulda der Förster 
Lamm sodaß also einem Wolf und einem Lamm die 
letzten Unthiere zum Opfer sielen. Dann befindet 
sich am Wege nach Röhrenfurth eine tiefe Thal 
schlucht, die zu einer bestimmten Zeit (Neujahrsnacht?) 
eine schöne Prinzessin in gläserner Chaise herab in 
die Fulda gefahren sein soll und zwar unter einer 
sehr engen Brücke weg, die über die Chaussee führt. 
In der Stadt selbst war am Schloß nach der West 
seite hin ein Riß, den das Erdbeben von Lissabon 
verursacht haben soll, und in der sogenannten Zills 
oder Cyriakusgasse an einem steinernen Gebäude 
waren 4 -rothe Striche zu sehen, die keine Ueber- 
tünchung sollte wegbringen können. Ein Mörder 
sollte die blutbefleckten.Finger an der Mauer abge 
strichen haben, nachdem er die blutige That vollbracht 
hatte. Endlich sei noch auf die Kaiserau in der 
Nähe der Stadt hingewiesen, die von Karl dem 
Großen den Namen erhalten haben soll. Die Stadt 
hieß in alter Zeit Melisungen oder Milsungen, ob 
aber der Name von den uralten Mühlen daselbst 
(nach Vilmar) kommt, ist mir des nahegelegenen 
Malsfelds wegen, bei den an Mühlen nicht zu denken 
ist, und das doch wohl mit Melsungen zusammen 
hängt, unwahrscheinlich. K. A. I. 
/ " 
Aus Heimach und Fremde. 
Fürst Wiilhelm von Hanau, seit dem am 
24. März d. I. erfolgten Tode seines Bruders, des 
Fürsten Moritz, Majoratsherr des fürstlich Hanauischen 
Fideikommisses Horowitz, hat dem durch seine künst 
lerischen Schöpfungen rühmlichst bekannten genialen 
Bildhauer Heinrich Natter in Wien den Auftrag 
ertheilt, für den Park zu Horowitz ein Standbild seines 
Vaters, des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Hessen, 
des Stifters des fürstlich Hanauischen Fideikommisses, 
anzufertigen. 
Grimm-Denkmal. In der am 11. Oktober 
abgehaltenen Sitzung des gro ß en Grimm-Comitss 
zu Hanau, an welcher 28 Mitglieder Theil genom 
men haben, wurde zunächst auf Antrag des Vice- 
bürgermeisters Heraeus einstimmig beschlossen, den 
am 4. Juli d. I. gefaßten Beschluß als erledigt an 
zusehen und von weiteren Verhandlungen mit Herrn 
Professor Wiese abzustehen. Nach Ablehnung des Vor 
schlags des Rechts-Anwalts Uth, der den Eberlein'schen 
Entwurf ausgeführt wissen wollte, wurde sodann wiederum 
einstimmig beschlossen, dem von den Herren Osius, 
Reul, Kehl, Dr. Suchier, Dr. Wackermann, Schmitz 
und Schleißner befürworteten Antrage des technischen 
Ausschusses vom 28. Juni d. I. beizutreten und dem 
Herrn Professor E berl e in München die Ausführung 
des Denkmals nach seiner preisgekrönten Modellskizze
        

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