Full text: Hessenland (3.1889)

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lische General James Wolff) sein Blut vergoß 
und bei Ouebeck erschossen wurde, dort schüttet 
nun die „giftige Schlange" ihren Geifer aus. 
Boston läßt sich bethören, die Furie anzuhören, 
und durch seine Verführung wird Undank, 
Hochmuth und Empörung geschürt, worauf der 
Dichter weiter singt: 
Dieses Feuer gleich zu dämpfen, 
Haß mit Sanftmuth zu bekämpfen, 
War Brittaniens Bemühn. 
Aber Krieg — Krieg hört man schreyen 
Weil von schwarzen Meuterehen 
Die Amerikaner glühn. 
England spricht, und ganze Haufen 
Krieges-Schiffe sieht man laufen 
Durch Atlantes tiefe Fluth; 
Und es folgen ganze Heere 
Nach und nach durch weite Meere 
Zu bestreiten diese Brut. 
England bleibt es unvergessen, 
Welche Tapferkeit die Hessen 
Seit Jahrhunderten gezeigt, 
Weiß es noch, wie brav die Catten 
Für es einst gestritten hatten 
Als es Frankreichs Stolz gebeugt. 
Die letzte Strophe zeigt in ihrer Anspielung 
auf die alte Waffengenossenschaft im spanischen 
Erbfolgekriege rc. rc. so recht das hessische Sol 
datenblut und daß unter den hessischen Truppen 
der neue Feldzug als nichts anderes denn eine 
Erneuerung der alten Waffenverbrüderung an 
gesehen wurde. Denn 
Hessens Friedrich zu dem Ende, 
Daß er seine Truppen sende 
Wird von Georg d'rum ersucht; 
Catten sind zum Krieg erzogen, 
Friedrich winkt — und alle zogen 
Schnell dahin, wo Ruhm sie sucht. 
Hessens Nachruhm wird bewähret, 
Da dies Volk durch Meere fähret, 
Die kein Catte je gesehen; 
Standhaft bleibt es in den Stürmen, 
Muthig, wenn sich Wellen thürmen, 
Denkt es an kein Untergehn. 
Furchtbar ist der Wellen sausen, 
Schreckensvoll der Wogen brausen, 
Wann die See im Orcan rast; 
Schaudernd, wann des Abgrunds Rachen 
Scheint mit hohlem bangen Krachen 
Zu verschlingen Schiff und Mast. 
Alles wird umsonst erschüttert, 
Keines Hessen Herz erzittert, 
Er verläßt sich auf sein Glück; 
Nichts kann ihn zur Furcht bewegen, 
Bis sich Wind und Stürme legen, 
Baut er auf sein gut Geschick. 
Nun so eilt denn, tapfre Leute, 
Eilet! Freunde! eilt zum Streite! 
Seht es eilt voran ein Held! 
Fechtet mit gewohnter Hitze! 
Heister ist an eurer Spitze, 
Hei st er's Muth kennt alle Welt. 
Ein Knyphausen-Stirn wird zeigen 
Wie der Lorbeer zu erreichen, 
Den in Schlachten man erringt, 
Mirbach, Schmidt und Loßberg werden 
Weisen, wie man schon auf Erden 
Zur Unsterblichkeit sich schwingt. 
Man übersehe in den letzten beiden Strophen 
nicht, wie sich an die Aufführung der Namen 
hessischer Oberbefehlshaber die Hoffnung knüpft, 
unter solcher Führung unsterblichen Ruhm zu 
erlangen, und vergleiche dann damit die^ wahr 
haft lächerlichen Angriffe. Die folgende Strophe 
klingt alsdann wie auch Herr „Ph. L.", der 
Einsender des Gedichtes, hervorhebt, wahrhaft 
prophetisch, wenn man an den ruhmvollen, in 
Liedern mehrfach besungenen Tod des Oberst 
Donop bei dein Sturm auf Fort Redbank 
(21. Oktober 1777) denkt. Der Dichter nämlich 
führt fort: 
Einst wird die Geschichte melden 
Eines Donop, eines Helden, 
Welchen Ruhm er sich erstieg. 
Nach der Einsicht ächter Kenner 
Solche Führer, solche Männer, 
Leiten jederzeit zum Sieg. 
Ringt d'rum sieggewohnte Catten 
Nach Trophäen, werthen Thaten, 
Eilt, wohin der Nachruhm winkt! 
Beugt mit edler Britten Feuer 
Der Empörung Ungeheuer, 
Daß es in den Abgrund sinkt! 
Zum Schlüsse wendet sich dann der dichtende 
Grenadier, dessen Verse damals „zum Besten 
einer armen Grenadiers-Frau mit vier Kindern" 
gedruckt wurden, an die Engländer mit folgender 
Begrüßung: 
Tapfre Britten — edle Freunde! — 
Volk — das uns mit sich vereinte, 
Seht, wir weih'n euch wahren Muth!
        

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