Full text: Hessenland (3.1889)

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dings für Herrn v. Pf. nicht vorhanden ist, so sagt 
er allgemein: Landgraf Wilhelm VIII. habe keine 
Gesinnungstheilnahme für Friedrich II. gehabt. Er 
hätte aber, wollte er anders seine Leser richtig be 
lehren, sagen müssen: im Jahre 1 7 40. In der 
von ihm angegebenen und von mir gerügten All 
gemeinheit ist seine Behauptung falsch! Zu besonderer 
Lectüre empfehle ich nachträglich noch Herrn v. Ps. den 
Band I der Polit. Korrespondenz, S. 189 (die 
Instruction für den in Kassel accreditirten preußischen 
Gesandten von Korfs vom 4. Febr. 1741) und S. 
374 (Schreiben Friedrichs d. Gr. an L. Wilhelm 
vom 12. Oct. 1741), wo es heißt: Jo suis sensible 
autant qu’on peut l’etre aux marques 
d’amitie et d’attachement pour mes 
interets que vous venez de me donner. 
Wem das nicht genügt, dem ist nicht zn helfen! 
Was das Lager von Hameln, das König Georg II. 
von England zusammen ziehen ließ, mit den Ge 
sinnungen L. Wilhelms VIII. zu thun hat, ist mir 
unverständlich. Die Hessen standen im englischen 
Solde, hatten also dem König von England zu ge 
horchen. Wenn aber Herr v. Pfister bezw. sein 
Wortführer behaupten, die Truppen seien unter 
dem Landgrafen zusammen gezogen worden, um 
gegen Preußen verwandt zu werden, so weiß die Ge 
schichte davon absolut nichts. Der erste, der 
davon redet, ist ein gewisser Ferd. v. Pfister in einer Bio 
graphie L. Friedrichs II. Wir wissen nur, daß L. 
Wilhelm am 15. Juni 1741 zum Besuche König 
Georgs nach Hannover abreiste, von wo er aber schon 
bald wieder zurückkehrte (s. Teuthorn, Gesch. der 
Hessen XI, 250 f.); wir wissen ferner, daß König 
Georg die Absicht hatte, sich selbst an die Spitze 
seines Heeres zu stellen (Arneth, Maria Theresia, 
I, 231); sowie endlich, daß König Friedrich von 
Schweden als Landgraf von Hessen dem Könige Georg 
melden ließ: er wünsche seine 6000 Mann Hilfstruppen 
überhaupt nicht gegen Preußen verwendet zu 
sehen (Droysen, Gesch. der preuß. Politik, V. 1, 
S. 296). Trotzdem behauptet Herr von Pfister, die 
Hessen hätten unter ihrem Landgrafen gegen Friedrich II. 
im Felde gestanden! Wenn er aber ferner sagt, 
meine „Excerpte" singen erst mit 23. März 1743 an, so 
hat er meine Worte ganz und gar nicht verstanden; Diese 
lauten: Verhandlungen zwischen Preußen und Hessen- 
Kassel wegen eines Vertrages, abgeschlossen den 
2 3. Mürz 1 74 3. Die Verhandlungen waren 
bereits im April 1742 im Gange; darüber hätte sich 
Herr v. Pfister leicht belehren können, wenn er es 
nicht grundsätzlich verschmähte, „einseitige" Quellen, 
wie die Politische Korrespondenz Friedrichs des Großen 
zu Rathe zu ziehen. 
Auf wen demnach der Vorwurf der große n 
sachlichen Unkenutniß fällt, ergibt sich nach dem 
Gesagten von selbst. 
Zum Schluß noch eine Frage: Sie „excerpireu" 
wohl niemals aus Büchern, Herr von Pfister? — 
Nein, Sie schöpfen aps dem unversieglichen, aber 
etwas trüben Borne Ihrer eigenen Phantasie, und 
deshalb ist es Ihnen unbequem, wenn Sie an der 
Hand der Bücher kontrollirt werden. 
Ich will Ihnen deshalb für die Folgezeit den 
guten Rath ertheilen, excerpiren Sie fleißiger! 
Schöpfen Sie aus deu Quellen, die jedermann zu 
gänglich sind! Sonst werde ich mich auch noch nach 
vier, ja nach zehn Jahren für berechtigt halten, Ihre 
Werke an der Hand der bösen Bücher auf ihren 
wahren Werth zu prüfen! 
Kugo Urunner. 
Briefkasten. 
W. V. Marburg. Sehr erwünscht. Brieflich Näheres. 
H. H. Fulda. Der Schluß des Artikels „Johannisberg" 
folgt erst in der nächsten Nummer. Für die Mittheilungen 
besten Dank. Freundlichsten Gruß. 
F, St. Weiershof. Mit Dank angenommen, wird gleich 
älterer Einsendung in einer der nächsten Nummern unserer 
Zeitschrift zum Abdruck gelangen. 
W. H. Straßburg. Sie haben uns durch ihre Ein 
sendung große Freude bereitet. Ihr Herr Vater war uns 
wohlbekannt und mit Interesse haben wir Ihre Mittheilungen 
gelesen. Wir werden möglichst bald Ihrem Wunsche nach 
kommen. 
F. L. New-Aork. Für später zurückgestellt. 
Aus meinem Verlag empfehle: 
Mustek seit 70 Jahren, 
zugleich auch 
Hessen unter vier Regierungen, 
die 
westphälische mitinbrgrissen, 
von 
Fr. Müller. 
Preis gebd. 8 Mark. 
Ernst Hühn, HofbuäMnöler. 
Etwaige Unregelmäßigkeiten in der Zustellung 
der einzelnen Nummern des „Hrfsrnlandcs" bitten 
wir bei der Redaktion, Jordanstraße 15, oder in 
der Fricdr. Schcel'schcu Buchdrucker« Schloßplatz 4, 
anzumelden, damit alsbald Abhilfe erfolge» kann. 
Auch ersuchen wir die geehrten Abonnenten, uns 
von etwaigem Wohnungswechsel möglichst bald 
Kenntniß zu geben, damit eine Unterbrechung in 
der Zustellung unserer Zeitschrift vermieden wird. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Z meng er in Kaffel. — Druck von Friedr. Scheel in Kaffel.
        

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