Full text: Hessenland (3.1889)

— 212 
Salzlager, Mineralquellen, Salzseen u. s. w., von 
Dr. K. Ochsenius in Marburg. — Dem geschäft 
lichen Theile des Berichtes entnehmen wir, daß der 
Vorstand des Vereins für das Geschäftsjahr 1888 
bis 1886 aus folgenden Herren besteht: Oberstaats 
anwalt Bartels, Direktor, Realschuldirektor Dr. Acker 
mann , Geschäftsführer; Amtsgerichtsrath Knatz, 
Rechnungsführer; Prof. Dr. Keßler, Bibliothekar; 
ferner aus den Herren Dr. Kutter, Kathariner und 
Dr. Fennel. Am I. Januar 1886 zählte der Ver 
ein 14 Ehrenmitglieder, 56 korrespondirende Mit 
glieder und 82 wirkliche Mitglieder. 
„Die Steinhauer-Zunft zu Obernkirchen." 
Ein Beitrag zur Geschichte des Zunftwesens. Von 
Paul Hündorf. Jnaug. Diss. Halle a/S. 80 (76 S.) 
Die Stadt Obernkirchen in der Grafschaft Schaum 
burg verdankt ihre Entstehung einem Kloster, welches im 
12. Jahrhundert von Mönchen erbaut wurde. Das 
Material zum Bau lieferten die benachbarten Stein 
brüche, in welchen sich vorzügliche Sandsteine fanden. 
Der Tradition zufolge siedelten sich um das neuerbaute 
Kloster Handwerker (Steinhauer) an, welche die Bau 
kunst betrieben. Als Hörige des Klosters verrichteten 
sie die Steinhauerarbeiten unter Leitung der Mönche. 
Allmählich entzogen sie sich dem Einfluß und der 
Aufsicht der Geistlichkeit, verschafften sich Selbst 
ständigkeit und Unabhängigkeit und bildeten sich 
zu freien Zünften aus. Die erste urkundliche Auf 
zeichnung der Zunftprivilegien stammt ans dem Jahre 
1567. Die betreffende Urkunde gelangt in dein vor 
liegenden Merkchen zum Abdruck. Es reiht sich eine 
eingehende Besprechung an, worin die einzelnen Be 
stimmungen beurtheilt und in Vergleich zu denen 
anderer Zünfte gebracht werden. Es folgt dann ein 
weiterer Zunftbrief, gegeben am 6. Mai 1680 vom 
Landgraf Karl von Hessen, durch welchen die Rechte 
der Steinhauer neu bestätigt und weitere Bestimmungen 
und Privilegien festgesetzt werden. Dieser letztere steht 
im Gegensatz zu der erst erwähnten Urkunde, denn 
während diese durch einen gemeinschaftlichen Vertrag 
der Steinhauer unter sich, ohne behördliche Einsprache, 
war, ist jener durch die landesherrliche Obrigkeit ge 
geben worden. Die §§ über den Zunftzwang, den 
Ausschluß der fremden Konkurrenz, das Verbot Waare 
zu Schleuderpreisen, unter der Taxe, zu verkaufen u. 
v. A. liest man, da alle diese Fragen jetzt wieder 
aktuelle Bedeutung erlangt haben, mit Interesse. Es 
folgt dann eine Besprechung des Gesellen- und Lehrlings- 
Wesens in den verschiedenen Zeiten und die Darlegung 
der Zunftverhältnisse von 1663 bis zur Auflösung 
der Zunft im Jahre 1882. Differenzen zwischen der 
Kurhessischen Regierung und der Zunft in Bezug auf 
Ueberweisung der Steinbrüche an letztere, legten (1856) 
die Auflösung der Zunft nahe. Im Jahre 1872 bildete 
sich eine Gewerkschaft in der Form einer Aktiengesell 
schaft, 10 Jahre lang bestand unter diesen veränderten 
Verhältnissen die Zunft — freilich blos dem Namen 
nach — noch fort, 1882 erfolgte die Auflösung. 
A. 
Berichtigung, 
In dem Artikel „Johannisberg" der vorigen Nummer, 
Seite 191. 1. Spalte, Zeile 5 v. o. muß es statt Johann 
Christian von Buttlar heißen: Johann Christoph von 
Buttlar. 
Briefkasten. 
A. D. Kirchditmold. Ihre interessanten Ziandbemerkungen, 
für welche wir Ihnen unseren Dank abstatten, sind leider 
zu spät eingetroffen, um noch in die heutige Nummer 
unserer Zeitschrift aufgenommen werden zu können. Der 
Abdruck wird sonach erst in nächster Nummer erfolgen. 
F. St. Kassel. Entschuldigen Sie die eingetretene 
Verzögerung. Wir werden in der Kürze das Versäumte 
nachholen. 
H. F. Witzenbausen. Ihr Vorschlag hat doch auch seine 
bedenkliche Seite. Sollten Sie in der Kürze nach Kassel 
kommen, so bitte ich mich mit Ihrem Besuche zu beehren, 
wir können dann die Sache mit einander bereden. 
Freundlichsten Gruß. 
W. II. Wiesbaden. Recht gern. 
Im Verlage von Ariedr. Scheel' in 
Cassel ist soeben erschienen und daselbst 
(Schloßplatz 4) sowie durch alle Buch 
handlungen zu beziehen: 
Schwarzes |>cl)u«ilt>. 
Von Karl Brandt. 
Mit einer Abbildung. Preis 1 Mark. 
Allgemeine Ausstellung 
für 3iigd> Fixieret und $pod — Snlfes 1889. 
Man derselben. 
Situationskarte -er Carlsane. 
Neu! 
Uusstcht von der Arangeric nach 
der Harl'saue. 
Ein dreiseitiges Gedenkblatt. 
Preis 15 Pfennige. 
Verantwortlicher Redakteur und VeAeger F. Zmeng er in Kassel. — Druck von Friede. Scheel in Kassel.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.