Full text: Hessenland (3.1889)

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liches Einschreiten die gute Ordnung und Haus- 
wirthschaft bald wieder herstellte. Wackere Äebte 
standen hiernach dem Kloster vor und das An 
sehen desselben hob sich immer mehr. Da sollte 
im Jahre 1525 der Rheingauer Ausstand dem 
Kloster neue Gefahren und es dem Untergange 
nahe bringen. Als dann im Jahre 1552 Mark 
graf Albrecht von Brandenburg die Abtei über 
fiel, dieselbe plünderte und größtentheils in Asche 
legte, dazu noch der letzte Abt Valentin Horn 
sich eine heillose Mißwirthschaft zu Schulden 
kommen ließ, da war Rettung nicht mehr mög 
lich. Der Abt wurde seiner Würde entsetzt, 
Kurfürst Daniel von Mainz richtete die Abtei 
zu einer Kellerei ein und schon 1573 war auch 
keine Spur mehr von einem Kloster übrig. 
Später verpachteten die Kurfürsten und Erz 
bischöfe von Mainz die Kellerei, einzelne Güter 
erhielten die Jesuiten; die Bemühungen der 
Benediktiner zur Wiederherstellung der Abtei 
aber waren, trotzdem sic vom Papste Gregor XV. 
begünstigt wurden, vergeblich. Sie scheiterten an 
dem Widerspruche des Kurfürsten von Mainz, 
Johann Schweikhardt. Im Jahre 1631 richteten 
die Schweden greuliche Verwüstungen aus dem 
Johaunisberge an. Die wenigen Gebäude, die 
noch vorhanden waren, wurden von ihnen gänz 
lich niedergebrannt, die Weinberge verheert und 
alle Anlagen verwüstet. Nur der Grund und 
Boden widerstand ihrer Vernichtungswuth. Nach 
ihrem Abzüge wurden zwar die nothwendigsten 
Oekvnomiegebäude wieder aufgerichtet, die Wein 
berge wieder angepflanzt, die Gärten und Felder 
wieder in den gehörigen Stand gesetzt, die Ein 
künfte durch einen kurfürstlichen Kellereiverwalter 
fort erhoben, aber die Mainzer Regierung war 
nicht im Stande hier dauernd zu helfen. „Die 
Schweden hatten während vier Jahren das Erz 
stift unaussprechlich erschöpft, mau mußte daher 
an Sparsamkeit und Einschränkung der Aus 
gaben denken; die Oekonomie des Johannisbergs 
war lästig und kostspielig und nahm fast alle 
Einkünfte in Anspruch, man fand daher rüth- 
licher, das Kloster und die Güter gegen Dar 
legung des entsprechenden Kapitals in Nutzbarpfand 
zu geben. Nach manchem fruchtlosem Versuche 
fand sich hierzu der Reichspsennigmeister Hubert 
von Bleymann bereit, welcher 1641 gegen Be 
zahlung eines Pfandschillings von 30,000 Rthlrn. 
in den Besitz gesetzt wurde, die Güter verwalten 
ließ und die daraus fallenden Einkünfte ohne 
Rechnnngsablage einhob." Nach dem Tode Bley- 
dem päpstlichen Legaten von Cusa, bezweckte bei dem in 
jener Zeit in vielen Benediktinerklöstern eingetretenen 
Verfall der klösterlichen Zucht eine strengere Observanz 
der Gelübde der Mönche im hohen Geiste und Sinne 
des Stifters des Ordens. 
manns übernahin sein Schwager von Giese die 
Verwaltung. Die Erben desselben fanden tu 
dem Besitz des Johannisbergs kein Heil. Sie 
kündigten dem Erzbischof den Pfandschilling auf; 
die Hofkammer gerieth dadurch in arge Ver 
legenheit und ließ den Johannisberg allenthalben 
antragen. Der Fürstabt von Fulda, Konstantin 
von Buttlar wurde davon durch seinen Bruder, 
den damaligen Vicedom von Mainz, benachrichtigt, 
ihn, den Primas des Ordens xsr Ltsrirmniain 
st Galliam, zog der Besitz dieser ehemaligen 
Benediktinerabtei um so mehr an, als das Hoch- 
stift Fulda mit derselben geistig verbrüdert, auch 
schon in älteren Zeiten im Rheingau begütert 
gewesen und der Johannisberger Weinberg wohl 
auch, wie bereits erwähnt, seine Entstehung dem 
fünften Fuldaischen Abte, dem nachherigen Erz 
bischof von Mainz, Rhabanus Maurus, sowie 
die Veredelung des dortigen Weinbaues den 
Benediktinern zu verdanken hatte. Fürstabt 
Konstantin von Buttlar gab daher 1716 seinem 
Kanzler von Schildeck Auftrag und Vollmacht, 
desfallsige Unterhandlungen in Mainz anzu 
knüpfen und nicht lange währte es, daß dieselben 
zu einem beide Parteien befriedigenden Ergeb 
niß gelangten. Am 20. Juni 1716 wurde niit 
Genehmigung beiderseitiger Kapitel zwischen dem 
Kurfürsten und Erzbischof von Mainz Franz 
Lothar von Schönborn und dem Fürstabte von 
Fulda, Konstantin von Buttlar, der Vertrag 
abgeschlossen, wonach dem Hochstifte Fulda gegen 
Abtragung des Pfandschillings und Zahlung einer 
Nebensumme, im Ganzen 75,392 Gulden, das 
Kloster Johannisberg sammt Grundbesitz auf 
ewig eigenthümlich überlassen wurde. 
Fürstabt Konstantin reiste gleich nach Abschluß 
des Vertrags über Hcrbstein, Münzenberg und 
Friedberg in seine neue Besitzung Johannisberg 
und, bezaubert von der Schönheit dieses para 
diesischen Gefildes, fand er, daß er wohlgethan 
hatte. Er beschloß alsbald, die Abtei zwar 
nicht mehr zum alten Klosterstand zurückzuführen, 
wohl aber eine Kirche und ein fürstliches Schloß 
zu errichten, mit dessen Bau zwar schon 1717 
begonnen wurde, dessen Vollendung aber erst 
1730 unter der Regierung seines Nachfolgers, 
des Fürstabtes Adolf von Dalberg, erfolgte. 
In dem Besitze des Hochstiftes Fulda gelangte 
der Johannisberg zu jener hohen Berühmtheit, 
deren er sich heute noch erfreut. Doch ehe wir 
in der Geschichte desselben fortfahren, möge es 
uns gestattet sein, uns mit dem Leben des hoch 
sinnigen Fürstabtes Konstantin von Buttlar zu 
beschäftigen. 
Fürstabt Konstantin von Buttlar ent 
stammt jenem Zweige des alten Geschlechtes der 
fränkischen Ritterschaft, Kantons Rhön-Werra,
        

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