Full text: Hessenland (3.1889)

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Willst du nicht stehen, mein Fuß, werden die 
Steine dein Bett.) 
Zwei hinzukommende Studenten erbarmten sich 
seiner und brachten ihn nach Hause. Anderen Tages 
stattete er denselben seinen Dank ab. Eine andere 
interessante Episode aus dem Leben des Paganus erzählt 
uns gleichfalls Strieder. Paganus hatte sich die Tochter 
eines gewissen Marburger Rathsverwandten in Ge 
danken als seine Braut ausersehen. Bevor er sich 
um die elterliche Einwilligung bewarb, gedachte er 
erst die Neigung des geliebten Gegenstandes zu er 
forschen. Es fügte sich, daß beide bei einem Hoch 
zeitsmahle zusammentrafen. Er näherte sich als ein 
Liebhaber, dessen Lebensgeister zugleich von Liebe uub 
Wein in Flammen gesetzt worden. Noch vor Aus 
gang dieses Jahres habe ich mich, wenn das Glück 
gut ist, zum Ehestand entschlossen, wird mein Engel 
diesem Beispiele nicht auch folgen? Das war die 
Anrede, womit er sich die Bahn zu seinem Liebes 
anirage eröffnete. Er bekam alsbald folgende Ant 
wort: Mein Herr Puit (Poet), ihr möget freien, 
wann ihr wollt, wenn es mir wird gelegen sein, will 
ich auch freien. Ganz betroffen zog sich der Pro 
fessor allmählich zurück, vertilgte alle Heiratsgedanken 
aus seiner Seele und blieb ledig für sein ganzes 
Leben. In Marburg befiel ihn eine zehrende Krank 
heit, die ihn veranlaßte, nach seinem Geburtsstädtchen 
Wanfried zurückzukehren. Dort starb er, wie bereits 
oben angegeben, ant 29. Mai 1576. In der Wan 
frieder Kirche ließen ihm seine Enkel ein Epitaph 
aufstellen, das einer seiner Schüler, Johann Schim- 
melpfeng, angefertigt hatte. — Er hat eine außer 
ordentlich große Anzahl von lateinischen Gelegenheits 
gedichten, darunter viele Hochzeits- und Gratulations 
gedichte, sowie Carmina didaktisch-philosophischen und 
historischen Charakters, verfaßt, Strieder führt dte- 
selben einzeln an. Auch eine Oratio funebris in 
obitum Philippi Hassiao Landgravii carmine 
heroico conscripta und eilt Carmen in obitum 
Justi Vulteji, ferner eine Schrift über Horaz: 
kn Q. Horatii Fl. odas, satiras et epistolas argu 
menta, Francofurti 1567, stammen von ihm. Sein 
werthvollstes Werk aber dürfte die erst lange nach 
seinem Tode veröffentlichte „Praxis metriea, h. e. 
phrases, elegantiae et vocabulorum authoritates 
et inventiones poeticae, ex praecipuis poetarum 
coriphaeis congesta“, Francofurti 1609, sein. 
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