Full text: Hessenland (3.1889)

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wichtiges Interesse des gesamniten Reiches: daß 
der Burgunder nicht am Rheine festen Fuß fassen, 
daß er nicht das ganze Erzstift an sich reißen 
konnte, hinderte fast nur die Thatkraft und 
Tapferkeit.der Landgrafen und der ihnen ge 
folgten mannhaften Hessen: es ist dies gewiß 
einer der größten Augenblicke der 
hessischen Geschichte! 
(Fortsetzung folgt.) 
mische Kolöaien in Wewport während der Fahre M6 
bis M9, Kessen Belagerung im Fahre M8/ } 
Von <£l. D. m. 
(Fortsetzung.) 
Am 15. August klärte sich das Wetter und nun 
sah man auf dem Festlande zwischen zwei Hügeln 
das Lager der Amerikaner, welches fast fünf englische 
Meilen Front zeigte. Tag und Nacht arbeiteten 
die Engländer an ihren Fortifikationen, die sie 
gegen den vierfach überlegenen Feind zu behaupten 
gedachten. Mit Bäumen und Gestrüpp ver 
stärkte man die Verschanzungen, fuhr 10 Batterien 
auf und schlug verschiedene Scheinangriffe der 
Amerikaner erfolgreich zurück. Am 17. eröffneten 
die letzteren das Feuer und die Engländer warfen 
neue Verschanzungen auf, um ihre Flanken zu 
decken. Am 19. kam es zu einem kurzen Artillerie 
gefechte. Die Engländer zogen den Kürzeren, 
da ihre Geschütze meist von Matrosen bedient 
wurden, die sich auf dem Land ziemlich ungeschickt 
benahmen. Viele Geschosse des Feindes richteten 
in dem überfüllten Lager großen Schaden an. 
Pigot mußte sich in die Befestigungen hinter 
Tammany Hill zurückziehen, die er jedoch am 20. 
zu verlassen gezwungen war, da zwei amerikanische 
Batterien ein erfolgreiches Feuer auf sie richteten. 
Die Ausdauer des Feindes ließ vermuthen, daß 
er auf eine baldige Rückkehr der französischen Flotte 
rechnete und dann freilich hatten die Belagerten, 
zwischen dem Feuer zweier überlegener Gegner, 
*) Die Leser wird es interessieren, zu erfahren, daß der 
Redner, welcher den oben im Auszuge wiedergegebenen 
Vortrag in dem Newporter Geschichtsverein gehalten, der 
Rechtsanwalt Dr. Joseph R os eng arten in Phila 
delphia ist, ein Deutschamerikaner, der u. a. auch auf 
deutschen Universitäten (Heidelberg) seine juristischen 
Studien gemacht hat. Er entstammt einer hessischen Fa 
milie. Sein Vater, ein geborener Kasseler, Sohn 
des in den 50er Jahren dahier verstorbenen Hoffaktors 
David Rosengarten, wanderte 1821 in seinem 18. Lebens 
jahre von Kassel nach Amerika aus, ließ sich in Phila 
delphia nieder und ist der Begründer der dortigen großen 
weltbekannten Chininsabrik. — Rechtsanwalt Dr. Joseph 
Rosengarten ist der Verfasser vieler Schriften, von denen 
wir hier nur diejenige anführen wollen, welche sich mit 
den Deutschen und Deutschamerikanern beschäftigt, die in 
den drei amerikanischen Kriegen eine hervorragende Rolle 
gespielt haben. (Anm. d. Red.) 
wenig Aussicht auf erfolgreichen Widerstand. 
Selbigen Abends noch erschien sie in der früheren 
Formation. Es waren nur noch 11 Schiffe, von 
denen einzelne während des Sturmes ihre Mast 
bäume verloren hatten. Die Nacht verging in 
banger Erwartung. Die erschöpften Truppen 
durften nicht aus den Waffen treten. Viele 
englische Matrosen desertirten, um der Gefangen 
schaft oder dem fast sicheren Tode während einer 
nahezu aussichtslosen Vertheidigung zu entgehen. 
Um dem ein Ende zu machen, wurden allerlei 
falsche Gerüchte verbreitet: Clinton habe Washington 
geschlagen und letzterer die amerikanischen Truppen 
zu sich beordert; Lord Howe folge der französischen 
Flotte, die er bald zerstört haben werde u. s. w. 
So verstrichen die nächsten zwei Tage und dann 
segelten die Franzosen ab. Alles athmete er 
leichtert auf. Pigot konnte sich das Benehmen 
der Franzosen nicht erklären bis er erfuhr, daß 
ihre Schiffe schwer durch den Sturm gelitten 
hatten. Sie hatten gehofft, Newport bereits im 
Besitze der Amerikaner zu finden. Als sie sich 
von dem Irrthume überzeugt hatten, fuhr die 
Flotte nach Boston, um dort die nöthigen Aus 
besserungen vorzunehmen. Unterdessen trafen die 
Amerikaner alle Vorkehrungen zu einer regel 
rechten Belagerung. Ihren vier Batterien 
schwerer Geschütze fügten sie eine fünfte hinzu 
und eröffneten am 24. eine heftige Kanonade, 
die von gegnerischer Seite erwidert wurde und 
den ganzen Tag über dauerte; während der Nacht 
wurde aus Mörsern geschossen. Folgenden Tags 
war die Hitze so furchtbar drückend, daß auf 
beiden Seiten die Feindseligkeiten eingestellt wurden 
bis zur Nacht, wo die Amerikaner einen Angriff 
auf die Vorposten unternahmen, der zu einem 
scharfen Gefechte führte, in welchem sie nur mit 
Mühe zurückgeschlagen wurden. Am 27. brachten 
drei englische Fregatten die willkommene Nachricht, 
daß General Gray mit 3500 Mann von Neu- 
Aork aus Hülfe bringe und sich bereits eingeschifft 
habe. In der Nacht fuhren die Amerikaner einen
        

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