Full text: Hessenland (3.1889)

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major, 1766 Generallieutenant, 1767 Statthalter 
von Schleswig und Holstein, 1776 Gouverneur 
über Nord-Ditmarschen, 1782 Generalfeldmarschall. 
In Hessen war er 1753 Hauptmann, 1755 
Oberst, 1771 Generallieutenant, 1803 General 
der Infanterie. Er leitete 1788 den Feldzug 
gegen Schweden, den er selbst beschrieben, und 
hatte 1778 dem preußischen Feldzüge in Böhmen 
als Freiwilliger beigewohnt. 
Landgraf Friedrich von Hessen-Kassel, 
ein Bruder des vorigen, geboren 1747 zu Kassel, 
gestorben 1837 zu Frankfurt a. M., war 1760 
kgl. dänischer Oberst, 1766 Generalmajor, ging ! 
1769 in holländische Dienste, wurde dort Ge 
nerallieutenant und 1784 Gouverneur von 
Mastricht. In Hessen war er 1754 Hauptmann, 
1757 Oberst, 1771 Generallieutenant. 1803 
General der Kavallerie. Er legte in Rnmpen- 
heim das Erbbegräbnis an. 
Friedrich, ein Sohn des Landgrafen Karl 
und Enkel Friedrichs II., geboren 24. Mai 1771, 
gestorben 24. Februar 1845, seit 1836 Landgraf, 
1777 k. dänischer Oberst, 1795 Generallieutenant, j 
1800 Generalgouverneur von Rendsburg. Als 
Freiwilliger machte er unter Landgraf Wilhelm IX.. j 
seinem Oheim, den Feldzug in der Champagne i 
mit. 1794 hessischer Generalmajor, feierte 1838 
sein 60jühriges Dienstjubiläum. 
Georg, Landgraf v. Hessen-Darmstadt, ein Sohn 
des Landgrafen Georg II., geboren zu Darmstadt 
1632, gestorben zu Lauterbach bei Bohl 1676, 
wohnte in kgl. schwedischen Kriegsdiensten dem 
Feldzug in Polen bis zum Olivischen Frieden 
1660 bei. 
Georg, Prinz von Hessen-Darmstadt, ein 
Sohn Ludwig VI., geboren 1669, ging 1691 in 
kaiserliche Dienste, wurde Oberst, 1092 General 
feldwachtmeister, 1694 Generalfeldmarschalllieute 
nant, 1699 Generalfeldmarschall, ging 1695 als 
kommandirender General nach Spanien, trat in 
kgl. spanische Dienste, wurde 1697 Grand von 
Spanien, dann Vizekönig von Catalvnien, 1704 
Generalvikar des Königreichs Aragonien, er 
oberte l 704 Gibraltar und starb 1705 bei der 
Belagerung von Barcelona. 
Philipp, ein Bruder des vorige», gebore» 
1671. Nahn: 1693 kaiserliche Kriegsdienste, war 
1695 Generalwachtmeister, 1697 Inhaber eines 
Kürassier-Regiments, 1698 Kommandant der 
Festung Freiburg, 1700 Generalfeldmarschall- 
Lieutenant, 1704 General der Kavallerie, 1708 
Generalfeldmarschall und Generalkommandant 
aller Truppen iin Königreich Neapel, 1714 
Statthalter von Mantua. Nachdem er 1734 
nach Wien zurückberufen war, starb er dort 1736. 
„Es gibt wohl kaum einen Offizier im deutschen 
Heere, dem während seiner Studienzeit nicht der 
Name „Brcithaupt" begegnet wäre. Die Brcit- 
haupt'schc Kipprcgel, der Breithaupt'sche Meßtisch, 
vor Allem aber der Breithaupt'sche Zünder haben 
Anspruch auf Unsterblichkeit.* So beginnt ein warmer, 
fachmännischer Nachruf der „Post" (Nr. 92), Berlin 
den 2. April l. I., von dem Verfasser der militär 
ischen Korrespondenz, den das „Kasseler Journal" 
(Nr. 83) am 7. April wieder abdruckte. 
Wie weit nun der Verewigte in der Geschichte des 
Kasseler Hauses Brcithaupt —, das nun seit l 37 Jahren 
auf dem Gebiete der mathematischen, physikalischen 
und technischen Wissenschaften, besonders dem Ver 
messungswesen, rühmlichst thätig, unter seinen zwei 
Neffen, Fritz und Wilhelm Breithaupt, fortblllht — 
seinen Platz findet, wird ein schon längst (Jahrgang 
1888 S. 79) versprochener Aufsatz den Lesern des 
„Hcssenlandes" in Kürze darthun. Heute gilt es 
das reiche, schafsensfrohe Leben dcö Entschlafenen in 
kurzen Umrissen zu zeichnen. 
Wilhelm Ferdinand Brcithaupt 
wurde am 5. September 1809 zu Kassel als 
dritter Sohn des späteren Hofmcchanikus und Kur 
fürstlichen Münzmcistcrs Friedrich Wilhelm Brcit 
haupt (f 1855) und seiner Ehefrau, geb. Frömb- 
ling, geboren. 
Nach offiziellen Angaben trat derselbe 1825 bei 
einer leichten Batterie in kurfürstlich hessische Artillerie- 
dienste und rückte nach Ablegung der vorgeschriebenen 
Prüfungen stufenweise zum Portcpcefähnrich, Unter-, 
Oberlieutenant, Hauptmann und Batteriechef vor. 
Schon frühzeitig zu besonderen Dicnstfnnktionc», und 
zwar bei einer neu errichteten Pionier- und Pon- 
toniertruppe, als inspizierender Offizier bei Gewehr- 
fabriken, als Adjutant der Gcncralartillcrieinspektion, 
bei den ersten Versuchen und der Einführung des 
Schrapnels, bei der Bestimmung der neueren Hand 
feuerwaffen verwendet, machte er in diesen verschie 
denen Wirkungskreisen Vorschläge und Entwürfe über 
Organisation und Ausbildung technischer Truppen 
und Verbesserung der Feuerwaffen, ganz vorzüglich 
lilhelm Wtler v. Kreilhaupl 
Ein Lebensbild. 
Friedrich
        

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