Full text: Hessenland (3.1889)

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Ob die Sentabotte als schwedische Herscher noch 
Norwegen, oder aber als etwaige norwegische noch 
Schweden hinzu erworben hätten, ließe bei einigem 
Fleiße sich doch wol entscheiden. Eben so unschwer 
ist eine zeitfdlgische Feststellung der Würden des 
raspischen Ludwigs. Herr Dr. Seelig siehet 
nur Besitztitel gisischer Allode, verweilet aber nicht 
beim hessischen Grafen-Amte, das für ihn gar nicht 
vorhanden scheint. Und doch war dieses uralte 
ehrwürdige Gebot wol beßer und fester begründet, 
denn die aus Kaiserlicher Entschließung frisch ge 
schaffene landgräfliche Würde über Düringen, das 
durch Jahrhunderte als strittig zwischen den Stammes- 
Herzogtümern Sachsen und Franken hin und her ge- 
zerret war. Wie die gesamte folgende Geschichte 
erwiesen hat, lag des raspischen Hauses stärkste 
Wurzel in Hessen — ob dieß als Sekundo-Genitur 
gegolten habe, oder nicht. Das düringische Land 
grafentum gewann eben seine Bedeutsamkeit, die es 
unter den Wintzenburgern doch mit Nichten besehen 
hatte, erst durch Anlehnung an unser altes Hessen. 
Mir schien es Pflicht, hierbei für unseren volks 
tümlichen Wert zu zeugen. Wir Hessen kommen ja 
meistens zu kurz. Ausführlich handelte ich darüber 
einst in Nrn. 985 und 993 der „Hessischen Blätter", 
Jahrganges 1883. Erwähnt sei nur, daß der dort 
vorkommende Ausdruck „vorn Reiche unabhängig" 
oder „selbsthrrlich" doch nicht wörtlich verstanden 
sein will, sondern nur gegensätzlich zum Verhältnisse 
Düringens. Nach Herrn Dr. Seelig hiuwider müßte 
folgerichtig Hessen etwa zuvor schon staatlich zu 
einem doch gar nicht bestandenen Düringen gehört 
haben. Den Ausdruck „Tron" betreffend, so kann 
solcher offenbar zu jener Zeit für beide Länder 
nur bildlich gemeint sein. 
Unbegründet, schief, wislungen, völlig verkehrt, 
u. s. w. findet Herr Dr. Seelig meine Ansichten; 
da ich mich doch um seine, etwa einschlägigen bis 
lang niemals bekümmert hatte. In der Tat eine 
peinliche, zumal jeden älteren Mann verletzende 
Selbstverkennung, wie ich solche schon in Nr. 5 
allgemein beleuchtet habe. Nicht etwa befugte Kritik, 
nein, geslißentliches Vordrängen ist es. Und da 
spricht man, in Umkehrung des tatsächlichen Verlaufes 
und Verhaltes, gar von Abwehr, wo fortgesetzte 
kränkende, unholde Angriffe vorliegen. Überdieß 
gestattet sich Herr Dr. Seelig mich sprechend ein 
zuführen: d. h. mich von ihm vorgeschlagene Worte 
reden zu laßen. Aber bei allem, was er schreibt, 
vermeint er noch nicht einmal aus Grenzen persönlicher 
„Zurückhaltung" heraus getreten zu sein. Nun, auch 
fürder werde ich Jeden, der mich angreift — sei 
er wer da wolle — zu bescheiden wißen. 
v. Pfister. 
(sieh nächste Spalte oben) 
' Nachschrift: Da mein Idiotikon erschienett 
war, schrieb mir Herr Professor Heyne, daß er es 
gerne früher zur Hand gehabt hätte. Heute empfieng 
ich folgende Zeilen. . . . ^ 
„Gegen Ihre Zusammenstellung von ahd.Hraspo 
mit hraspon und dem starken hrsspan ist nichts 
zu erinnern; wie auch Ihre Auffaßung des 
Verhältnisses zu rapen, raffen, rapsen, (rapschen) 
ganz meine Billigung hat? 
Göttingen, den 22. März 1889. 
Ihr u. s. w. 
M. Heyne. 
Serichtigmg, 
In den „Gnomen" von Feodor Löwe, Seite 61 der 
Nummer 5 unserer Zeitschrift muß es im ersten Verse 
statt: 
Das Glück ist flüchtig, keinem Bunde 
Gewiß dies zum Verweilen zwingt" 
heißen: 
„Das Glück ist fliichtig, keinem Bunde 
Geneigt, der's zum Verweilen zwingt." 
Briefkasten. 
C. R. Philadelphia. Wir werden mit Ihrem Artikel in 
der nächsten Nummer unserer Zeitschrift beginnen. Ent 
schuldigen Sie die Verzögerung und empfangen Sie noch 
mals unseren verbindlichsten Dank. 
Juliu8 W. Br. Berlin. Besten Dank und freundlichsten 
Gruß. 
0. v. P. Marburg. Haben alsbald nach Empfang die 
Notizen in gewünschter Weise an den Verfasser des Ar 
tikels abgegeben. Sollen benutzt werden. Das frühere 
Manuskript kommt möglichst bald zum Abdrucke. Freund 
lichsten Gruß. 
D. W. Marburg. Der zuerst eingesandte Artikel, Hel 
marshausen, muß eine kleine Umänderung erfahren und 
wird dann aufgenommen werden. Von den beiden ande 
ren Artikeln wird der zweite demnächst zum Abdrucke ge 
langen, der erste eignet sich nicht für unser Blatt. Ent 
schuldigen Sie die Verzögerung und genehmigen Sie den 
Ausdruck unseres Dankes. 
H. Sondheim. Senden Sie Ihre Arbeit gefälligst zur 
Prüfung ein. Vesten Gruß. 
Th. K. Grünberg. Sie erhalten in den nächsten Tagen 
brieflich Antwort. 
DM- Wir verfehlen nicht, unsere Leser auf die soeben er 
schienene „Bibliotlieca biographica“, reichhaltige Samm 
lung von Monographieen zur Geschichte einzelner Personen 
und Familien, Briefwechsel, Memoiren rc. aus dem an 
tiquarischen Bücherlager von Paul Neubner in Köln a. Rh., 
in welcher auch unsere hessische Literatur gebührend ver 
treten ist, aufmerksam zu machen. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zw eng er in Kassel. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.
	        

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