Full text: Hessenland (2.1888)

Das „Hesscnland", Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monatlich, zu Anfang 
und Mitte jeden Monats, in dem Umfange von I1/2—2 ßmjcu Quartformat. Der Abonnementspreis beträgt gleichmäßig 
für hier und auswärts vierteljährlich 1 Mark 50 pfg. Einzelne Nummern kosten je 30 pfg. Auswärts kann unsere 
Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post, oder durch den Buchhandel, auf Wunsch auch unter Streifband bezogen 
werden; hier in Kassel nimmt die Redaktion, Jordanstratze tö, und die Buchdruckerei von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, 
Bestellungen an. In der Post-Zeitungsliste für das Jahr 1688 findet sich das „Hesseniail-" eingetragen unter Nr. 2641. 
eine Vaterstadt. 
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u ließe, traute Vaterstadt 
Im schönen Lahngefilde, 
<Ls sieht mein Aug' sich nimmer satt 
An deinem alten Bilde. 
Ob Schnee aus deinen Dächern liegt, 
Dß lenzesgrün sich Bräutlich schmiegt 
Am deiites Schlosses Hallen, 
Dit wirst mir stets gefallen. 
Bist ähnlich, Marßurg an der Lahn, 
Der sürstlicheti Matrone, 
Mit langem Mantel angethan 
And aus dem Haupt die Krone. 
Des Kleides Saum, das dich umschmiegt, 
Auf einem grünen Schemel liegt, 
Dartim des Flusses Vogen 
Gin schimmernd Band gezogen. 
Stolz schaut sie in das Land hinaus, 
Die altersgraue Veste; 
Am Berge hängt manch' Bürgerhaus 
Gleich einem Schwalßenneste. 
And in dem Thale, nah' ßeim Hain, 
Da steht, ein hohes Lied aus Stein, 
Das Gotteshaus, das hehre, 
Der frömmsten Frau zur Ghre. 
Swar ziehn in winklig steilem Lauf, 
Vie Pfade für die Sw er ge, 
Gar manche Gaffen kühn hinauf 
Vom Thal ßis hoch zum Berge. 
Doch, wo mein Fuh auch rastend weilt, 
Mein Blick rings zu den Höhen eilt: 
Da wird er Bald erreichen 
Viel Bilder ohne Gleichen. 
And oß im ersten Sonnenglühn 
Die Höhen rings erglänzen, 
Kß zart des Aßends Rosen ßlühn 
And dir das Haupt umkränzen: 
Wie ich dich immer auch erschau', 
Du schön gekaute, stolze Frau, 
Stets seh ich ßei dem alten 
Dich neuen Reiz entfalten. 
Doch eßenso wie die Natur 
Dich reich ßedacht mit Spenden, 
So treff' ich deines Geistes Spur 
Bis an des Reiches Enden. 
Dit strahlest nah und leuchtest fern, 
Du Bist, wie einst, ein heller Stern 
Am kühnen Himmelsßogen, 
Den deutscher Geist gezogen. —
	        

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