Volltext: Hessenland (2.1888)

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und überkommenen Misständen des schrecklichen 
dreißigjährigen Krieges her von Neuem begründet 
hatte. Friede im Lande auf bürgerlichem wie kirch 
lichem Gebiete; Künsten und der Betriebsamkeit, 
freiem Handel und Wandel, freudiger Entfaltung 
aller Kräfte und Gaben ein gesicherter Wetteifer- 
verbürgt; und doch ruheten während dieser Zeit 
draußen die Waffen nicht. Durch vier Jahrzehende 
haben die hessischen Truppen mit seltener Unter 
brechung unterm Landgrafen Karl die Waffen wider 
Frankreich oder dessen Verbündete getragen. Was 
daheim von solchen Wirren verspürt und durch den 
Schmerz über teure Opfer blutiger Kämpfe empfun 
den ward, erschien versöhnt in der kernigen deutschen 
Haltung des States, aber auch in der Liebe zu 
einem edlen Fürsten-Pare, das sich eins mit allen 
Schichten seines Volkes wußte: fürstliche Hoheit zu 
sammen mit bürgerlich strenger Ehrbarkeit waltete 
auf Hessens Trone. — H. Brand weiß zu schildern, 
also daß uns der Väter entschwundene Welt, gleich 
gesunkenen Schätzen vor kundiger Zauberformel, sich 
wiederum aus ihrer Gräber Staube zu heben scheint. 
Wir lernen die Leute kennen, leben mit ihnen, ge 
winnen sie lieb, bauen an ihrer Tugend uns auf in 
eigenem Gemüte. Und über allem, was wir schauen 
und hören, ligt ergoßen der Schmelz jener inneren 
geschichtlichen Wahrheit, die für sich selber zeugt. 
Bei jedem Tritte und Schritte erweiset sich H. Brands 
gründliche Befleißung in zeitgenößischen Dingen, sei 
es in volkstümlicher und sittigungsmäßiger, sei es in 
kriegsgeschichtlicher Hinsicht. Nicht minder anzu 
erkennen ist das feine Verständnis, womit H. Brand 
gewisse Gemüter in ihrer ausgeprägten Wesenheit 
zu zeichnen vermag. 
Gewidmet ist das Buch Ihrer Königlichen Hoheit 
der Frau Landgräfin Anna von Hessen, geborener 
Prinzessin von Preußen. 
v. F»fister. 
Briefkasten. 
M. H. Regensburg. Besten Dank für die sehr will 
kommene Gabe, die in Bälde verwandt werden wird. 
?. R. Marburg. Ihren Zwecken dürfte entsprechen: 
1) die in Stuttgart im Verlag von Bonz erscheinende 
„Deutsche Dichtung." 2) Die in Frankfurt a. M. er 
scheinenden „Neuen poetischen Blätter." Letztere ge 
währen insbesondere auch aufstrebenden dichterischen Ta 
lenten Raum zur Entfaltung 
EL G. Kassel. Senden Sie nur ein. 
M. N. Hanau. Wir werden später darauf zurück 
kommen. 
Ed. Br. Rauschenberg. Besten Tank für Mittheilung. 
Berichtigung wird demnächst erfolgen. Freundlichen Gruß. 
W. H. u. U. L. Kassel. Von Neujahr ab wird 
unsere Zeitschrift regelmäßig am 2. und 16. jeden Monats 
expedirt. 
Eiugegangeu sind in Folge des in voriger 
Nummer erlassenen Aufrufs für unseren hes 
sischen Landsmann, den Schriftsteller Julius 
W. Braun in Berlin: 
Von 6. L. 8 M„ F. S. 3 M„ Di-. G. Gl. 10 M.. 
Z. 8 M., Dr. A. H. in Grünberg 5 M. 
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MM*' Gar mancher Leser unserer Zeitschrift 
„Hessenland" möchte die zerstreuten Blätter in einem 
Bande vereinigen; soll doch unser Blatt nicht nur 
eine periodische Zeitschrift, sondern vor allem auch 
ein hessisches Haus- und Familienblatt sein. Solchen 
Wünschen entsprechend, beabsichtigen wir, in gleicher 
Weise wie in dem vorigen Jahre für dstn Jahr 
gang 1888 
Kinöanddecken 
für das „Hessenland", einfach, geschmackvoll und halt 
bar herstellen zu lassen. Um aber die Kosten zu 
decken, ist es nothwendig, daß eine größere Anzahl 
von Lesern als Besteller der Einbanddecke sich meldet, 
was am besten sofort einfach durch Postkarte 
geschieht. Der Preis der Einbanddecken (Leinwand 
mit Golddruck) wird einschließlich portofreier Zu 
sendung im Jnlande eine Mark betragen. Sollte 
die erforderliche Anzahl von Bestellern nicht zusammen 
kommen, so wird selbstverständlich etwa geleistete Vor 
ausbezahlung zurückerstattet. 
Ierlsg und Redaktion 
des „Hesstnlsnd".
        

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