Full text: Hessenland (2.1888)

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Deutsche, und im „Mausoleum Mauritiauum" 
finden wir unter ihrem Bildnisse (fol. 27) den 
von ihr herrührenden Spruch: 
Lang leben ist ein schlechter Ruhm 
Nichts nutz ist der schändliche Reichthum, 
Liebj Schaden bringt, Schand bringt der Pracht, 
Tugend allein unsterblich macht. 
Ein Lieblingsbuch von ihr war des Genfer 
Predigers Simon Goulart, 1606 gedruckte Be 
trachtungen über den TodsTahleauxde la mort). 
Das in ihrem Besitze gewesene Exemplar dieses 
Werkes befindet sich auf der Landesbibliothek zu 
Kassel. *) In dasselbe ist von ihrer eignen 
Hand folgender Spruch eingetragen: 
Appi'enez ä mourir maintenant au monde 
Pour vivre avec Christ en la vie seconde. 
1618. Elisabet Princesse d’Hesse. 
Sie gilt auch für die Verfasserin eines Buches 
„Gottselige Gedanken über verschiedene trostreiche 
Sprüche göttlicher heiliger Schrifft" Am 25. 
März 1618 vermählte sie sich mit dem Herzog 
Johann Albrecht II. von Mecklenburg. Sie 
starb nach siebenjähriger kinderloser Ehe, durch 
körperliche Leiden und Nachtwachen geschwächt, 
am 11. Dezember 1625 zu Güstrow. In ihrem 
Nachlasse fand man „Morgengebüt für alle Tage", 
welches der Hofprediger Neuberger zugleich mit 
der Leichenrede für dieselbe im Drucke veröffent 
licht hat. 
Kehren wir nach dieser kleinen Abschweifung 
zu unserer eigentlichen Aufgabe zurück. Der 
*) Auf der Kasseler Landesbibliothek befinden sich ferner 
die oben erwähnten Gedichte in Handschrift: II primo e 
secondo libro di madrigali nuovamente composti della 
serenissima Principessa e Signora, Signora Elisabeta 
Landgravia di Hassia, sowie Cansonette nuovamente 
composte della Ser. Princis. Elisabeta Landgravia di 
Hassia. Ebenso die deutsche Uebersetzung der Eavola 
Pastorale ,1a fida Ninfa“ del Francesco Cantarini. — 
Casparson hat 11 ihrer Gedichte in deutscher Uebersetzung 
veröffentlicht, Rommel in seiner Geschichte von Hessen, 
(Bd. VI, S. 379—381) 10 Gedichte in dem italienischen Texte. 
dreißigjährige Krieg brachte der Sababurg, 
wie das Schloß seit Ende des 16. Jahrhunderts 
genannt wurde, schweren Schaden. Landgraf 
Moritz beabsichtigte beim Beginn des Krieges, 
den Zugang zur Burg durch eine L-chanze zu 
befestigen, doch kam dieser Plan nicht zur Aus 
führung. Als im Jahre 1623 das Tilly'sche 
Heer in Hessen einfiel und fast sämmtliche festen 
Plätze besetzte, wurde in Gieselwerder ein hes 
sischer Lieutenant mit 20 Soldaten niedergehauen, 
und darauf die Sababurg nach Gefangennahme 
des hessischen Amtmanns von Amelunxen in 
grauenhafter Weise geplündert und verheert. Die 
Burg erhielt bayerische Besatzung, welche rings 
um Kontributionen erpreßte und erst 1626 wieder 
abzog. Als eine sehr willkommene Beute wurden 
von den Feinden die edlen Zuchtpferde in dem 
Sababurger Gestüte betrachtet, die man fort 
führte. Auch der Thiergarten blieb nicht ver 
schont, und das Innere des Schlosses wurde der 
artig durch die feindliche Besatzung verwüstet, 
daß kaum noch eine Spur von seiner ehemaligen 
Pracht übrig blieb. 
Erst nach Beendigung des dreißigjährigen 
Krieges konnten die hessischen Fürsten daran 
denken, das Schloß wieder in würdiger Weise 
herzustellen. Dieser Aufgabe unterzog sich denn 
auch von 1651 an der Landgraf Wilhelm VI., 
der leidenschaftliche Jagdfreund, in eifrigster 
Weise. Und ebenso wie dieser, war dessen Sohn 
der Landgraf Karl bemüht, dem Jagdschlösse den 
alten Glanz wieder zu verleihen. Diefer Fürst 
errichtete denn auch 1701 den neuen Schloßflügel. 
Gerne und häufig verweilten diese Fürsten auf 
der Sababurg, dort veranstalteten sie große Sau 
hatzen, es wurden Feste daselbst gefeiert, so 
daß die alte Zeit wiedergekommen zu sein schien. 
Auch Landgraf Wilhelm VIII. folgte dem Bei 
spiele seiner Vorgänger. Da sollte der sieben 
jährige Krieg neue Leiden und neue Verheerungen 
über die Sababurg bringen. 
(Schluß folgt.) 
Km Krmnerungsblatl an Krnst Uoch 
zum 24. November, dem 30jährigen Todestag des Dichters. 
Von W. Rogge-Tuöwig. 
m Jahre 1878 erschien zum ersten Male eine 
ausführliche Schilderung des Lebens und 
Wirkens unseres vaterländischen Dichters in 
einer Programmabhandlung des Luxemburger 
Athenäums unter dem Titel: „Ernst Koch. Sein 
Leben und seine Werke." 
Der Verfasser derselben, Dr. Joh. Henrions 
schreibt in der Vorrede, und leider mit Recht:
        

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