Full text: Hessenland (2.1888)

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neralstaaten, Landraths der Grafschaft Lippe, in 
hessischen Diensten Oberstlieutenant, dann Gene 
rallieutenant , Premierminister und Präsident 
des Kriegskollegiums, wurde von Kaiser Karl VII. 
zum Reichsgrafen ernannt und war „ein treuer 
Diener des Hauses Hessen". Auf seinen Lan 
desherrn, Landgraf Friedrich II., hatte er großen 
Einstuß. Im siebenjährigen Kriege versuchte 
„eine hohe gegenseitige Macht" den Minister 
v. Donop unter dem Versprechen, ihm 100,000 
Dukaten zu geben, den Landgrafen zu bestimmen, 
seine Truppen von der alliirten Armee zurück 
zuziehen, erhielt aber zur Antwort: „er wolle 
zwar sein Leben aufopfern, niemals aber könne 
er einen Verräther abgeben." 
Levin Friedrich v. Donop, Erbherr zu 
Stedefründ, geboren 1712, war erst Lieutenant 
in hessischen Diensten, wurde aber als ein 
Landeskind vom Könige von Preußen abgefor 
dert und Kapitain im Regiment des Prinzen 
Heinrich, nahm 1754 seinen Abschied und trat 
1760 bei der hessischen Garde als Oberst und 
Kommandeur des zweiten Bataillons wieder ein. 
Wilhelm Heinrich August v. Donop (Bru 
der des Leviu Friedrich v. D-), geboren 1722, 
Lieutenant 1741, Generalmajor 1763, komman- 
dirte 1760 und 1761 das hessische Grenadier 
korps wider die Franzosen. 
(Wird fortgesetzt iit 
Karl Aemilius Ulrich v. Donop (Bruder 
des Leviu Friedrich v. D.) geboren 1732, war 
1766 hessischer Oberst bei der Garde. 
Wilhelm Gottlieb Leviu v. Donop, geboren 
1741, war 1759 Fähnrich, 1760 Lieutenant in 
k. preußischen Diensten, 1764 Kapitain in der 
hessischen Garde. 
Georg Dumont, 1687 Oberstlieutenant, 
18. Februar 1688 Oberst, 1697 Kom 
mandant von Kassel, 12. August 1704 General 
major, nahm in demselben Jahre seinen Abschied. 
Starb 1705. 
Casimir Henrich von Exter de aus West- 
phalen, seit 19. Juli 1704 als Oberst Chef des 
2. Bataillons des Regiments Prinz Karl, 1713 
Brigadier und Kommandant von Rinteln, 
2. September 1717 Generalmajor. Starb 
2. Februar 1718 in Rinteln. 
Johann Ewald, geboren 30. März 1744 
in Kassel, erhielt nach fast dreißigjähriger ehren- 
und ruhmvoller Dienstzeit auf sein Ansuchen 
1787 seinen Abschied, trat mit vielen anderen 
hessischen Ofsizieren in k. dänische Dienste, wurde 
dort alsbald Oberstlieutnant und Chef eines 
Jägerkorps, stieg, in den Adel erhoben, bis zum 
Generallieutenant und starb 25. Juni 1813 als 
hervorragender Heerführer und militärischer 
Schriftsteller, 
zwangloser Folge.) 
lus gährenöer Heit. 
Novelle von F. Slorck. 
(Fortsetzung.) 
^otte eilte in ihr Mädchenstübchen. Dort saß 
sie in der tiefen Fensternische, den feinen Kopf 
zurückgelehnt an die Wand, umgeben von 
üppigen Epheuranken, welche die ganze Nische gleich 
einer Laube umzogen. Sorgfältig geglättet lag das 
Blatt in ihrem Schoße. Sie hatte es wieder 
und wieder gelesen. Einmal nur hatte sie den 
Gefangenen gesehen, erst vor wenig Tagen. Sie 
saß gedeckt vom dichten Blattwerk, und er hatte 
sich weit hinausgelehnt, begierig die würzige Luft 
einathmend. Da hatte sie durch das Gezweig 
hinauf gespäht an den mächtigen Mauern, und 
da sah sie ihn. Seitdem sah sie diesen inter 
essanten dunklen Kopf immer, wo sie ging und 
stand. Sie hatte geglaubt, der Staatsgefangene 
sei ein gereister Mann, vielleicht ein hochgestellter 
Beamter, wie schon einer in der Thurmzelle 
geweilt, der sich auch unterfangen hatte, anders 
zu reden, als es an höchster Stelle gewünscht 
wurde. Daß es ein junger, und wie sie sich 
erröthend gestand, so schöner Mann sei, den mau 
da so streng hinter Schloß und Riegel hielt, das 
hatte sie nicht geahnt. Nur daß es nicht ein 
gemeiner Verbrecher sei, wie die anderen drüben 
im Flügel eingekerkerten, das wußte sie. 
Freilich, der Arme hatte Recht, sie kannte es 
nicht, gefangen zu sein. Sie streifte mit Fritz 
durch den nahen Wald, sie konnte gehen wohin 
sie wollte. Tiefes Mitleid für den Unglücklichen 
schwellte ihr junges Herz. Es war nur eine 
Rose, die er begehrte. Eine nur, und sie hatte 
deren so viele. Aber wie sie ihm geben? Nur 
durch Vermittelung des Schließers war es mög 
lich, und fast schien es ihr eine Entwürdigung 
solch' duftender Gabe, wenn sie durch solche 
Hände überbracht würde.
        

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