Volltext: Hessenland (2.1888)

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lieutenant und am 14. Oktober 1720 General 
der Kavallerie. Starb am 31. Oktober 1731, 
74 Jahre alt, nachdem er 26 Feldzüge, 8 Schlachten 
und 22 Belagerungen mitgemacht hatte, als der 
letzte seines Namens und Geschlechtes. Der ge 
rechte Stolz der Hessen ans ihre „alten hessischen 
Dragoner" rührt hauptsächlich von Auerochs 
Dragonern her. Sie waren es, die bei Speier 
bach nicht wankten, welche die Siege bei Höch- 
städt, Castiglione, Lille, Tournah, Bethüen, 
Aire im spanischen Successionskriege erfechten 
halfen und unter ihrem General Auerochs für 
die beste Reitertruppe der ganzen verbündeten 
Armee galten. 
Generallieutenant von Baur aus Bieber, 
starb am 4. Februar 1783 in K. russischen 
Diensten. Dessen Nachfolger war F.-L. Can- 
crie, ebenfalls ein Hesse. 
Prinz Lebrecht zu Anhalt - Bernburg- 
Hoym seit 1689 Hauptmann, 1690 Major, 
1691 Oberstlieut., 1. August 1700 Oberst. 
Oberst und General-Adjutant Magnus von 
Blixencron, seit dem 14. Oktober 1695 aus 
k. schwedischen in hessische Dienste übergetreten 
und seit 23. Januar 1697 Kommandeur des 
Erbprinz Friedrich (Leib-) Dragonerregiments, 
ging 1703 ab. 
Christian Boedicker, nachher von Por 
beck, bekam 1806 als Premierlieutenant im Leib- 
dragouerregiment einen Ruf als Major in 
badische Dienste. Diesem folgte er mit noch 
mehreren tüchtigen Hess. Offizieren. von Porbeck 
ist der Verfasser des schätzbaren Werkes: „Feld 
züge zur Vertheidigung Hollands" und der 
Herausgeber der Zeitschrift „Neue Bollona", 
Beitrüge zur Kriegskunst und Kriegsgeschichte, 
Leipzig 1802—1806, 10 Bde. 
Otto Christoph von Borck aus Pommern. 
Geboren 1677. 1703 Lieutenant und Adjutant. 
1708 Major. 1709 Oberstlieutenant. 1716 
Oberst. 1727 Brigadier. 1731 Generalmajor. 
1736 Kommandant von Rinteln. 1741 Gene 
rallieutenant und Gouverneur daselbst. Starb 
1754 am 22. Oktober, 78 Jahre alt. 
Als 1620 alle kursächsischen Vasallen aus 
fremden Diensten abberufen wurden, folgte auch 
der berühmte Kriegsheld Karl Bose und nahm 
kursüchsische, mit seines Kurfürsten Erlaubniß 
hierauf kaiserliche Dienste. 1625 ging er in 
sächsische Dienste wieder zurück und wurde ihm 
1632 ein Regiment zu Fuß und 1636 ein Re 
giment zu Pferd „seiner guten Dienste halber 
anvertraut." „Er that sich bei allen Gelegen 
heiten ungemein herfür." 
Christian Friedrich von Brand aus der 
Neumark, 1727 als Oberst Kommandeur des 
l. Bataillons des Gardegrenadierregiments. 
1739 Generalmajor. 1744 Generallieutenant. 
Starb am 15. Juni 1746 zu Doncaster in Eng 
land beim Ansmarsch zu der Expedition in 
Schottland. 
Friedrich Melchior von Canitz, am 9. Ja 
nuar 1700 zu Ellgut in Schlesien" geboren, seit 
1721 in hessischem Dienst, 1729 Hauptmann, 
1740 Major, 1744 Oberstlieutenant, 8. Dezem 
ber 1746 Oberst, 1758 Generalmajor. Starb 
nach 38jährigcn, rühmlichst geleisteten Kriegs 
diensten , während welcher er allen Feldzügen 
von 1734 an beigewohnt, in Folge seiner bei 
Laudwehrhagen und Sandershausen erhaltenen 
Wunden am 18. August 1759 zu Frankfurt 
a. M. auf der Rückreise aus Bad Schwalbach. 
Das Regiment, dessen Chef er war, war das 
spätere I. Infanterieregiment (Kurfürst), an dessen 
Existenz die gelben Achselklappen bis 1866 er 
innerten. Die Führung dieses Regiments war 
stets mustergiltig. Kamen doch während der 
drei Jahre, da dasselbe zu Hanau garnisonirte 
(1853—1856) weder eine Offiziersuntersuchung 
noch ein Selbstmord vor und wurde ebensowenig 
auf eine Eisenstrafe erkannt. 
Etienne de Clement, seit 1723 Oberst 
und Bataillonskommandeur, erhielt 7. April 
1734, nachdem er Kommandeur des Prinz George 
Regiment gewesen, als Chef das 1. Bataillon 
des Regiments v. Loßberg. 1736 Generalmajor, 
1743 Generallieutenant. Starb 17. Juli 1744, 
67 Jahre alt, in Mannheim. 
Oberst Karl Friedrich von Colson, aus 
Gräfl. Lippe-Bückeburgischen Diensten, 1787 
Chef des Garnisonregiments Colson, 1794 des 
Landregiments Rinteln, seit 1798 in Pension. 
Ernst Hartmann von Diemar, Ritter des 
deutschen Ordens und Landcommentur der Ballei 
Hessen, seit 1717 Generalmajor, quittirte 1735 
als Generallieutenant, ging in kaiserliche Dienste, 
trat 1738 in hessischen Dienst, wurde General der 
Kavallerie, ging 1740 abermals in kaiserliche 
Dienste und starb am 16. Juli 1754 zu De- 
berndorf bei Nürnberg, 72 Jahre alt, im Ruhe 
stand (nach andern am 21. Mai 1744). 
General Alexander Graf von Dönhoff aus 
Polnisch-Preußen, ging 1722 in k. preußische 
Dienste, wurde Generallieutenant und starb 
1743, nachdem er 1740 in Ruhestand getreten 
war. 
Adolph Moriz v. Donop, Erbherr auf 
Lüdershof, geboren 12. Mai 1691, anfangs 
hessischer Kapitain, demnächst k. großbrittannischer 
Drost zu Sternberg. 
August Moriz Abel Plato v. Donop, ge 
boren 5. Juli 1694, Kapitain bei der dänischen 
Fußgarde, nach dem Tode seines Vaters Dietrich 
Ernst von Donop, gewesenen Majors der Ge
        

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