Full text: Hessenland (2.1888)

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tritt hinzu, sie reichen ihm Geschenke und es 
greift nach einem goldenen Gefäße. Im Hinter 
grund bemerkt man Maria und ihre Freundin 
Elisabeth. 
Auf der Außenseite der linken Flügelthür sieht 
man Maria, wie sie von ihren Eltern nach Je 
rusalem zur Erziehung in den Tempel gebracht 
wird und die Darstellung Jesu im Tempel; die 
Innenseite zeigt Marias Tod und Himmelfahrt. 
Apostel umstehen betend ihr Lager, einer hält 
eine brennende Kerze in der Hand, ein anderer 
vollzieht die Einsegnung und ein dritter sitzt 
davor mit aufgeschlagenem Buche. In Gegen 
wart der Apostel wird Maria von Engeln in 
den Himmel getragen. 
Links vom Mausoleum steht an der Wand 
der Grabstein des Landkomturs Conrad Kloos 
(ch 1638) und rechts der des Landkomturs Georg 
von Hörde (ch 1591). Die au der Westwand 
aufgerichteten Grabsteine, in welche messingene 
Nielloplatten mit Inschriften und Wappen ein 
gelassen sind, gehören dem Landhosmeister Hans 
von Dörnberg und seinen beiden hier bestatteten 
Frauen, Anna von Weiers ch 1481 und Luckel 
von Hatzfeld ch 1497. 
Zwei steinerne Wände mit kleinen Pförtchen 
trennen die beiden Kreuzarme voin Chor. Unter 
der Kreuzvierung zwischen beiden Wänden und 
dem Lettner stehen an drei Seiten stufenweis 
hinter einander aus Eichenholz verfertigte so 
genannte Chorstühle, in denen die deutschen Herren 
Platz nahmen, so lange der Gottesdienst nach 
katholischem Ritus für sie im Chor abgehalten 
wurde. Ein im Jahre 1543 aufgestelltes Kirchen 
inventar verzeichnet zwei wollene Rücktücher, daran 
St. Elisabeths Legende, welche ohne Zweifel an 
den Wänden hinter den Chorstühlen gehangen 
haben. Bon hier aus führt eine Treppe unter 
Wegfall eines Chorstuhles auf die vorerwähnte 
kleine Empore; auf derselben standen höchstwahr 
scheinlich die Sänger, Choräle genannt, wenn der 
Chor bei einem Hochamte mitzuwirken hatte. 
(Fortsetzung folgt.) 
Meber die angeblich nach Amerika verkauften Hessen 
von Carl Preser. 
(Fortsetzung.) 
Hessen-Darm st adt schloß am 5. Oktober 
1793 mit Großbritannien einen Subsidien- 
vertrag*) über 3000 Mann ab, wobei „afin de 
subvenir aux fraix“ der König von Groß 
britannien für jeden Kavalleristen 80, für jeden 
Infanteristen 30 0onronne8 de banque zahlte 
und sich verpstichtete, jährlich 84,375 Couronnes 
de banque als Subsidie zu zahlen. 
Meklenburg-Schwerin ging einen gleichen 
Vertrag am 5. Mai 1788 mit den Niederlanden 
auf Stellung von 1000 Mann ein, wobei für 
diejenigen „qui ne sont pas officiers“ 30 Thlr. 
als „argent de levee“, an Subsidien aber jährlich 
30,000 Thlr. zugesagt wurden.**) 
Preußen lieh zuerst unter dem Marschall 
Schöneberg dem Prinzen von Oranien 6000 Mann. 
Der Vertrag vom 13. Juni 1788***) versprach 
Großbritannien die Stellung von 16,000 Mann 
Infanterie und 4000 Mann Kavallerie. Dieser 
Vertrag wird in einem weiteren vom 13. August 
*) de Martens, a. a. 0. Tom V. p. 216. 
**) Das. Tom. III. p. 324. 
***) Das. p. 138. 
desselben Jahres *) bestätigt und in letzterem 
versprochen, an Großbritannien die genannte 
Truppenzahl „par mer ou par terre“ zu „liefern" 
und zwar gegen Zahlung von jährlich 100,000 fl. 
für je 1000 Mann Infanterie, und jährlich 
120,000 fl. für je 1000 Mann Kavallerie. 
Umgekehrt verspricht der König von Großbritannien 
dasselbe, für den Fall Preußen die Truppen 
von jenem nöthig habe, welcher Fall jedoch nicht 
eintrat. 
Ebenso bestand ein preußischer Vertrag mit 
den Generalstaaten vom 15. April 1788**) auf 
10,000 Mann Infanterie und 2000 Mann 
Kavallerie. Dieser Vertrag war nach Art. XI. 
sogar auf 20 Jahre abgeschlossen. 
Der zu Westminster am 16. Januar 1756***) 
mit Großbritannien abgeschlossene preußische Sub- 
sidienvertrag sprach es zugleich deutlich aus, daß 
die Zwistigkeiten „welche sich in Amerika 
*) Daselbst p. 146. 
**) de Martens, a. a. 0. Tom. III. p. 133. 
***) Bei Jenkinson fl772) T. II. p. 160 (178') 
Tom. III. p. 54. Auch von Moser mitgetheilt a. a. O. 
VIII. S. 129.
        

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