Full text: Hessenland (2.1888)

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lichen Chemie, sondern haben auch die Theerfarbstoff- 
Jndustrie in völlig neue Bahnen gelenkt. .Grieß war 
nach seiner Studienzeit mehrere Jahre Assistent von 
Professor A. W. v. Hofmann während dessen Londoner 
Wirksamkeit und übernahm dann die Leitung des 
Laboratoriums der großen Alebrauerei von Allsopp 
in Burtomon-Trent; in dieser sehr günstigen Stellung 
blieb er bis zu seinem Tod. Trotz seiner angestrengten 
Thätigkeit in der Brautechnik war er fortwährend 
wissenschaftlich produktiv ; es erschien kaum ein Heft 
der Berichte der Deutschen chemischen Gesellschaft, ohne 
Mittheilung von ihm. Er war Mitglied vieler 
Gelehrten-Gesellschaften, so von der Royal Society 
in London. Die philosophische Fakultät der Universität 
München ernannte ihn bei Gelegenheit des Universitäts 
Jubiläums zum Ehrendoktor. 
Hessische Kücherschau. 
Briefwechsel von Jakob Grimm und 
H o f f m a n n - F a l l e r s l e b e n m i t H e n d r i k 
van Wijn. Herausgeg. und erl. von Karl 
Theodor Gaedertz. Bremen, Müller (60 S.) 
1,80 M. 
Ein anspruchsloser Beitrag zur Grimmliteratur, 
aber eine dankenswerthe und willkommene Ergänzung 
zur Säkularfeier Grimm's herausgegebener Brief 
sammlungen. Der durch seine Studien und zahl 
reichen Publikationen aus dem Gebiete der Literatur 
bekannte Verfasser giebt uns hier neben Anderem die 
gelehrte Korrespondenz zwischen Jakob Grimm 
und Hendrikvan Wijn, einem berühmten nieder 
ländischen Geschichts- und Sprachforscher (geb. 20. Juni 
1740, gest. 26. Sept. 1831 im Haag). Er ent 
deckte sie auf einer Studienreise in der K. Bibliothek 
im Haag. Der erste Brief ist von hier (Kassel, 
23. Juli 1610) datirt und in lateinischer Sprache 
geschrieben. Erst anhaltenden Bemühungen Tyde- 
mann's (dessen Briefe an Jakob Grimm E. Martin 
mittheilt svergl. Anz. für deutsches Alterthum X, 
1884. S. 160—185]) gelang es, van Wijn zu 
einer direkten Antwort an Grimm zu veranlassen. 
Dieselbe erfolgte durch einen in französischer Sprache 
abgefaßten Brief, datirt La Haye le 27. Octobre 
1812. . Diese Antwort bewog Grimm zu einem 
zweiten, ebenfalls franz. abgefaßten Brief (Kassel 
8. Dez. 1812). Der Inhalt beider Schreiben be 
trifft hauptsächlich die Ueberlassung einer Kopie von 
einem 1780 von Wijn entdeckten Manuskripte 
des Reineke Vos aus dem Jahre 1477. Die 
wenn auch kurze Korrespondenz, und namentlich auch 
die vielfache Hinzuziehung und Vergleichung anderer 
einschlägiger Briefstellen seitens des Herausgebers, 
namentlich Stellen aus Briefen an und von Tyde- 
mann, wirft ein interessantes Licht auf die Entstehung 
des 1834 bei Reimer in Berlin erschienenen Grimmi 
schen Reinhart Fuchs. 
Der sich daran schließende Briefwechsel von Hoffmann- 
Fallersleben mit dem gedachten holländischen Gelehrten, 
sowie einige andere Briefe zur deutschen Literatur 
(Zeilen von Goethe, Schiller u. A.) gehen uns an 
dieser Stelle nichts an. A. 
— Soeben, unmittelbar ehe wir zur Presse gehen, 
erhalten wir »Deutsche Gedichte aus Oester 
reich" von A. Trab ert. I. Band: Schwertlieder 
eines Friedsamen. Frankfurt a. M., Verlag von 
G. Wendel, 1888. Für heute müssen wir uns 
wegen der Kürze der Zeit darauf beschränken, diese 
Sammlung von Gedichten unseres hessischen Lands 
mannes und geehrten Mitarbeiters nur anzuzeigen; 
die Besprechung selbst folgt in nächster Nummer. 
Briefkasten. 
Unserm verehrten Mitarbeiter J. 8. und dessen Ge 
mahlin herzlichsten Glückwunsch zur silbernen Hochzeit. 
J. Gr. Fulda. Besten Dank für die Uebersendung des 
willkommenen Beitrags. Was die von Ihnen berührte 
Angelegenheit betrifft, so wird dieselbe in aller Kürze 
erledigt werden. 
P. P. in P. Senden Sie die Erzählung nur ein. 
Dieselbe kann ganz gut vor dem anderweit angenomme 
nen Beitrag in Druck gelangen. 
M. F. Kassel. Wir gedenken, falls Sie damit über 
einstimmen, Ihr Gedicht in Nr. 19 zu bringen. 
0. R. Philadelphia. Artikel erhalten. Wird demnächst 
zum Abdrucke gelangen. Besten Dank. 
Etwaige Unregelmäßigkeiten in der Zustellung 
der einzelne» Nummern des „Hrssenlandes" bitten 
wir bei der Redaktion, Jordanstraße 15, oder in 
der Friedr. Schcrl'schen Buchdruckerei Schloßplatz 4, 
anzumelden, damit alsbald Abhilfe erfolgen kann. 
Auch ersuchen wir die geehrten Abonnenten, uns 
von etwaigem Wohnungswechsel möglichst bald 
Kenntniß zu geben, damit eine Unterbrechung in 
der Zustellung unserer Zeitschrift vermieden wird, 
Zum Abonnement auf das 4. Quartal unserer 
Zeitschrift „Hessenland" laden ergebenst ein 
Kassel, im September 1888. Redaktion «Nd Uerlog. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zwenger in Kassel. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.
        

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