Full text: Hessenland (2.1888)

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»eilräge zur HeschLchle des Mäötchens Weöenstem und der 
Mmilie Keß v. Wichdorff 
Nermisgegeben von Trust Wolfgang I 
II. Theil. 
(Fortsetzung). » 
v. Wichöorff. 
Burg und Stadt Niedenstein 16. Jahrhundert, vergieiche Nr. 9, 11 u. 12 unserer Zeitschrift. 0 
Derer Fürstl. Reihe auf die landgräfliche Verord 
nung vom 19. Juny 1663 erfolgter Bericht; unter 
dessen aberLandtgraffWilhelm mit Todt abgangen. 
Durchleuchtiger Hochgeporner Fürst, gene- 
diger Herre! Ew. Fürstl. Gnaden seyndt 
unßere unterdhenigen, schuldtigen Dienste 
jeder zeitt zuvor! 
Ew. F. Gnaden aufs Görgen Heßen, des 
vierdtelßmeisters zu sckmalcaldten unterdheuige 
Lugpliel: sust «lato den 19tm dieß. Monaths 
erlaßenes genedhiges Schreiben ist unß wordten 
und haben wir unß fast verwundtert, daß er 
Ew. F. Gn. schon wiederumb mit seyner schier 
übel gereimbten bittschrifft geplagett. Diewehlen 
aber Ew. F. Gn. bevohlen, die fach geschwindt 
fürzunehmen und fürtragk zue erstadten, alß 
haben wir mit fleyß darzu gethan und in denen 
sembtlichen brieffen und aotis über derer Heßen 
hiebevor gehabbte lehenschafften undt sonstige 
gelegenheitten nachgeschlagen, da sichs denn be- 
fundten, wie folget: 
Es seyndt gedachte Heßen v. Wichdorff ein 
sehr alt adelich geschlecht von jeher gewest, so 
sich gleicher herkunsft mit denen von Wallenstein 
gerühmet. *) Und Hanß-Caspar v. Wallenstein 
*) Die v. Wallenstein stammen auß dem haust derer 
Grasten von Schawenburgk, so nit weit von der burgk 
Nydenstein gelegen. 
meynet, daß sichs allso verhielte, dannen ihme 
schon sein Groß-Vatter solches erzehlet hette. 
So viel nun sonsten erhellet, seyndt die Heßen 
nicht alleyn deme Hochfürstl. Hauße Hessen, son 
dern vorab auch deme Ertzstiefft Mentz, dem 
bistumb Paderborn, denen Epten zue Herßfeld 
undt denen Grasten zu Ziegenhayn undt Waldegk 
zu lehen verwandt gewesen. Im Fürstenthumb 
Hessen haben sie uhranfenglich die Dörsfer Wich- 
dorsf, Nydenstein, Treiß, Diefenbach, Obern- 
haußen, Heßelrode, Menßebergk, Morßlar undt 
viel andterer güetter gehabt, worüber gleich- 
wohlen etwas genaweres nit anzugeben, die- 
weilen sich besondere Urkundten auß jener zeitt 
nit mehr Vorstudien laßen. Dozumahlen hat sich 
dieß geschlecht auch in unterschidtliche Linien 
getheilet, alß die zu Wichdorff, Treyß, Diffeu- 
bach undt Heßelrode, darvon die zweite schon 
gar früh abgestorben, die zu Disfenbach haben 
dieselbe beerbet und anfeuglichen aufs der altten 
Burgck zu Nydenstein gehaußet, nachgehends aber, 
da solche in denen Kriegen devastiret undt ver 
fallen, sich auff ihrem Hoffe in besagttem stettlein 
verhaltten. — Die Nachkohmen der Heßelröder 
I^inio haben sich meistentheils in ehurmentzischen 
dinsten gebrauchen laßen, seyndt dadurch nach 
Düringen undt sondterlichen auffs Eychsfeldt 
undt weitter geruhten, daheimb in Hessen aber
	        

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