Volltext: Hessenland (2.1888)

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wurden schlecht gelohnt. Trotz einem vom Könige 
ausgefertigten Patent (gegeben im Lager vor Kopen 
hagen 23. Januar 15(>9), wonach der Prinz „für 
die guten, nützlichen und tapferen Kriegsdienste, so 
er im polnischen und noch währenden dänischen Kriege 
geleistet u zum Generalmajor über Kawallerie befördert 
und „für die in jüngst verwichener Zeit in Unserem 
Dienst empfangene Blessure" (am >9. Januar 1569 
hatte ihm eine dänische Kanonenkugel den rechten 
Unterschenkel abgeschossen) ihm „eine Pension von 
2000 Rthlr ad dies vitae“ verliehen worden war, 
trotz seiner Vermählung mit einer schwedischen Gräfin, 
wurde ihm nach dem am 13. Februar 1660 erfolgten 
Tode Karls von der Königin-wittwe Hedwig Elenora 
„eine völlige Entlassung" ertheilt. Da der Prinz 
dem Reiche „mit allen Feinden zu einem reputirlichen 
Vergleiche verhelfen", so war der Herrscherinn „die 
occasion benommen, S. Liebden weiter zu accomodiren 
und S. L. daher besser gedient, nach Belieben die 
Fortune anderwärts zu suchen und zu poussiren". 
Ja selbst einer berechtigten Schuldfordrung (18 000 
Thlr Werbegeld für 10 Kompagnien) konnte er Gel 
tung nicht verschaffen. 
Nach Deutschland zurückgekehrt, erwarb sich Friedrich 
in Brandenburg größere Besitzungen, wodurch ihn 
der Kurfürst zuerst näher kennen lernte, trat jedoch 
erst im Jahre 1670 in das brandenburgische Heer, 
und zwar wurde ihm das „Generalat über die 
Cavallerie conferiret und aufgetragen“. 
Die Kämpfe, welche das folgende Jahrzehnt brachte, 
gaben ihm Gelegenheit, im Dienste des Vaterlandes 
zu bewähren, was er in der Schule der Fremden 
gelernt hatte. Verf. schildert nun zunächst des 
Hessischen Landgrafen Thaten am Rhein (1672), 
dann sehr eingehend dessen Antheil an der Schlacht 
bei Fehrbellin. 
Er versucht nachzuweisen, daß die in fast allen 
geschichtlichen Darstellungen dieser Schlacht enthaltene 
Angabe, der Angriff des hessischen Reitergenerals sei 
gegen den Willen des Kurfürsten unternommen und 
von demselben getadelt worden, falsch sei. Diese 
Auffassung werde weder durch die Quellen bestätigt, 
noch entspreche sie den Thatsachen. Der Angriff 
war nicht nur glücklich, sondern auch nach militäri 
schen Urtheilen durchaus richtig und bezeugte, daß 
der Landgraf den Erwartungen des Kurfürsten in 
jeder Beziehung entsprach. 
Dank hat er für seine That nicht geerntet, schreibt doch 
des Kurfürsten eigene Schwester Hedwig Sophie, Land 
gräfin von Hessen, von Kassel ans am 19. Oktober 
1675 an den Freih. von Schwerin: „Dem redlichen 
Landgraf ist nicht eins gedankt vor dem, das er bei 
Fehrbellin gethan; also geht es in der Welt: Die 
Pferde die den Haber verdienen, bekommen am 
wenigsten". 
Znm Schluß schildert Verf. Friedrichs Antheil an 
der Eroberung Mecklenburgs und weiterhin seine 
Thaten in Pommern. Nach dem Falle Stralsunds 
(15. Oktober 1678) und der Kapitulation Greifs 
walds (6. November 1678) schied Friedrich aus dem 
Brandenbnrgischeu Heere und begab sich im Dezember 
nach Hessen, um das von einem älteren Bruder an 
Darmstadt verpfändete Amt Homburg einzulösen. 
Als 1681 der letzte seiner Brüder kinderlos starb, 
trat er die Regierung der Landgrafschaft an. A. 
So eben erschienen im Verlage von Adolf Bonz 
u. Comp, zu Stuttgart Gustav Kastropp's „König 
Elf's Lieder" in dritter veränderter Auflage. Mit 
„König Els's Lieder" trat unser hessischer Landsmann, 
der hochbegabte Dichter Gustav Kastropp, vor 14 
Jahren zuerst in die Oeffentlichkeit. Die zarte tief 
empfundene Dichtung erregte damals Aufsehen und 
machte seinen Namen in weiten Kreisen bekannt. 
Wir werden auf diese Dichtung in einer späteren 
Nummer zurückkommen. 
Berichtigung. 
In Nummer 10 unserer Zeitschrift, Seite lf>7, Zeile 10 
von unten (Im Artikel „Die Hessen in der Schlacht von 
Roßbach") muß es heißen Pettstädt statt „Penstadt". 
Srieskasten. 
E. R. G. Ellerseid. Ließe sich das Eingesandte nicht 
kürzen? Es ist fast zu lang für unsern Raum gerathen. 
Wir würden Ihnen dann das Manuskript zurücksende». 
lk. H. Marburg. Wie Sie sehen, benützt. 
K. W. 8. Kassel. Besten Dank. 
8. u. G. Hamburg. Wir können diesen Wunsch un 
möglich erfülle». 
R. Eisenach. Senden Sie die Arbeit nur ei». 
I. X. in Fulda. Sie erhalten brieflich Antwort. 
ll, '. W. in Marburg. Mit Dank angenonimen. 
Willi. T. in Wien. Herzlichsten Glückwunsch zur Doktor 
promotion. Freundlichsten Gruß. 
Etwaige Unregelmäßigkeiten in der Zustellung 
der einzelnen Nummern deß „Hcsscnlandes" bitten 
wir bei der Redaktion, Jordanstraße 15, oder in 
der Fricdr. Schcel'jchrn Buchdrucker« Schloßplatz 4, 
anzumelden, damit alsbald Abhilfe erfolgen kann. 
Auch ersuchen wir dir geehrten Abonnenten, uns 
von etwaigem Wohnungswechsel möglichst bald 
Kenntniß zu geben, damit eine Unterbrechung in 
der Zustellung unserer Zeitschrift vermieden wird. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zw eng er in Kassel. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.
        

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