Full text: Hessenland (2.1888)

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dieser redend eingeführt wird. Rommel theilt davon 
in seiner Geschichte von Hessen. Bd. VIII S. 727 
folgende Bruchstücke mit: 
Banket, Banket, o Stauf, 
Was trägst Du zum Banket mir für Oliven auf? 
Wie bitter schmecken sie! 
Das Land, das mich erhub, und das mich hat genährt. 
Hab ich mit Raub und Schwert nun ganz und gar 
verheert! 
Der Kaiser Ferdinand wird mich nicht groß beklagen, 
Mich dünkt, ich her' ihn schon die weisen Worte sagen: 
Wo gab ich Dir Befehl, vor Deines Feindes Haus 
In ein Banket zu gehen! 
Ich zweifle, daß ein Mensch mich werde recht beklagen, 
Kein Päpstler wird es thun, ich war nicht seiner Lehr'. 
Ein Lutheraner? nein, denn ich bestritt sein Heer; 
Kalviner? nimmermehr, denn ich war ihres Glaubens 
Und brauchte gegen sie das Schwert des Schützens und 
des Raubens, rc. rc. — 
Melandcr hob die Belagerung des Marburger 
Schlosses auf, nicht ohne vorher noch der Stadt Marburg 
eine Brandschatzung von 12 000 Thalern auferlegt 
und 2500 Thaler für die Glocken, welche sich damals 
die Feinde bei jeder Eroberung einer Stadt an 
zueignen pflegten, abgenommen zu haben. Er begab 
sich nach Fulda, wo er einige Tage zu seiner Ge 
nesung verwandte, und dann nach Franken. Am 
17. Mai 1048 ereilte ihn sein Geschick. Er fiel 
an diesem Tage in der blutigen Schlacht von Zus- 
marshausen. 
A. Z. 
Ein jetzt nach hundert Jahren aufge 
klärtes Portrait der 1 7 70 geborenen 
P r i n z e s s i n E l i s a b e t h v o n G r o ß b r i t a n n i e n, 
Landgräfin v o n Hess e u-H o m b u r g. Die Be 
achtung kleiner Umstände führt oft unerwartet zur 
Aufklärung bisher unbekannter Thatsachen. 
Der 1840 in hohem Alter zu Hannover verstorbene 
Maler Joh. Heinrich Ra mb erg, dessen Genie 
und Laune wir so viele treffliche Zeichnungen ver 
danken, lebte als junger Mann mehrere Jahre in 
London, und hatte durch verschiedene Empfehlungen 
Zutritt in der zahlreichen Familie des damaligen 
Königs Georg III. Wir besitzen daher verschiedene 
Portraits, welche Ramberg von den jungen Prinzessinnen 
entworfen hatte, namentlich ein solches von der am 
22. Mai 1770 geborenen schönen Prinzeß Elisa b eth, 
welche sich in späteren Jahren mit dem ritterlichen 
Prinzen Friedrich Joseph (nachher Landgraf 
Friedrich VI.) von Hessen-Homburg vermählte. 
Die noch sehr junge Prinzeß ist hier dargestellt, wie 
sie auf einer Gartenbank sitzend, sich damit beschäftigt, 
einen Kranz zu winden, indem sie einen Lorbeerzweiq 
auf ihrem Schoße liegen hat und mit der linken 
Hand einen zweiten Zweig von einem nahen Baume 
bricht, in der rechten Hand auch ein längeres Band 
hält, welches mit dem Namen ALFRED bezeichnet 
ist. Dieses reizende Bild wurde später von W. Ward 
in Kupfer gestochen, der Königin gewidmet und am 
27. November 1788 in London veröffentlicht, allein 
die Zeit der Aufnahme durch Ramberg und die Ver 
anlassung der Vorstellung war bisher unbekannt. 
Im Jahre 1877 gab ich in Hannover eine kleine 
Schrift über den vorgenannten Maler I. H. Nam- 
berg und seine Werke heraus und beschrieb darin 
zuerst auf S. 68 Nr. 243 dieses reizende Porträt 
der königlichen Prinzessin nach dem Stiche von W. Ward, 
ohne jedoch die gewählte Darstellung nach Zeit und 
Umständen erklären zu können, obschon ich mit einem, 
dem englischen Hofe nahestehenden Prinzen darüber 
korrespondirt hatte. Damals wurde freilich auf einem 
schwachen Abdruck dieses Kupferstiches der Name 
Alfred auf dem Bande für das unerklärliche Wort 
ALERAD gelesen. Erst eine wiederholte Lektüre der 
interessanten biographischen Schrift von F.L.v.Bibra, 
Georg der Dritte, sein Hof und seine Familie, 
Leipzig 1820, gab mir soeben die gewünschte Auf 
klärung, indem ich auf S. 301 bis 303 das genaue 
Verzeichniß der sämmtlichen Sprößlinge dieser glück 
lichen und fruchtbaren königlichen Ehe näher in's 
Auge faßte und nun fand, daß der am 22. Sep 
tember 1780 geborene Prinz Alfred bereits am 
20. August 1782 wieder starb und die also damals 
erst zwölf Jahre alte Prinzessin Elisabeth bei 
dieser Gelegenheit bemüht gewesen ist, dem kleinen 
zweijährigen Bruder einen Todtenkranz zu winden. 
Der sinnige Ramberg wählte diese schwesterliche Hand 
lung zu seiner Darstellung und gab der zwölfjährigen 
Prinzeß das Band mit dem bisher unerklärten Namen 
Alfred in die Hand. Das Bild, ein Kniestück mit 
dem feinen Profilkopf von der rechten Seite und 
einem sehr großen Federhut, wurde also von Ramberg 
im August 1782 gezeichnet, wenn auch erst 1788 
im punktirten Stich von W. Ward zu London ver 
öffentlicht. — 
Prinzessin Elisabeth starb erst am 10. Januar 
1840 zu Frankfurt a. M. als kinderlose Wittwe des 
Landgrafen Friedrich VI. von Hessen - Homburg — 
mithin in demselben Jahre, wie Ramberg, — und 
wurde in der fürstlichen Familiengruft zu Homburg 
vor der Höhe beigesetzt. 
K a s s e l, im Dezember 1887. Aakoö Hoffmeister. 
Aus Heimach und Fremde. 
Hessische Todtenschau 1887. Lehrer Wil 
helm Wolf (Kassel, 21. Oktbr. 1886). — Ober 
landesgerichtspräsident L. S. W. C o n s b r u ch (Kassel, 
3. Januar 1887). — Stadtpfarrer Karl Engel 
(Hünfeld, 3. Jan.). — Kaufmann L. A. Pelissier 
(Hanau, 3. Jan.). — Oberst z. D. E. v. Apell
        

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